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08.11.2019 | Industrie 4.0 | Infografik | Onlineartikel

Digitale B2B-Plattformen in der Industrie

Autor:
Dieter Beste

Eine aktuelle Studie zeigt, dass digitale B2B-Plattformen in der deutschen Industrie angekommen sind: Schon jetzt nutzt ein Drittel aller Betriebe des verarbeitenden Gewerbes digitale Marktplätze.

Von einer Plattformökonomie wie im Konsumentenbereich ist die Industrie in Deutschland einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) zufolge jedoch noch weit entfernt. Für den Industriestandort Deutschland wird es entscheidend sein, in Zukunft diese neuen digitalen Wertschöpfungspotenziale zu nutzen, so die Autoren. In der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Auftrag gegebene Studie "Die volkswirtschaftliche Bedeutung von digitalen B2B-Plattformen im Verarbeitenden Gewerbe" unterstreichen sie allerdings, dass sich die Plattformen in den traditionellen Strukturen des Verarbeitenden Gewerbes etabliert haben: So nutzten 30 Prozent der Industriebetriebe Deutschlands im Jahr 2018 sogenannte Transaktions-Plattformen für den digitalen Produktvertrieb oder Internet of-Things (IoT)-Plattformen für digitale Dienstleistungen in der Produktion. Neun Prozent der Unternehmen nutzten sogar beide Plattformtypen. 

Aktuell lassen sich jedoch nur geringe Umsatzeffekte damit erzielen, lediglich avancierte Plattformnutzer weisen einen im Schnitt höheren Innovations- sowie Dienstleistungsumsatz auf als andere Betriebe. Aus den daraus entstehenden Umsatzeffekten lässt sich errechnen, dass das Plattformgeschäft einen Anteil von 1,5 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes ausmacht. 

Vier dringliche Handlungsfelder

Im Zuge der Digitalisierung ist es für den Industriestandort Deutschland wichtig, die digitalen Wertschöpfungspotenziale zu realisieren und die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes auf den digitalen Wandel vorzubereiten. Damit dieser gelingt, hat die Studie vier dringliche Handlungsfelder identifiziert. Dazu erläutert Studienleiter Christian Lerch: "Erstens müssen die Industriebetriebe einen kulturellen Wandel weg von einer rein produktzentrierten Sichtweise anstoßen und den ökonomischen Wert von Daten und digitalen Geschäftsmodellen erkennen. Zweitens müssen Plattformbetreiber transparente Governance-Strukturen mit attraktiven Angeboten kombinieren, um eine kritische Masse an Plattformnutzern zu erreichen. Drittens sollte sich eine politische Förderung nicht auf Einzelunternehmen konzentrieren, sondern vielmehr auf Netzwerke, um hohe Skaleneffekte zu erzielen. Und viertens gilt es Schnittstellen zwischen verschiedenen digitalen Plattformen zu schaffen und gezielt zu fördern."
 

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