Skip to main content
main-content

04.02.2019 | Industrie 4.0 | Nachricht | Onlineartikel

Mobilfunktechnik für die Industrie 4.0

Autor:
Nadine Winkelmann

Ein Konsortium unter Leitung des TZI der Universität Bremen hat im Rahmen des Projekts "HiFlecs" die Grundlagen für einen neuen Mobilfunkstandards für die Industrie entwickelt. Produktionsabläufe in Fabriken ließen sich damit zukünftig wesentlich effizienter gestaltet.

Die Anforderungen an eine moderne Fabrik steigen: Auf der einen Seite sind Automatisierung und Kostensenkung gefordert, auf der anderen aber auch Produktvielfalt und Ausfallsicherheit. Die "Industrie 4.0" soll diesen Bedürfnissen gerecht werden, doch noch fehle laut des Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen der notwendige Funkstandard für eine zuverlässige Kommunikation zwischen Maschinen in Echtzeit. Die Grundlagen für einen solchen Standard hat ein Konsortium unter Leitung des TZI jetzt im Rahmen des Projekts "HiFlecs" ("Hochperformante, sichere Funktechnologien und deren Systemintegration in zukünftige industrielle Closed‐Loop‐Automatisierungslösungen") entwickelt. Das Projekt ist Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 4,76 Millionen Euro gefördert. Neben dem TZI waren zehn weitere Partner aus Industrie und Wissenschaft beteiligt.

LTE "viel zu langsam"

Mit herkömmlichen Funktechnologien sei die künftig benötigte Geschwindigkeit in automatisierten Herstellungsverfahren kaum zu erreichen. "Die Latenz, also die Verzögerungen bei der Signalübertragung zur Steuerung von Produktionsprozessen müssen unter einer Millisekunde liegen", erläutert Projektleiter Prof. Armin Dekorsy von der TZI-Arbeitsgruppe Elektrotechnik/Nachrichtentechnik. "Zum Vergleich: Der aktuelle Mobilfunkstandard LTE bietet rund zehn Millisekunden, ist also viel zu langsam."

Es komme jedoch nicht nur auf die Geschwindigkeit an, sondern auch auf die Menge an gleichzeitig angebundenen Geräten. In modernen Fabriken werden oft Tausende von Sensoren, Aktoren sowie Steuer- und Regelungseinheiten eingesetzt. Mit der Datenflut, die diese Vielzahl an Geräten gleichzeitig generiert, seien herkömmliche Funknetze überfordert. Im Projekt "HiFlecs" verfolgten die Partner daher einen ganzheitlichen Ansatz: Sie entwickelten sowohl Technologien für die schnelle Übertragung der Daten als auch für das gesamte Ressourcen- und Netzwerkmanagement. HiFlecs soll helfen, die Informationen zu priorisieren und gezielt zu verteilen. "Wir mussten die Netze ganz anders designen", erklärt Dekorsy. "Die Abstimmung der Maschinen untereinander musste mit weniger Signalisierung möglich werden, um Bandbreite zu sparen." 

Ergänzung zum 5G-Mobilfunkstandard

Dekorsy sieht in HiFlecs auch eine Möglichkeit, den neuen Mobilfunkstandard der 5. Generation (5G) zu ergänzen, um speziellen Anforderungen der Industrie gerecht zu werden. 5G erlaubt ebenfalls eine schnellere, zuverlässigere Kommunikation, wird aber von Netzbetreibern zur Verfügung gestellt. Mit HiFlecs können Unternehmen private Netze einrichten, sodass sie die Hoheit über ihre Daten behalten und möglicherweise Kosten sparen. Auch für die Einführung neuer, datenbasierter Geschäftsmodelle könne es sinnvoll sein, die Kommunikation selbst in der Hand zu behalten.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Mehrantennensysteme im Mobilfunk

Quelle:
Wellenausbreitung

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Kommunikations- und Datennetze

Quelle:
Handbuch Elektrotechnik

Das könnte Sie auch interessieren

13.03.2018 | Industrie 4.0 | Im Fokus | Onlineartikel

5G wird die Industrie 4.0 entfalten

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Grundlagen zu 3D-Druck, Produktionssystemen und Lean Production

Lesen Sie in diesem ausgewählten Buchkapitel alles über den 3D-Druck im Hinblick auf Begriffe, Funktionsweise, Anwendungsbereiche sowie Nutzen und Grenzen additiver Fertigungsverfahren. Eigenschaften eines schlanken Produktionssystems sowie der Aspekt der „Schlankheit“ werden ebenso beleuchtet wie die Prinzipien und Methoden der Lean Production.
Jetzt gratis downloaden!

Marktübersichten

Die im Laufe eines Jahres in der „adhäsion“ veröffentlichten Marktübersichten helfen Anwendern verschiedenster Branchen, sich einen gezielten Überblick über Lieferantenangebote zu verschaffen. 

Bildnachweise