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15.07.2013 | Informatik in Gesellschaft + Politik | Im Fokus | Onlineartikel

Das Internet benötigt spezielle Kommunikationsregeln

Autor:
Andreas Burkert

Damit neue Kommunikationssysteme den Anwender nicht überfordern, benötigt das Internet spezielle Kommunikationsregeln. In einem Forschungsprojekt werden nun verbindliche Regeln erarbeitet, die im Internet-Zeitalter die Work-Life-Balance ermöglichen.

Wer die digitalen Kommunikationsformen wie Handy, E-Mail und Internet richtig nutzt, kann die Kommunikation effizienter gestalten. Allerdings kann das "Always Online" auch zu der Gefahr der Überlastung führen. Der Stressreport 2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz zeichnet auf, dass inzwischen eine Mehrheit der Beschäftigten im Beruf häufig zu Multitasking gezwungen ist. Im März 2012 legte der DGB eine Studie vor, nach der mehr als ein Viertel der Arbeitnehmer auch in der Freizeit für den Arbeitgeber erreichbar ist. Die Psychologie, die Soziologie, die Wirtschaft und inzwischen auch die Politik suchen nach Konzepten, wie der entstehende psychische Druck zu mindern ist.

Nun macht sich ein Verbund von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Informatik, Informationstechnik, Psychologie sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Universitäten Kassel und Darmstadt mit dem Projekt „Always Online?“ daran, den Schattenseiten der neuen Kommunikationstechniken zu begegnen, um Innovationen zu ermöglichen. Das Ziel ist insbesondere ein neues Kommunikationsparadigma: Regeln, wer wann wie was und wie viel kommunizieren oder aufnehmen sollte. Flankierend sollen technische Lösungen entwickelt werden, die beispielsweise – ähnlich einem E-Mail-Spamfilter – bestimmte Informationen je nach Zeit und Kontext gar nicht mehr an den Empfänger heranlassen

Kommunikationsparadigma für die Kommunikationsgesellschaft

Das vom Land Hessen eingerichtete Forschungsprojekt „Always Online? - ein neues Kommunikationsparadigma für die Kommunikationsgesellschaft“ soll nun die interdisziplinären Ursachen und Rahmenbedingungen des neuen Kommunikationsverhaltens analysieren und ein technisch, rechtlich und nicht zuletzt psychologisch tragfähiges Paradigma entwickeln, wie die neuen Kommunikationsmöglichkeiten sinnvoll einzusetzen sind.

„Die hohe Verbreitung und schnelle Innovationen moderner Informations- und Kommunikationstechnik, insbesondere des Internets und des Mobilfunks, prägen die moderne Informationsgesellschaft nachhaltig“, umschreibt David die Ausgangslage. „Die Technik ermöglicht eine jederzeitige Kommunikationsbereitschaft unabhängig von Ort und Zeit. Für die Möglichkeit der Informationsaufnahme gilt ebenfalls: any information, anywhere, anytime.“ Die herkömmlichen sozialen Regeln der Kommunikation gelten im modernen Kommunikations- und Informationszeitalter nicht mehr, so David. Die Trennung zwischen Beruflichem und Privatem werde zunehmend aufgehoben, sowohl räumlich als auch zeitlich.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2008 | OriginalPaper | Buchkapitel

Internetkommunikation

Quelle:
Handbuch Corporate Citizenship