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12.10.2017 | Immobilienwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft schreitet voran

Autor:
Christoph Berger

Die Mehrzahl der Immobilienunternehmen befindet sich bei der digitalen Transformation in der Etablierungs- oder Entwicklungsphase. Doch bei unternehmensübergreifenden Strategien und dem Personal hapert es laut einer Studie noch.

Die Zeichen der Zeit sind erkannt: Eine gemeinsam vom ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. und der Beratungsgesellschaft EY Real Estate durchgeführte Befragung im immobilienwirtschaftlichen Umfeld kommt zu dem Ergebnis, dass 90 Prozent der Unternehmen die Digitalisierung als sehr relevantes Handlungsfeld identifiziert haben. Und nicht nur das. Über drei Viertel der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie sich derzeit bereits in der Etablierungs- beziehungsweise Entwicklungsphase befinden – an Lösungen arbeiten, die über das reine Beobachten und Experimentieren mit isolierten Einzellösungen hinausgehen. Sechs Prozent der Befragten gaben an, sogar bereits vollständig digital aufgestellt zu sein.

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Digitalisierung der Immobilienwirtschaft: Stand und Perspektiven

Am Thema Digitalisierung scheiden sich die Geister. Die einen beschwören umstandslos den „Megatrend“, die anderen weisen nicht zu Unrecht darauf hin, dass die Digitalisierung der Bau- und Immobilienbranche seit mindestens 15 Jahren anhält und damit g


Dies wird auch in den Investitionen in digitale Technologien sichtbar. So investieren die etablierten immobilienwirtschaftlichen Unternehmen fünf Prozent des Jahresumsatzes in Digitalisierungsmaßnahmen, die sogenannten Proptechs, also Start-ups mit immobilienwirtschaftlichem Geschäftsmodell, sogar 62 Prozent. Bei der Gesamtheit der Befragten beträgt der Durchschnitt der für Digitalisierung aufgewendeten Jahresumsätze elf Prozent. Haupttreiber sind dabei Investoren, Projektentwickler und Planer. Bei ihnen werden auch die größten Veränderungen bei den Geschäftsmodellen erwartet.

Hindernisse und Treiber der Digitalisierung

Doch trotz aller Veränderungsbereitschaft sehen die Unternehmen auch einige Hindernisse bei der Umsetzung. 72 Prozent der Befragten nennen hierbei mangelnde personelle Ressourcen. Hier kommen mit dem Fachkräftemangel, der demografischen Entwicklung und der Digitalisierung gleich drei Riesenherausforderungen parallel auf die Unternehmen zu. Und auch, wenn man der Umsetzung über die Implementierung von Einzellösungen hinausgekommen ist: 66 Prozent gaben an, dass es an einer unternehmensübergreifenden Digitalisierungsstrategie fehlt. 65 Prozent bemängelten darüber hinaus eine mangelhafte Datenqualität- und Struktur, 58 Prozent den Einsatz veralteter und nicht integrierter Software.

Dabei so ZIA und EY Real Estate stelle die Digitalisierung ein Querschnittsthema dar, das alle Unternehmensbereiche betreffe: unternehmensinterne Prozesse, Schnittstellen zu externen Dienstleistern, eigene Produkte und Dienstleistungen. Die digitale Transformation sei daher Aufgabe für die höchste Hierarchieebene. Außerdem brauche es Zusammenarbeit. Wenn jeder nur seine eigenen Vor- und Nachteile sehe und dadurch übergreifende positive Effekte verhindert würden, blockiere man sich gegenseitig. Die Branche benötigt demnach ein Leitbild.

Technologien für das Jetzt und die Zukunft

Schließlich wurde in der Befragung noch nach Technologien für die Gegenwart und nahe Zukunft, nach Technologien mit mittelfristigem sowie langfristigem Potenzial gefragt. Für die Gegenwart und nahe Zukunft sehen die Befragten vor allem im Einsatz mobiler Arbeitsgerät und Cloud-Technologien die größten Potenziale. Big Data, Data Mining und Data Analytics, werden auf mittelfristige Sicht zunehmen – ein dafür grundlegendes Feld sei Smart Metering, insbesondere zur Datengenerierung. In mittlerer Zukunft werden außerdem Virtual beziehungsweise Augmented Reality sowie der 3D-Druck an Bedeutung gewinnen. Und auf lange Sicht werden in Blockchain-Technologie, der künstlichen Intelligenz und bei Robotics große Potenziale gesehen.

Als Technologien, die an der Immobilie selbst ansetzen, nannten die Umfrageteilnehmer beispielsweise Smart Metering, Predictive Maintenance, Sharing Economy, KI und BIM genannt. Vom Smart Metering-Einsatz versprechen sich 80 Prozent Potenzial zur Kostenreduktion. Gleichzeitig bilde dies die Basis für Predictive Maintenance. Für 75 Prozent der Befragten kann die Implementierung von Robotics und KI beachtlich zur Optimierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen beitragen. Und BIM ermöglicht für 70 Prozent der Befragten erst die Automatisierung von Prozessen. Zudem sei dies eine Methode, die zu Kosteneinsparungen führe und für die Belastbarkeit von Entscheidungen und Vorhersagen von großer Bedeutung sei. Um die "Digitalisierung der Immobilienwirtschaft: Stand und Perspektiven" geht es auch im gleichnamigen Kapitel des Springer-Fachbuchs "IT-Management Real Estate".  

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