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11.05.2016 | Immobilienwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Führungsfrauen in Immobilienunternehmen

Autor:
Christoph Berger

Die Mehrzahl der deutschen Immobilienunternehmen bewertet einen ausgeglichenen Anteil von Frauen und Männern in Führungspositionen als positiv. Doch einen Plan zur Erreichung dieses Ziels haben die wenigsten.

Zwar sind 83 Prozent der deutschen Immobilienunternehmen der Meinung, dass sich ein ausgeglichener Anteil an Frauen und Männern in Führungspositionen langfristig erfolgsfördernd auf ein Unternehmen auswirkt – 63 Prozent erwarten zudem, dass das Thema "Frauen in Führungspositionen" in den nächsten Jahren hinsichtlich der Unternehmensstrategie an Bedeutung gewinnen wird –, doch die Realität spiegelt diese Ansichten noch nicht wider.

Es liegen kaum Umsetzungspläne vor

So besitzen derzeit gerade mal rund 19 Prozent der deutschen Immobilienunternehmen einen verbindlichen Umsetzungsplan zur Erhöhung ihres eigenen Frauenanteils. Bei knapp 70 Prozent der Unternehmen liegt ein solcher Plan überhaupt noch nicht vor. Dies sind Ergebnisse aus einer Umfrage zur aktuellen Situation von Frauen in der Immobilienbranche, die der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. und die Initiative Corporate Governance der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG) unter ihren Mitgliedsunternehmen und -verbänden durchgeführt haben.

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"Bei der Partizipation und der Präsenz von Frauen in Führungspositionen deutscher Immobilienunternehmen stehen wir noch am Anfang eines langen Wegs", sagt daher auch Bärbel Schomberg, Vizepräsidentin des ZIA und langjährige Vorstandsvorsitzende der ICG. Es gelte, den Prozess mit innovativen Ideen voranzutreiben. Welche das sein können, wird unter anderem im Kapitel "Aktuelle Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen" im Springer-Fachbuch "Die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen" beschrieben.

Investitionen in die Aus- und Weiterbildung

Laut den ZIA- und ICG-Analysen liegt der Anteil von Frauen in den ersten beiden Führungsebenen der Immobilienunternehmen bei rund 15,3 Prozent. Erst ab der dritten Führungsebene wird die Situation etwas ausgeglichener: Dort liegt der Anteil von Frauen derzeit bei 27,6 Prozent. Zudem findet laut der Umfrage aktuell nur ein geringer Teil von Studienabsolventinnen den Weg in die Immobilienwirtschaft. Sowohl der Anteil weiblicher Fachkräfte bei Neueinstellungen nach einer Ausbildung als auch nach einem Hochschulabschluss liegt unter 40 Prozent.

Vor diesem Zahlenbild nennt Schomberg vor allem den Bereich der Aus- und Weiterbildung als wichtige Stellschraube. In den Unternehmen selbst müsse mit der Förderung begonnen werden. Die derzeit von Immobilienunternehmen am häufigsten genutzten Maßnahmen sind flexible Arbeitszeit- und Arbeitsplatzmodelle, Talent-Pools zur Identifikation von potentiellen Führungskräften, die Unterstützung bei der Kinderbetreuung sowie die Förderung und Wiedereingliederung von Rückkehrerinnen aus der Elternzeit.

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