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05.10.2016 | Industrie 4.0 | Im Fokus | Onlineartikel

Der agile Familienpatriarch

Autor:
Andreas Nölting

Die deutschen Familienfirmen treiben die digitale Transformation ihrer Unternehmen durchaus selbstbewusst voran. Die patriarchale Firmenkultur kann dabei hilfreich sein.

Lastwagen ohne Fahrer auf Autobahnen, willig produzierende Roboter in Maschinenhallen, computergesteuerte Operationen in Krankenhäusern – die Digitalisierung der Welt schreitet unaufhaltsam voran und stellt immer schneller traditionelle Geschäftsmodelle in Frage. Nicht mehr die menschliche Arbeitskraft, sondern kluge Algorithmen werden zum wichtigsten Produktionsfaktor, die Industrie 4.0 vernetzt Maschinen und Menschen zum "Internet der Dinge". Der Erfolg und das Wachstum der Unternehmen hängen zunehmend von der gekonnten Umsetzung der digitalen Transformation ab.

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Familienunternehmen fühlen sich für die Digitalisierung gerüstet

Software eats the world. Die meisten großen Konzerne stellen sich mehr oder weniger erfolgreich diesem Change-Prozess. Sie haben meist die Ressourcen, teure und spezialisierte Berater für den komplizierten Wandel einzusetzen und digitale Geschäftsmodelle zu implementieren. Doch was ist mit den eher traditionellen mittelständischen Familienfirmen, dem Fundament der deutschen Volkswirtschaft? 

Der Mittelstand ist längst aufgewacht. In der Studie "Family Business Barometer" der Beraterfirma KPMG und des Verbandes "Die Familienunternehmer" zufolge ist auch für die kleinen Firmen die digitale Transformation eine der größten Herausforderungen der Zeit. Doch die Familienpatriarchen stellen sich durchaus selbstbewusst den Veränderungen im eigenen Haus:

  • Fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) sieht sich als "proaktiven und gestaltenden Vorreiter", wenn es darum geht, die notwendigen Prozesse im Haus umzusetzen. Nur 29 Prozent der befragten Familienfirmen meinen, sie reagierten eher spät und würden von den aktuellen Entwicklungen getrieben (Nachzügler).
  • Immerhin 55 Prozent der Teilnehmer der Studie sehen eine hohe Veränderungsbereitschaft zur Transformation (Visionär). Und sogar 66 Prozent der befragten Familienfirmen meinen, dass sie genügend Kompetenz und Mittel im Haus hätten, um die notwendigen Schritte zur Transformation einzuleiten.

Der CEO treibt den digitalen Wandel voran

Eine durchaus selbstbewusste Einschätzung der Familienfirmen. Offenbar sind etliche Firmen dieses Genres nicht so verschlafen wie häufig unterstellt. Und die gestandene Firmenkultur kommt dem Gelingen des Wandels entgegen. Denn Digitalisierung ist vor allem Chefsache, heißt es im Springer Buch "Was treibt die Digitalisierung?" von Ferri Abolhassan. Für das Gelingen reiche es eben nicht, IT-Beauftrage zu ernennen, der Anstoß müsse aus der Chefetage kommen: "Der CEO muss sein Unternehmen agil ausrichten, um Veränderungen zu antizipieren und schnell darauf reagieren zu können. Der CEO muss die Rahmenbedingungen für die Digitalisierung schaffen, damit die IT-Abteilung die neuen Anforderungen überhaupt stemmen kann.“

Das Hamburger Familienunternehmen Otto hat es vorgemacht, wie erfolgreich dieser Kurs ist. Otto ist mit seinem Online-Shop einer der wenigen Wettbewerber, der Amazon Paroli bieten kann. Familienpatriarch Michael Otto hat eben rechtzeitig die Transformation eingeleitet und die richtige Kultur geschaffen. So wird die patriarchale Führungskultur der deutschen Familienfirmen gegenüber ineffizienten Konzernstrukturen womöglich zu einem Vorteil der deutschen Familienfirmen. Wenn der allein herrschende Chef die Notwendigkeit zum Wandel erkennt, kann er die nötigen Schritte im Unternehmen eben viel schneller umsetzen als angestellte Vorstände. 

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