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03.05.2016 | Immobilienwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Die Digitalisierung der Immobilienwertschöpfungskette

Autor:
Christoph Berger

Was der Finanzbranche ihre Fintechs, sind die Proptechs in der Immobilienbranche. Doch mischen die Immobilien-Start-ups tatsächlich schon die Branche auf?

"Die Fintechs, wie die technologiegetriebenen Newcomer der Finanzbranche genannt werden, greifen in allen Bereichen an, die eine traditionelle Bank bietet. Die jungen Wilden picken sich meist nur einen kleinen Teil der Wertschöpfungskette heraus." So wird die Situation im Kapitel "Kampf oder Kooperation – Das Verhältnis von jungen Wilden und etablierten Geldinstituten" im Springer-Fachbuch "Multi- Omnichannel-Management in Banken und Sparkassen" beschrieben. Und die Konzentration auf ein Segment zahlt sich aus. So sagt Frank Schwab, Veranstalter des Fintech Forums DACH, über die Finanz-Start-ups: "Sie sind in allen Dimensionen besser: im Kundenzugang, im Marketing, in der Abwicklung, der Automatisierung und der Technologie." Warten die etablierten Unternehmen zu lange, sind die Angreifer nicht mehr einzuholen, warnt der Experte.

Auch die europäische Immobilienbranche ist von einer Segmentierung entlang der Wertschöpfungskette, Standortbesonderheiten sowie länderspezifisch rechtlichen und bautechnischen Gegebenheiten gekennzeichnet. Und auch in ihr finden sich bereits Start-ups, die sogenannten Proptechs. Ihr Ziel ist es – vor allem aufgrund des sich verändernden Digitalisierungsverständnisses – die Branche grundlegend zu verändern.

Digitalisierung steckt in den Kinderschuhen

Die Chancen dafür scheinen nicht schlecht. So sieht Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella, das Digitalisierungsverständnis der Immobilienwirtschaft in Kontinentaleuropa noch in den Kinderschuhen. Die Bereitschaft sich mit dem Thema entlang der Wertschöpfungskette auseinanderzusetzen ist nach seiner Meinung noch sehr heterogen.

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Zwar schätzt er, dass nach 1,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 dieses Jahr schon 2,3 Milliarden Dollar in die globale Entwicklung von Proptech- Unternehmen fließen, doch 75 Prozent des Investmentkapitals würden dabei aktuell auf die USA und China entfallen. In Europa führe Großbritannien mit drei Prozent des Volumens – mehr als alle anderen europäischen Länder zusammen (2,4%).

Nur mäßige Datenverfügbarkeit

Allerdings müssen laut Catella die Spezifika der Immobilienbranche berücksichtigt werden. So erfolge der derzeitige Ansturm der Proptechs vor allem in den Teilsegmenten Crowdfunding und Immobilien-Vermittlungsplattformen. Sie würden ein erstes Produktangebot im aktuellen Wettbewerb darstellen. Doch prinzipiell ist der Weg zu einer echten Marktveränderung laut Beyerle noch weit. Dies liege vor allem daran, dass den meisten Proptechs schlicht noch der Zugang zur Industrie fehle.

Auch das strukturelle Defizit der Datenverfügbarkeit, um die Geschäftsmodelle mit Leben füllen zu können, hindere die jungen Unternehmen noch am Durchbruch. Doch wie lange noch? So heißt es im Kapitel "Digitalisierung der Immobilienwirtschaft: Stand und Perspektiven" im Springer-Fachbuch "IT-Management Real Estate": "Wenn zwei Informationen wertvoller sind als eine, und vier wertvoller als zwei, dann lässt sich ungefähr ermessen, welches Wertschöpfungspotential die Digitalisierung besitzt. Digitalisierung mag an sich nichts Neues sein, neu ist jedoch die Menge an Informationen, die mittlerweile verfügbar ist. Diese Menge erhöht sich laufend exponentiell."

Schließlich dürfe laut Beyerle aber auch nicht die innere Entwicklungskraft der Immobilienbranche selbst unterschätzt werden. Gleichwohl sei der Weg zum "pay per use" für Flächen schon heute absehbar. Darauf sollten sich Dienstleistungsanbieter zu allererst einstellen.

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