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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Vorwort

Vorwort

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit beruht auf empirischen Daten, die im Rahmen des Forschungsprojektes “Arbeit und Leistung in lokalen Beschäftigungsinitiativen (ALLBI)” an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Bremen im Frühjahr 1987 erhoben wurden. An der Datenerhebung, Vorbereitung der Untersuchung und ersten Auswertung waren neben mir und einigen Mitarbeitern aus dem Netzwerk Selbsthilfe Bremen — Nordniedersachsen vor allem Jürgen Sosna und Silvia Schlake beteiligt. Die inhaltliche Auswertung und Aufbereitung der mit dem Abschlußbericht (vgl. Effinger u.a. 1988) vorgelegten Daten konnte ich im Forschungsprojekt “Arbeit und Bildung im intermediären Sektor” (ABIS) des Forschungsschwerpunktes “Arbeit und Bildung” an der Universität Bremen mit Klaus Körber, Reiner Drechsel und Bodo Voigt fortsetzen.
Herbert Effinger

Einleitung

1. Problemstellung: Ende oder Wende Alternativer Arbeits- und Angebotsformen

Zusammenfassung
Als die Grundlegungen für diese Untersuchung Mitte der achtziger Jahre geschaffen wurden (vgl. Effinger/Sosna/Schlake 1988: 4), befand sich die sog. Alternativbewegung in einer allgemeinen Identitätskrise. Der anfänglichen Euphorie in der “alternativen Szene” folgte Ernüchterung. Statt eines unaufhaltsamen Aufstiegs des “alternativen Sektors”1 nahm die Zahl der Neu-gründungen immer mehr ab, wurden die Ansprüche immer bescheidener und pragmatischer, blieben quantitativ nennenswerte Entlastungen auf dem regulären Arbeitsmarkt aus und die Projekte hingen am Tropf öffentlicher Subventionen und kommunaler Beschäftigungsprogramme. Die Vorstellung von einer “Alternativen-Ökonomie”, von einer anderen Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensweise jenseits von Markt und Staat, jenseits entfremdeter und asozialer, industrieller Arbeitsformen und bürokratischer Bevormundung geriet zunehmend an ihre objektiv ökonomischen und subjektiv menschlichen Grenzen.
Herbert Effinger

Anlage der Empirischen Untersuchung

2. Anlage und Methodisches Vorgehen

Zusammenfassung
Sozialwissenschaft ist eine reflexive Wissenschaft, die mit Beobachtung, Analyse, Interpretation und Bewertung auf gesellschaftliche Phänomene reagiert, um sie zu erklären und gegebenenfalls auf sie Einfluß zu nehmen. Der Streit um die Methoden der Sozialwissenschaft setzt i.d.R. dort an, wo es darum geht, ob und wie und vor welchem Hintergrund auf den Untersuchungsgegenstand Einfluß genommen werden soll. Auch Sozialwissenschaft, die darum bemüht ist, das Herrschaftsverhältnis zwischen Subjekt und Objekt der Forschung abzubauen bzw. zu relativieren, setzt sich der Gefahr der Instrumentalisierung aus. Bei den aus der Kritik an einer wertneutralen vermeintlich objektiven empirischen Sozialforschung entstandenen Ansätzen, wie Aktions- und Handlungsforschung, handlungsorientierter Forschung und Betroffenen- oder auch Selbstforschung, wird m.E. auf ideologischer Basis oft eine Gleichsetzung der Interessen von Forschern und Erforschten unterstellt, für die man parteilich und z.T. stellvertretend die Interessen wahrnehmen möchte. Ein solches Vorgehen muß nicht bewußt erfolgen, sondern kann sich, bei zeitweilig mangelnder Distanz, quasi von selbst ergeben. Zu dieser Gefahr zählt auch der Versuch, die “Betroffenen” auf einer abstrakten Ebene zu egalisieren und einen neuen Mythos von den Betroffenen zu schaffen.
Herbert Effinger

3. Exkurs: Lokale Beschäftigungsinitiativen und Arbeitsmarkt

Zusammenfassung
Zur besseren Einordnung der Untersuchungsergebnisse werden hier zunächst allgemeine Probleme des strukturellen Wandels und ihre Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt dargestellt und mit der konkreten Bremer Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik in Beziehung gesetzt.
Herbert Effinger

Empirie

4. Vom Bedarf zum Angebot — Bedingungen und Wandel Alternativer Projekte Zwischen Markt, Staat und Eigeninteressen

Zusammenfassung
Für die Entwicklung der industriekapitalistischen Gesellschaft gilt allgemein, daß sich die Sphären von Markt und Staat auf Kosten der privaten Haushalte und primären Solidargemeinschaften ausgebreitet haben. Die Vergesellschaftung materieller und sozialer Risiken durch sozialstaatliche Regelungen und die “Kolonialisierung der Lebenswelt” durch die Systeme von Markt und Staat (Habermas 1985: 173) ist gleichzeitig durch die “Individualisierung der Lebenslagen” gekennzeichnet (Beck 1986: 205 ff). Traditionelle Solidargemeinschaften haben immer häufiger nur noch eine zeitlich begrenzte Dauer (z.B. die Ehe) und verHeren an langfristiger Bindekraft.
Herbert Effinger

5. Vom Ehrenamt zum Arbeitsamt — Bedingungen und Wandel Bezahlter und Unbezahlter Arbeit

Zusammenfassung
Die Ausführungen im vorhergehenden Kapital waren primär auf die Entstehung der Projekte und ihrer Angebote sowie ihre besondere Stellung gegenüber traditionellen Einrichtungen des Staates oder marktorientierten Betrieben gerichtet Die Entwicklung von außerhalb der klassischen Sphären von Markt und Staat entstandenen Projekten wurde vor dem Hintergrund des Bedarfs an bestimmten Angeboten und ihrer ökonomischen und rechtlichen Grundlagen beschrieben. Diese Entwicklung ist von einer allmählichen Integration in die klassischen Versorgungssysteme des öffentlichen Dienstes oder des Marktes gekennzeichnet. Bei den subventionsabhängigen, nicht erwerbs-wirtschafüichen Projekten vollzieht sich dieser Integrationsprozeß als ein allmählicher Einbau in das System der öffentlichen Versorgung mit gesellschaftlich notwendigen oder erwünschten Angeboten in Ergänzung zu den großen öffentlichen und freien Trägern. Die zunehmende Konkurrenz mit den traditionellen, freien Trägern um die begrenzten öffentlichen Zuschüsse und die Abhängigkeit von stattlich-kommunalen Instanzen, bringt sie gleichzeitig in Kooperationsverhältnisse mit diesen traditionellen Institutionen. Die erwerbswirtschaftlichen und marktorientierten Projekte konkurrieren zunehmend mit traditionellen Anbietern um vergleichbare Angebote.
Herbert Effinger

6. Von der Egalisierung zur Individualisierung, Bedingungen und Wandel der Verteilung von Arbeit, Einkommen und Macht

Zusammenfassung
In den vorhergehenden Kapiteln wurde gezeigt, wie vor dem Hintergrund sich wandelnder individueller Ansprüche und objektiver Zwänge aus Initiativen zur Beseitigung gesellschaftlicher und infrastruktureller Mängel Institutionen entstanden, in denen aus einem konkreten gesellschaftlichen Bedarf Berufe bzw. Arbeitsplätze hervorgingen und wie sich die Interessen der professionellen Erwerbsarbeiter gegenüber den unbezahlten Eiganarbeitern einerseits und gegenüber den Konsumenten andererseits immer mehr durchgesetzt haben. Je nach Angebot und Tätigkeitsbereich integrieren sich die Projekte mehr oder weniger in die traditionellen Versorgungssysteme von Staat und Markt, gegebenenfalls unter Aufgabe bzw. Relativierung ihrer alternativen Ansprüche. Der zunehmenden Integration der Projekte entspricht die zunehmende Professionalisierung der Arbeits- und Angebotsformen. Vor dem Hintergrund zunehmend langfristiger Erwerbsorientierungen bei den Mitarbeitern werden meist nur temporär aufstehende Selbsthilfeaktivitäten immer mehr durch professionelle und kontinuierlich angebotene Dienstleistungen ersetzt. Im Konflikt zwischen den Produzenten- und Konsumenteninteressen setzen sich auch in den alternativen Projekten die Produzenteninteressen immer mehr durch und bestimmen zunehmend die Bedingungen der Entwicklung lokaler Beschäftigungsinitiativen.
Herbert Effinger

Resümee und Ausblick

7. Der Wandel Alternativer Arbeits- und Angebotsformen als Prozess der Integration, Differenzierung, Professionalisierung und Individualisierung

Zusammenfassung
In dieser Untersuchung wurden die Bedingungen alternativer Arbeits- und Angebotsformen am Beispiel lokaler Beschäftigungsinitiativen in Bremen untersucht. Vor dem Hintergrund der Ideengeschichte neuer sozialer Bewegungen und der ökonomischen Absicherung der Projekte und ihrer Mitarbeiter zeigen sich seit Anfang der achtziger Jahre vier wesentliche Entwick-lungslinien, die den Wandel der Projekte entscheidend geprägt haben und noch prägen.
Herbert Effinger

Backmatter

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