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18.11.2016 | Immobilienwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Digitalisierung wird Kernkompetenz

Autor:
Christoph Berger

Die etablierten Unternehmen der Immobilienwirtschaft sehen in der Digitalisierung keine Bedrohung ihrer Geschäftsmodelle. Die Proptechs sehen das etwas anders.

Laut den Ergebnissen einer im Oktober 2016 vom ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss gemeinsam mit Ernst & Young (EY) Real Estate veröffentlichten Studie, ist die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft nicht mehr nur ein Thema der Proptechs – also der technologiegetriebenen Start-ups mit Immobilienbezug –, sondern auch bei 90 Prozent der klassischen Branchenunternehmen. Die Informationstechnologien werden zudem immer weniger als reine Supportfunktion bewertet, sie steigen zur benötigten Kernkompetenz auf.

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Digitalisierung der Immobilienwirtschaft: Stand und Perspektiven

Am Thema Digitalisierung scheiden sich die Geister. Die einen beschwören umstandslos den „Megatrend“, die anderen weisen nicht zu Unrecht darauf hin, dass die Digitalisierung der Bau- und Immobilienbranche seit mindestens 15 Jahren anhält und damit g


Prinzipiell sehen die etablierten Immobilienunternehmen in der Digitalisierung einen Mehrwert: eine höhere Effizienz für ihre Kernprozesse. Dass ihnen dabei der Rang von den Proptechs abgelaufen wird, denken allerdings nur 14 Prozent der insgesamt 152 befragten Unternehmen. Ihrer Meinung nach würden auch die Start-ups zur eigenen Effizienzsteigerung beitragen. Die jungen Unternehmen bewerten die Situation logischerweise etwas anders. 63 Prozent von ihnen sind der Meinung, die klassische Immobilienwirtschaft herausfordern zu können.

Konkurrenz oder Kooperationen?

Vor diesem Hintergrund plädiert der ZIA für Kooperationen zwischen beiden Seiten – eine Form der Zusammenarbeit, die nach Aussage des ZIA-Innovationsbeauftragten Martin Rodeck bislang jedoch noch nicht ausreichend genutzt werde. So hätten die jungen Unternehmen der Immobilienwirtschaft bei der Digitalisierung derzeit einen klaren Vorsprung. In der Zusammenarbeit könnten sie jedoch nicht nur von Investitionen der etablierten Unternehmen profitieren, sondern auch vom Informationsaustausch und deren Netzwerken.

In der Studie wurden die Unternehmen zudem zu den für die Digitalisierung maßgeblichen Bereichen befragt: Hinsichtlich der Datenstrukturierung, Big Data/Data Mining, Mobility/mobile Arbeitsgeräte und Cloud-Technologien sind Proptechs und klassische Immobilienunternehmen gleicher Meinung – diese Bereiche sind für beide Seiten relevant. So heißt es auch im Kapitel "Digitalisierung der Immobilienwirtschaft: Stand und Perspektiven" im Springer-Fachbuch: "IT-Management Real Estate": "Wenn zwei Informationen wertvoller sind als eine, und vier wertvoller als zwei, dann lässt sich ungefähr ermessen, welches Wertschöpfungspotential die Digitalisierung besitzt. Digitalisierung mag an sich nichts Neues sein, neu ist jedoch die Menge an Informationen, die mittlerweile verfügbar ist." Bei den Themen Smart Contracts, künstliche Intelligenz oder Augmented Reality sehen die Proptechs hingegen oft ein größeres Potenzial.

Erhebliche Veränderungen

Doch sind die Folgen der digitalen Transformation schon heute für die Branche absehbar? Christian Schulz-Wulkow, Leiter des Immobiliensektors in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei EY, sagt: "Digitalisierung wird die Immobilienwirtschaft noch erheblich stärker verändern, als wir uns das heute auch nur annähernd vorstellen können – eine neue Realität, in der clevere Outsider drohen, mit neuen Businessmodellen ins angestammte Geschäft einzudringen." Dabei würden sich nicht nur die Unternehmen selbst verändern, sondern auch die Immobilien, die sie erstellen, finanzieren, vermarkten oder vermieten.

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