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20.01.2023 | Industrieroboter | Im Fokus | Online-Artikel

Industrie braucht Support in Robotik und Automation

verfasst von: Thomas Siebel

2:30 Min. Lesedauer
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Branchenübergreifend investieren Unternehmen stark in Robotik und Automation. Viele sind dabei aber verunsichert und brauchen laut McKinsey neben innovativer Hardware auch bessere Wartungs- und Supportdienstleistungen.

Robotik und Automation werden in den nächsten fünf Jahren weiterhin große Investitionstreiber in der Industrie sein. Branchen wie die Logistik, der Einzelhandel oder die Pharmazie verwenden im Durchschnitt 25 % ihrer Investitionsausgaben für Robotik und Automatisierungstechnik, allein in der Automobilindustrie dürfte der Anteil bei fast 30 % liegen, wie das Beratungsunternehmen McKinsey in einer Umfrage herausgefunden hat.

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Die Bewertung der Wirtschaftlichkeit von Roboteranlagen ist aufgrund der Eigenschaft von Roboteranlagen als Sondermaschinen aufwendig. In der Regel sind Informationen aus vergangenen Projekten nur teilweise übertragbar und liegen nur bei einem Projektpartner vor.

Allen voran widmen sich die Unternehmen dabei weiterhin der Automatisierung von Routineaufgaben, zum Beispiel der Entnahme von Teilen, Verpackungs- und Beförderungsaufgaben oder der Qualitätssicherung. Tätigkeiten in der Montage, bei der Oberflächenbehandlung oder in der Schweißtechnik werden kurz- und mittelfristig voraussichtlich nicht deutlich stärker automatisiert.

Viele Firmen mit Schwierigkeiten in der Automatisierung

Wie McKinsey in seiner 2022 Global Industrial Robotics Survey unter 65 Entscheidungsträgern allerdings auch herausgefunden hat, haben viele Unternehmen Schwierigkeiten mit der Automatisierung ihrer Prozesse. Neben den hohen Kosten macht ihnen dabei fehlende Erfahrung im Umgang mit Automation zu schaffen. Misstrauen in die Technologie und die Sorge vor dem Verlust von Arbeitsplätzen schafften zudem oftmals ein schwieriges Umfeld für Investitionen.

Viele Unternehmen operierten zudem mit einem Sammelsurium von veralteten Technologien und erwarten Schwierigkeiten bei der Einführung eines einzelnen, umfassenden Automatisierungspakets, beispielsweise was die Kompatibilität mit anderen Produkten angeht.

Full-Service-Modelle als Chance

Bereits heute kooperieren viele Unternehmen deswegen mit Systemintegratoren oder auch Robotik-Start-ups. Dennoch bleibt der Bedarf an Unterstützung seitens der Industrie groß. Anbieter von Robotik und Automation sollten das McKinsey zufolge als Chance begreifen. Zum einen sollten sie Lösungen anbieten, die kosteneffizient, schnell einsatzbereit, zuverlässig, sicher und skalierbar sind. Zum anderen sollten sie ihre Software- und Hardwareprodukte im Rahmen von Full-Service-Modellen anbieten, die neben der Einrichtung auch Wartungs- auch und Supportdienstleistungen über die gesamte Betriebsdauer hinweg umfassen.

Damit könnten sie den Bedarf seitens der Industrie nach einheitlichen Ansprechpartnern, sogenannte Single-point-of-Contact-Modelle, im Bereich der Wartung bedienen. In einer solchen Vereinbarung wünschen sich viele Unternehmen, dass die Anbieter die Verantwortung Schritt für Schritt an In-house-Mitarbeiter übertragen.

Dienstleistungen gewinnen weiter an Bedeutung

Auch im volkswirtschaftlichen Kontext wird die Bedeutung von Dienstleistungen weiter zunehmen. Die Entwicklung folgt dabei gewissermaßen einem evolutionären Verlauf, wie António Augusto Fernandes im Kapitel Service and Product-Service Systems Design des Buchs Product and Service Design Innovation darlegt. So verlagerten sich Volkswirtschaften seit Anfang des 19. Jahrhunderts zunehmend von der Agrarwirtschaft auf die Produktion von technischen Gütern, während der Anteil von Dienstleistungen an der globalen Wertschöpfung seit Mitte des 20. Jahrhunderts stetig zunimmt. Dieser Trend lässt sich laut Fernandes in sämtlichen Ländern beobachten, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß.

Deutschland zählt dabei zu den Ländern mit Nachholbedarf. So identifiziert beispielsweise eine aktuelle Acatech-Studie die integrative Entwicklung von Sach- und Dienstleitung als Schwäche der deutschen Wirtschaft, die im Rahmen eines neuen, deutschlandweit zu etablierenden Engineering-Ansatzes behoben werden sollte.

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