Skip to main content
main-content

27.03.2018 | Immobilienmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Das Immobilienmanagement der Kirchen

Autor:
Christoph Berger

Kirchen stehen vor der Herausforderung, ihren Immobilienbestand zu optimieren. Laut einer Studie wird es zu einer Zunahme an Veräußerungen, Verpachtungen und Vermietungen kommen. Allerdings nicht voraussetzungsfrei.

Die Immobilienverantwortlichen von Kirchenimmobilien stehen vor großen Herausforderungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine im März 2018 veröffentlichte Studie der Evangelischen Bank. Die zu bewältigenden Aufgaben ergeben sich aus folgender Situation: Die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt, Gemeinden fusionieren und Pfarrstellen entfallen. Somit werden nicht nur Pfarrhäuser überflüssig, auch Gemeindezentren erweisen sich als zu groß. Und dann ist da noch das Alter vieler Immobilien: Viele wurden in den 1950er- bis 1970er-Jahren erbaut, sodass nun viele energetische Ertüchtigungs- und Modernisierungsmaßnahmen anstehen.

Empfehlung der Redaktion

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Investition in Wohnimmobilien

Das vorliegende Kapitel dient der grundlegenden Einleitung in die Wohnimmobilieninvestition und die Investitionsrechnung. Die Eigenschaften einer Wohnimmobilien als Investitionsgut wird beschrieben und die Investitionsentscheidungsprozess wird …


Trotz dieser Abnahme sind die katholische und die evangelische Kirche gewichtige Akteure auf den Immobilienmärkten. Zusammen besitzen sie laut dem Kapitel "Investition in Wohnimmobilien" des Springer-Fachbuchs "Wohnimmobilien" über 150.000 Gebäude im Bundesgebiet: "Ein Drittel dieser Gebäude sind Sakralbauten. Hinzu kommen Pfarrhäuser, Kindergärten, Verwaltungsgebäude, Pflege- und Bildungseinrichtungen sowie große Grundstücks- und Landbesitze. Laut einer Schätzung aus dem Jahr 2001 betrug allein das Vermögen der römisch-katholischen Kirche Deutschland, welches damals in Grundbesitz, Immobilien, Geldanlagen und Beteiligungen gebundene war, ca. 270 Milliarden Euro."

Leerstand und Mindernutzung

Doch laut der Studie meldet jede zweite befragte Landeskirche beziehungsweise Diözese einen konkreten Immobilienleerstand. Auf Kirchenkreisebene sehen sich 38 Prozent der Immobilienverantwortlichen mit Leerstand und Mindernutzung konfrontiert. Während Kindergärten, Pfarrhäuser und Pastorate den Immobilienverantwortlichen der Kirchenkreise zufolge einen hohen Nutzungsgrad (Skala: 1 bis 10) von 9,7 beziehungsweise 9,2 aufweisen, bleiben Gemeindehäuser und Kirchen mit 5,9 beziehungsweise 5,2 darunter. Die Belastung des Gemeindehaushalts für Instandhaltung, Gebäudeunterhalt und laufende Kosten beträgt laut den Kirchenkreisen auf einer Skala von 1 (schwach) bis 10 (sehr stark) 6,6, nach Einschätzung der Landeskirchen 7,6.

Um dem Leerstand und der Mindernutzung entgegenzutreten, überlegen viele Immobilienverantwortliche, die betroffenen Immobilien zu vermieten oder zu verpachten. Eher, als sie zu verkaufen, auch wenn 69 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass es künftig mehr Immobilienverkäufe geben wird und 90 Prozent innerhalb der vergangenen fünf Jahre bereits Immobilien verkauft haben. Die Favorisierung des Vermietens und Verpachtens resultiert aus dem Wunsch von knapp 60 Prozent der Befragten, eine „angemessene“ Nutzung garantieren zu wollen. Demnach hat der Schutz vor Reputationsschäden durch nicht adäquaten Verkauf/Vermietung hat bei den Verantwortlichen sehr hohe Priorität – auch wenn unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten der Verkauf in einigen Fällen die sinnvollste Variante wäre.

Projektentwicklung gewinnt an Bedeutung

Gefragt nach den finanziellen Mitteln für Um- oder Neubauten gab jeder dritte Kirchenkreis an, über genügend Eigenmittel zu verfügen. Für 58 ist dies allerdings nicht der Fall. Für knapp die Hälfte der Kirchenkreise, 46 Prozent, seien zudem noch keine Immobilienprojekte mit Banken finanziert worden.

Das strategische Immobilienmanagement und die Projektentwicklung würden aufgrund der komplexen Aufgaben laut den Studienautoren an Bedeutung gewinnen. Zudem ziehen sie das Fazit: Es wird dynamisch.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

17.02.2017 | Stadtplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Neue Ansätze für ungenutzte Flächen

22.06.2017 | Stadtplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Vom Heizkraftwerk zum Kulturzentrum

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Bildnachweise