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04.06.2019 | Industrie 4.0 | Im Fokus | Onlineartikel

Industrie 4.0 nicht ohne gesellschaftliche Verantwortung

Autor:
Andrea Amerland

Industrie 4.0 bedeutet nicht technischen Fortschritt um jeden Preis. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte. Demnach ist insbesondere deutschen Managern die gesellschaftliche Verantwortung bei der Umsetzung wichtig.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung müssen für langfristige Erfolge intelligent miteinander verbunden werden, schreibt Anabel Ternès auf Seite 89 ihres gleichnamigen Buchkapitels. Um beides miteinander zu verbinden, sind nach Einschätzung der Springer-Autorin "innovative Formen der Zusammenarbeit notwendig, aber eben auch die Beantwortung wichtiger Fragen, wie beispielsweise nach der Art und Weise einer smarten Regulierung", betont sie. Diese smarte Regulierung sollte 

  • mit den sich immer schneller ändernden technologischen Bedingungen Schritt halten können,
  • der Nachhaltigkeit dienen, ohne der Wirtschaftlichkeit zu schaden,
  • ein Wirtschaftssystem nachhaltig verändern,
  • auf verschiedenen Ebenen des Staates einer globalen Zielsetzung folgen.

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Gesellschaftliche Auswirkungen von Industrie 4.0

Die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Gesellschaft sind insbesondere für deutsche Manager relevant, zeigt eine Studie von Deloitte mit dem Titel "Success personified in the Fourth Industrial Revolution", für die 2.000 Top-Manager aus 19 Ländern, darunter 130 aus Deutschland, befragt worden sind. Rund jede zweite deutsche Führungskraft (45 Prozent) richtet demnach Industrie-4.0-Entscheidungen nach gesellschaftlichen Fragestellungen aus. Wichtig ist dabei der Wunsch, das Richtige zu tun und davon auch wirtschaftlich zu profitieren. Weltweit nennen allerdings nur 34 Prozent der befragten Führungskräfte als erstes Kriterium "gesellschaftliche Auswirkungen", um die jährliche Performance zu messen.

Wachstum durch gesellschaftliche Verantwortung

Deutsche Führungskräfte setzen auf Produkte und Leistungen, die sich positiv auf die Gesellschaft auswirken und neue Einnahmequellen generieren. So geben 68 Prozent der Befragten an, im vergangenen Jahr Produkte oder Services mit dem Ziel entwickelt zu haben, das diese einen positiven Effekt für die Gesellschaft oder die Umwelt haben. 53 Prozent der deutschen Manager sind sich sicher, mit sozialverträglichen Produkten neue Einnahmequellen erschlossen zu haben. 48 Prozent sind sich zudem der potenziellen ethischen Auswirkungen von Industry-4.0-Technologien bewusst.

"Ausschlaggebend für die hohe Bedeutung des sozialen Faktors sind vor allem Kunden- und Mitarbeitererwartungen, eine sich wandelnde Unternehmenskultur sowie Ansprüche von Stakeholdern aus Politik, NGOs", erläutert Thomas Döbler, Partner und Leiter Manufacturing bei Deloitte.

Nachhaltige Produktentwicklung

Um nachhaltige Produkte zu entwickeln, empfehlen Ulrich Scholz und Sven Pastoors einen Prozess in acht Phasen (Seite 64 ff.):

  • Suchfelder definieren und Entwicklungsprozess planen (Teil der Planungsphase)
  • Kunden beobachten und verstehen (Teil der Planungsphase)
  • Ziele definieren (Teil der Konzeptphase)
  • Ideen generieren (Teil der Konzeptphase)
  • Ideen bewerten und auswählen (Teil der Entwurfsphase)
  • Ideen testen und ausarbeiten (Teil der Entwurfsphase)
  • Ideen umsetzen und Markteinführung vorbereiten (Ausarbeitungsphase)
  • Produkt auf dem Markt einführen (Einführungsphase)

Neue Produkte können sich jedoch nur durchsetzen, wenn diese vom Markt akzeptiert werden, warnen Scholz und Pastoors. Dafür sei eine konsequente nachhaltige Produktentwicklung, eine konsequente Kundenorientierung sowie ein konsequentes Green Marketing unabdingbar, um auf eine sich ständige Umwelt zu reagieren.

Corporate Social Responsibility im Employer Branding

Die von Deloitte-Partner Thomas Döbler angesprochene Erwartungen von Mitarbeitern an das verantwortungsvolle Handeln von Unternehmen, wird für das Employer Branding immer wichtiger. "Corporate Social Responsibility – ein neues Wirtschaftsparadigma?!", fragt René Schmidpeter in diesem Zusammenhang. Für den Springer-Autoren ist Nachhaltigkeit der neue Wertmaßstab. "Insbesondere Großunternehmen, die bisher eine Best-Employer-Position einnehmen, setzen auf die Verknüpfung der Themen Verantwortung und Weiterentwicklung Corporate Social Responsibility ihrer Personal- und Unternehmensstrategien." (Seite 98 f.). Denn es zeige sich, "dass eine gemeinsame Kultur der Verantwortung sowie ein Geschäftsmodell, das auch die Interessen der Gesellschaft berücksichtigt, langfristig das Image als Arbeitgeber fördern und somit einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg liefern [...]."

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