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06.06.2018 | Industrie 4.0 | Nachricht | Onlineartikel

Krauss-Maffei gründet Digital Service Solutions

Autor:
Andreas Burkert

KraussMaffei © Andreas BurkertKrauss-Maffei gründet mit Digital Service Solutions seinen vierten Geschäftsbereich. Damit werden nicht nur 180 Jahre Tradition digitalisiert, das Unternehmen wagt mit einem Miet-Modell den Schritt in die Dienstleistungsbranche.

Die Digitalisierung erreicht das Kunststoff-und Gummigewerbe. Das auf Spritzgieß-, Extrusions- und Reaktionstechnik spezialisierte Unternehmen KraussMaffei gründet die Geschäftseinheit Digital Service Solutions. Rechtzeitig zum 180. Jubiläum. Damit erweitert die in München ansässige Krauss-Maffei-Group ihr klassisches Produktportfolio um digitale Dienstleistungen und Angebote. In der neuen Geschäftseinheit Digital Service Solutions, die ab dem 1. Juli 2018 von Nadine Despineux geleitet wird, werden neue Angebote entwickelt und vertrieben wie auch klassische Service von dort aus gesteuert.

Dieser Schritt ist nötig, teilt Dr. Frank Stieler, CEO der Krauss-Maffei Gruppe mit: "Wir richten uns klar auf die Bedürfnisse unserer Kunden aus und dazu gehört auch ein erweitertes digitales Angebot. Mit Digital Service Solutions wollen wir konsequent digitale Dienstleistungen mit unserem Technologiefortschritt vereinen." Konkret bedeutet dies, dass etwa Systeme für das predictive maintenance geschaffen werden wie auch "neue Angebote im Bereich der plattform-basierten Analytik". 

Spritzgußmaschinen auch vermieten statt verkaufen

Mit der Vernetzung soll darüber hinaus der "Umgang mit Krauss-Maffei-Maschinen vereinfacht und individualisiert werden“, so Stieler. Die Steuerung also von überall auf der Welt möglich sein, so wie es die Industrie 4.0 fordert. Oder wie Dr. Hans Ulrich Golz, Geschäftsführer, President des Segments Spritzgießtechnik, den Begriff auslegt: "Plastic 4.0". Damit beschreibt er nicht ausschließlich das Vernetzen bestehender und künftiger Maschinen für die Kunststoffverarbeitung. Mit der Formel Plastic 4.0 fasst das Unternehmen sozusagen sein Vorhaben zusammen, künftig in das Dienstleistungsgeschäft einzusteigen. Es werden also nicht nur 180 Jahre Tradition digitalisiert. Rent-per use soll das Geschäft für die Zukunft fit machen.

So werden die Spritzgieß-, Extrusions und andere Maschinen "zur vorübergehenden Nutzung angeboten", erzählt Stieler. Der Kunde muss demnach keine Risiken hinsichtlich der hohen Investitionen eingehen, er kann die Maschinen für begrenzte Aufträge inklusive Dienstleistungen mieten. Ein entsprechendes Finanzierungsmodell wird derzeit mit der Deutschen Leasing erarbeitet. Auch der Vermarktungskanal für das Second-Life-Modell nimmt Formen an. Eine Beteiligung mit dem deutschen Gebrauchtmaschinen-Start-up Gindumac wurde dazu auch bekanntgegeben. 

Second-life für Extrusionsmaschinen

Neben den Herausforderungen, die digitalen Dienstleistungen im Bereich der individuell anpassbaren Daten-Analyse, der plattform-basierten Maschinen-Steuerung, der Vernetzung und neuen "Plug-and-Play“-Angeboten umzusetzen, müssen vor allem auch die Maschinen über eine derart lange Lebensdauer im Einsatz bleiben, dass sie sicher für ein "Second Life" geeignet sind. Sogar ein Third-Life-Projekt wäre denkbar.

Laut Unternehmen wird das Miet-Modell derzeit mit Kunden erprobt, um auch die letzten Feinheiten des neuen Geschäftsmodells zu definieren. Wann genau das Mieten-statt-Kaufen-Vorhaben dann zum Alltag gehört, darüber kann Stieler noch keine Angaben machen. Auch nicht, ob ein Pay-per-use-Modell in der Branche möglich ist. 

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