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07.10.2021 | Immobilienwirtschaft | Nachricht | Onlineartikel

Neue Nutzungskonzepte bei Gewerbeimmobilien gesucht

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2 Min. Lesedauer

Bei Immobilien-Gesellschaften stehen die Zeichen laut einer aktuellen Analyse wieder auf Wachstum. Dennoch haben Gewerbeimmobilien das Vorkrisenniveau noch nicht ganz erreicht. Gefragt sind vor allem Ideen gegen den Leerstand von Büros und Handelsflächen.

Mit 448 Punkten weist der Branchenindex für deutsche Wohnimmobilien-Gesellschaften von Pricewaterhouse Coopers (Pwc) einen neuen Spitzenwert aus. Auch Gewerbeimmobilien erholen sich langsam und liegen mit 346 Zählern fast wieder auf Vorkrisenniveau. In beiden Segmenten liegt das Plus bei sieben Prozent. Der monatliche Monitor basiert auf einer Datenanalyse von 19 börsennotierten Immobilienunternehmen in Deutschland.

"Börsennotierte Immobilienunternehmen sind sehr unterschiedlich von der Corona-Pandemie betroffen. Während die Halter von Wohnimmobilien nach dem Scheitern des Mietendeckels wieder mehr profitieren, leiden die Gewerbeimmobilienhalter durch Ladenschließungen und anhaltendes Arbeiten im Homeoffice stärker unter der Krise. Aber auch in diesem Segment setzt sich die Erholung, die bereits Ende 2020 begann, fort", erläutert Pwc-Senior-Manager Patrick Lehmann das aktuelle Ergebnis des Index.

Gegenüber Ende 2020 haben sich die Marktbewertungen sowohl bei den Gewerbeimmobilien als auch bei den Wohnimmobilien um 9,5 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent verbessert. Als Grundlage hierfür nutzt die Analyse den sogenannten FFO Multiple, der der Kennzahl "Funds from Operations" (FFO) dem Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit gegenüberstellt.

Leerstandsgefälle zwischen Wohn- und Gewerbeimmobilien

Bei den durchschnittlichen Leerstandsquoten weist der Monitor einen deutliche Unterschied zwischen Wohn- und Gewerbeimmobilien aus. Während diese im Wohnbereich weiter rückläufig ist, stieg sie bei den Gewerbeimmobilien an. Im zweiten Quartal standen im marktwertgewichteten Schnitt 7,5 Prozent der Gewerbeflächen leer. Vor der Krise lag dieser Wert im Schnitt bei rund sechs Prozent.

"Viele Unternehmen planen derzeit, ihre Bürokonzepte anzupassen, weil auch nach der Pandemie ein Teil ihrer Mitarbeiter zeitweise aus dem heimischen Büro arbeiten wird", prognostiziert Dirk Hennig, Partner bei Pwc Deutschland." Außerdem haben in der Pandemie verstärkt Geschäfte, insbesondere in den Innenstädten, aufgeben müssen. "Entsprechend erwarten wir auch hier neue Konzepte, aber auch Nutzungsänderungen, gerade bei Handelsflächen. Ein Zurück zu Nutzungskonzepten wie vor der Krise wird es nicht geben."

Menschen suchen Wohnimmobilienn mit Platz zum Arbeiten

Bei Wohnimmobilien sind die marktwertgewichteten Leerstandsquoten im zweiten Quartal im Durchschnitt auf 2,5 Prozent gesunken. Vor der Pandemie lagen sie bei rund 3,2 Prozent: "Die Nachfrage nach attraktiven Immobilen ist groß, auch weil viele Menschen derzeit eine größere, komfortablere Bleibe suchen - gerne abseits der großen Ballungszentren“, so Pwc-Experte Lehmann. Dabei sollen die eigenen vier Wände ausreichen Platz zum Leben und Arbeiten bieten.

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