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17.04.2019 | Immobilienmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Mikroapartments sind im Kommen

Autor:
Christoph Berger

Mikroapartments gelten als großer Trend im Bereich des urbanen Wohnens und verzeichnen laut einer aktuellen Cushman & Wakefield-Marktstudie einen enormen Aufschwung. Die Zielgruppe für die Kleinstwohnungen ist breit gefächert.

Die Analysen für die Marktstudie "Mikroapartments – ein neuer Stern am Immobilienmarkt" haben ergeben, dass Mikroapartments vor allem in den vom Wohnungsmangel betroffenen Großstädten stark im Kommen sind. Allerdings ist der Mangel an Wohnraum nicht der einzige Grund für die zunehmende Nachfrage. Unterstützt wird der Trend auch durch das sich wandelnde Idealbild von modernem Wohnen. So sind Studierende zwar noch eine der Hauptzielgruppen in der Assetklasse, längst aber nicht mehr die alleinige. Auch junge Berufstätige und Berufspendler werden von der Wohnform angesprochen. "Um den Wohnansprüchen der sogenannten Digital Natives gerecht zu werden, passen Anbieter von Mikroapartments ihr Angebot fortlaufend an. So existieren bereits Betreiber, die den Gedanken an Community und Nachhaltigkeit in den Fokus rücken", sagt Andreas Polter, Head of Residential Portfolio Investment bei Cushman & Wakefield. Das Angebot reiche dabei von Nachhaltigkeitsprojekten über Event-Veranstaltungen bis hin zu Gemeinschaftsräumen und -küchen, die das Zusammenkommen von Mietern fördern.

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Das Transaktionsvolumen steigerte sich von 2017 auf 2018 um 85 Prozent

Auch für die Cushman & Wakefield-Studie wurde das klassische Mikroapartment definiert: Die Größe der Apartments liegt zwischen 20 und 35 Quadratmetern inklusive Badezimmer und Küchenzeile, sie sind gut an den Nahverkehr angebunden und sie befinden sich überwiegend in Metropolen oder Universitätsstädten. Typischerweise werde eine All-in-Miete erhoben, heißt es weiter, über die sämtliche Betriebskosten, Strom, Möblierung, WLAN und teilweise auch Bettwäsche abdeckt werden.

Vor allem in den Städten Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main sowie deren Peripherie seien in jüngster Vergangenheit Mikroapartments realisiert worden. Dabei erfuhr die Immobilienklasse von 2017 auf 2018 eine 85-prozentige Steigerung. 2018 betrug das Transaktionsvolumen für Mikroapartments 1,5 Milliarden Euro, 2017 noch 810 Millionen Euro. Damit ist Deutschland nach Großbritannien der zweitgrößte Markt in Europa hinsichtlich der Investitionen. Prognosen, dass 2035 etwa 44 Prozent der Haushalte Singlehaushalte sein werden, könnten die Wohnform auch zukünftig immer attraktiver werden lassen – ebenso die immer älter werdende Gesellschaft. "Wenn bei Neubauprojekten bereits vor Planungsbeginn Themen wie Barrierefreiheit berücksichtigt werden, steht einer späteren unkomplizierten Umnutzung für andere Nutzergruppen nichts im Wege", erklärt Simon Jeschioro, Head of Investment Advisory bei dem Immobilienberatungsunternehmen.

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