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31.08.2017 | Immobilienwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Servicewohnen für Senioren

Autor:
Christoph Berger

Um den Markt an seniorenorientiertem Servicewohnen transparenter zu machen, entwickelte die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) ein "Klassifizierungssystem zur Beurteilung von Angeboten des Servicewohnens für Senioren".

Laut der Kompetenzgruppe Serviceimmobilien in der gif stellt sich der Markt an seniorenorientiertem Servicewohnen bis heute sehr heterogen und undurchschaubar dar. Dies mache es für potentielle Nutzer extrem schwierig, ein auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmtes Wohnangebot zu finden – zumal es auch keine definitorischen Abgrenzungen zwischen den verschiedenartigen Wohnangeboten gebe. So reiche die Angebotspalette vom klassischen barrierefreien Mehrfamilienhaus mit optionalen Serviceangeboten bis hin zu einer luxuriösen Servicewohneinrichtung, die den Bewohnern ein fast hotelähnliches Serviceangebot bereitstelle.

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Zwar sei mit der DIN 77800 bereits 2006 ein Maßstab entwickelt worden, der das "Betreute Wohnen für ältere Menschen" erstmalig hinreichend konkretisiere, allerdings würden dort nur Mindeststandards festgelegt. So heißt es im Kapitel "Einordnung und Übersicht einschlägiger Normen, Konzepte und Verfahren im Gesundheitswesen" des Springer-Fachbuchs "Qualitäts- und Risikomanagement im Gesundheitswesen": "Die Dienstleistungs-Norm DIN 77800 als ein bundesweit einheitliches Instrument für Kunden, Dienstleister und Bauträger zur freiwilligen Qualitätssicherung im Marktbereich 'Betreutes Wohnen' definiert Mindestqualitätsstandards." Diese würden den Anbietern Orientierung für die bereitzustellenden Leistungen geben, inklusive Maßstab für die Qualitätssicherung und den Interessenten/Verbrauchern eine Leistungstransparenz des Wohnangebotes und Richtschnur bei der Marktorientierung. So sind Schwerpunkte der Norm die Transparenz des Leistungsangebotes, die zu erbringende Dienstleistung (Grundleistungen, allgemeine Betreuungsleistungen und Wahlleistungen, weitergehende Betreuungsleistungen), Wohnangebot, zielgruppenorientierte Vertragsgestaltung, Informationsgestaltung sowie gesicherte Qualität.

Vergeben werden ein bis fünf Sterne

Doch die gif geht mit ihrem Klassifizierungssystem noch weiter. So sollen potentiellen Nutzern beziehungsweise Senioren sowie ihren Angehörigen Empfehlungen zur Verfügung gestellt werden, die die Suche und Auswahl eines den persönlichen Erfordernissen adäquaten Wohnangebotes erleichtern. Auch Projektentwickler, Investoren und Betreiber sollen mit dem System ihre Projekte und Wohnangebote zieladäquater ausrichten können. Somit würden sie Sicherheit im Hinblick auf die qualitätsstufenimmanenten Anforderungen gewinnen. Und schließlich könnten auch Investoren und Banken die mit der Klassifizierung verbundenen Checklisten als Richtlinie bei der Beurteilung von zu finanzierenden oder zu akquirierenden Objekten nutzen.

Analog zu DEHOGA-Hotelklassifizierung basiert das seniorenorientierte Klassifizierungssystem auf fünf verschiedenen Qualitätsstufen – vergeben werden ein bis fünf Sterne. Während ein Stern noch unterhalb der DIN 77800 platziert ist und eine Erweiterung des barrierefreien Wohnens mit Low-Service abbildet, richteten sich fünf Sterne an die Einstufung von luxuriösen Wohnstiften oder Service- beziehungsweise Senioren-Residenzen.

Dabei basiert das Klassifizierungssystem auf einem Kriterienraster, in dem die Kategorien "Standort", "Gebäude" und "Service" bewertet werden. Abgefragt werden dazu eine Vielzahl von Einzelkriterien, die entweder Teilaspekte beschreiben, die vorhanden sein müssen oder in mehreren Qualitätsstufen ausgeprägt sind. Insgesamt werden 303 Einzelkriterien überprüft.

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