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02.08.2017 | Industrie 4.0 | Kolumne | Onlineartikel

Gefahren für die Smart Factory

Autor:
Dietmar Schnabel

Die intelligente Fabrik ist längst nicht mehr nur noch Zukunftsmusik. Bei der digitalen Transformation lauern auf innovative Unternehmen und Branchen jedoch große Gefahren im Cyberspace. Ein Beitrag des IT-Security-Experten und Springer-Professional-Kolumnisten Dietmar Schnabel von Check Point.

Die deutsche Wirtschaft setzt auf Digitalisierung: Speziell im Bereich Produktion erhoffen sich IT-Entscheider durch die Vernetzung über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus neue Möglichkeiten und effizientere Prozesse. Natürlich ist das Potenzial von Industrie 4.0 riesig und die Vergleiche mit einer industriellen Revolution sind durchaus gerechtfertigt.

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Die Fähigkeit, neue Innovation zu integrieren ist von zentraler Bedeutung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Allerdings müssen bei der Adaption von neuen Technologien die Sicherheitsrisiken bedacht werden. Im Jahr 2010 wurde der Weltöffentlichkeit zum ersten Mal die Möglichkeit eines Angriffs auf Industrieanlagen vor Augen geführt. Der Wurm Stuxnet wütete im Iran und verursachte Millionenschäden. Der Vorfall war aber nur ein erstes Ausrufezeichen, denn die Angreifer haben ihre Angriffswerkzeuge weiterentwickelt. Inzwischen stellt jedes Industrienetzwerk ein potenzielles Opfer dar.

Ein aktuelles Beispiel ist CrashOverride, auch bekannt unter dem Namen Industroyer. Dahinter steckt eine ausgefeilte Malware, die es speziell auf Netzbetreiber abgesehen hat. Der Schädling kam unter anderem bei den Cyberangriffen im Dezember 2016 in der Ukraine zum Einsatz, als die Stromversorgung für mehrere Tausend Haushalte ausfiel. Die Angreifer legten dabei keinen Wert auf Spionage, sondern wollten die Betriebsabläufe unterbrechen.

In der Bundesrepublik kommt es ebenfalls immer wieder zu Angriffen auf Anlangen. Das BSI berichtet von einem Angriff auf ein Stahlwerk im Jahr 2014. All diese Vorfälle zeigen, dass sich die Gefahrenlage grundlegend geändert hat. Lange versprachen sogenannte "Insellösungen" den größten Schutz der digitalen Steuerungssysteme von Industrieanlagen. Die Trennung der Computersysteme vom Netz schirmte vor Schadsoftware ab. In Zeiten von Industrie 4.0, mit der Verbreitung des Internet of Things und der wachsenden Vernetzung über Funk-Technologien funktioniert diese Strategie der Abschottung nicht mehr länger. Dafür bringt die Vernetzung zu viele ökonomische Vorteile beispielsweise die Fernwartung mit sich.

Angriffe auf Steueranlangen oder Industrial Control Systems (ICS) sind also durchaus möglich. Laut dem Check Point Security Report wurden 2015 weltweit jede Minute rund 274 neue Schadprogramme generiert. Das entspricht 144 Millionen neuen Schadprogrammen pro Jahr. Inzwischen ist eine ganze Branche um die Entwicklung neuer Schadsoftware entstanden und bietet ihre Produkte zu immer erschwinglicheren Preisen an.

Welche Maßnahmen lassen sich zum Schutz treffen?

Grundsätzlich gibt es wirksame Schutzmechanismen, mit denen sich jedes Unternehmen auf die neue Bedrohungslage vorbereiten kann. Um die Schwachstellen erfolgreich zu schließen, ist eine Erweiterung der bisherigen IT-Sicherheitsstrategie unerlässlich. Organisationen sollten sich dabei an IT-Sicherheitsrichtlinien orientieren und zusätzlich mit Branchenverbänden und Behörden zusammenarbeiten.

Management und technische Mitarbeiter sollten sich dringend eingehend mit der Thematik vertraut machen. Nur so lässt sich Datensicherheit effektiv in den Arbeitsalltag einbinden.

Alle Prozesse müssen auf einem soliden IT-Sicherheits-Fundament stehen (Security-by-Design). In der Praxis bedeutet dies die Anwendung von mehrschichtigen Schutzmechanismen: Protokollsicherung, Traffic-Analyse, Firewalls und Segmentierung. Hier existieren Lösungen speziell für Industrieanlagen. An ihnen führt auf dem Weg der Digitalisierung der deutschen Industrie kein Weg vorbei.

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Quelle:
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