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05.12.2018 | Immobilienmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Gemeinschaftliche Wohnformen und ihre Dienstleistungen

Autor:
Christoph Berger

Neue gemeinschaftliche Wohnformen liegen im Trend und haben laut den Ergebnissen des Forschungsprojekts WohnMobil zwei große Vorteile. Können Wohnungsunternehmen von den Genossenschaften, Baugemeinschaften oder Vereinen lernen?

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts WohnMobil zeigen, dass partizipativ organisierte Dienstleistungen in neuen gemeinschaftlichen Wohnformen eine positive ökologische Wirkung haben und zudem das soziale Miteinander und die Wohnzufriedenheit steigern. Zu den von Genossenschaften, Baugemeinschaften oder Vereinen entwickelten Angeboten zählen zum Beispiel ein hauseigenes Carsharing oder Leihmöglichkeiten für Lastenräder, Mitnahmeservices, Reparaturdienste oder gemeinschaftliche Gärten und Räume.

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2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Einleitung

In der Einleitung wird erläutert, vor welchem Hintergrund die Entwicklung neuer Wohnprojekte stattfindet. Von Bedeutung für die Entstehung neuer Projekte sind gesellschaftliche Veränderungen wie der Wandel von Familienformen und Lebensstilen oder …


Wie und warum es zu solch neuen Wohnformen kommt, erörtern die Autoren in der "Einleitung" zum Springer-Fachbuch "Neue Wohnformen – gemeinschaftlich und genossenschaftlich". Darin schreiben sie unter anderem: "In Städten und auch kleineren Gemeinden ist als Reaktion auf soziale Veränderungen und bauliche Defizite seit Jahren ein Anstieg von Baugruppen und gemeinschaftlichen Wohnprojekten zu verzeichnen." In diesen Wohnprojekten würden starke räumliche und soziale Beziehungen angestrebt, die zugleich Ausgangspunkt für Selbstbetätigung und der Selbstverwirklichung sein sollen.

Die Suche nach Lebensqualität

Auch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt kommt zu dem Ergebnis, dass die neuen Wohnformen aus der Frage nach der Lebensqualität entspringen würden, in denen unterschiedlichste Aspekte miteinander verbunden werden: ein selbstbestimmtes und gemeinschaftliches Wohnen in bezahlbarem Raum, verbunden mit dem Wunsch, Umwelt und Ressourcen zu schonen. So heißt es auch im Kapitel "Die Wohnungsfrage in der Stadterneuerung" des Springer-Fachbuchs "Stadterneuerung im vereinten Deutschland – Rück- und Ausblicke", dass die alten genossenschaftlichen Prinzipien besonders geeignet scheinen, um auf die aktuellen Bedarfe einer sozialen Wohnungsversorgung zu reagieren.

Im Projekt WohnMobil hat ein Forschungsteam unter der Leitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung in Kooperation mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und dem Öko-Institut über einen Zeitraum von drei Jahren mehrere solcher Initiativen in Reallaboren begleitet. Dabei wurden die Organisations- und Geschäftsmodelle von wohnbegleitenden Dienstleistungen auf ihr Nachhaltigkeitspotenzial und ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit hin untersucht.

Partizipative Planung gekoppelt an externe Fachberatung

Die Auswertung der Reallabore hätte gezeigt, dass der Mehrwert gemeinschaftlicher Wohnformen hinsichtlich der Aspekte Ökologie, Soziales und Ökonomie vielschichtig und auch für klassische Wohnungsunternehmen relevant sei. Und die erfolgsversprechenden Konzepte müssten raus aus der Nische, denn sie könnten einen Anteil zur Transformation des Bauens, Wohnens und zur Mobilität leisten.

Als besonders attraktiv sind übrigens die Angebote bewertet worden, die im Zuge einer partizipativen Planung entstanden und von einer externen Fachberatung sowie einer professionellen Moderation begleitet worden sind. Wohnungsunternehmen und Wohninitiativen sollten daher wohnbegleitende und nachhaltige Angebote in ihre Organisations- und Geschäftsmodelle integrieren, um sie nachhaltig zum Erfolg zu führen.

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