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Über dieses Buch

In diesem Band werden die aktuellen Entwicklungen von Methoden und Werkzeugen der Informatik für Lehre und Ausbildung dargestellt. Zugleich werden die Erfordernisse, die von Industrie und Wirtschaft an die Hochschulen und an die berufsbildenden Schulen, sowie von den Hochschulen an die Schulen gerichtet sind, diskutiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Eingeladene Vorträge

Was heißt und zu welchem Ende studiert man Informatik? Ein akademischer Diskursbeitrag nebst Anwendung

Den älteren unter den Lesenden wird erinnerlich sein, daß Friedrich Schiller im Jahre 1789, dem Jahr der Französischen Revolution, seine „akademische Antrittsrede“ in Jena unter dem Titel „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“ hielt. Stellt es eine Anmaßung dar, wenn ich in einem Beitrag zu einer Tagung der noch jungen Informatik mit Schillers Überschrift liebäugele? Mag sein. Meine wirkliche Absicht ist jedoch, an die Bildung zu erinnern als einer — nach meinem Dafürhalten — vornehmsten Aufgabe universitären Lehrens und Studierens. Solche Hervorhebung stellt Bildung tendenziell gegen Ausbildung. Zwar mag dieser Gegensatz belanglos erscheinen, denn er ist ja schon im Wort eine rein deutsche Angelegenheit. Dennoch soll er nicht unumstritten bleiben: die Gegensetzung geschieht angesichts des Themas unserer Tagung in provokatorischer Absicht. 1

Frieder Nake

Qualitätsmanagement an einem Hochschulinstitut

Am 2. September 1997 wurde das Institut für Automatisierungs- und Softwareteehnik (IAS) als erstes Institut der Universität Stuttgart für den Bereich Lehre und Forschung durch TÜV CERT nach der internationalen Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001 zertifiziert.

P. Göhner

Internationalisierung der technisch/naturwissenschaftlichen Hochschulausbildung — Wohin mit dem Bildungsstandort Deutschland?

Die Hochschulausbildung im technisch/naturwissenschaftlichen Bereich soll internationalisiert werden. So liest und hört man es landauf landab in den Medien.

Klaus Henning

Erfahrungen aus den TeleTeaching-Projekten der Universität Mannheim

Neue, leistungsstarke Informations- und Kommunikationsteehnologien ermöglichen erstmals den effizienten Einsatz von Computern in Aus- und Weiterbildung. Teleteaching bezeichnet dabei eine Situation, in der Lehrende und Lernende räumlich und/oder zeitlich voneinander getrennt sind und mit Hilfe von Netzwerken miteinander kommunizieren. Neben dem Vorteil der Orts- und Zeitunabhängigkeit ermöglicht die digitale Multimedia-Technikden Einsatz neuer Medien wie Animationen und Simulationen, welche die Anschaulichkeit des zu vermittelnden Lehrstoffs erhöhen und dadurch den Lernerfolg verbessern.

Wolfgang Effelsberg

Didaktik der Informatik in der Hochschule

Lehr-Erfahrung vermittelt durch Lehr-Muster: Ein Beitrag zur Didaktik der Informatik

Entwurfsmuster und Mustersprachen werden als neue „literarische Form“in der Softwaretechnik gefeiert; sie machen Wissen, das auf Erfahrung beruht, wiederverwendbar. Von der Lernökonomie und Akzeptanz der Musterform profitieren immer mehr Entwurfsdisziplinen, so auch die Didaktik, verstanden als Entwurf und Gestaltung von Unterricht [2, 4, 10]. Hier werden derzeit Lehrmuster („pedagogical design patterns“) der objektorientierten Informatik in einem Internet-Projekt gesammelt.1 Mit einem Beispiel führt der Beitrag in das Konzept der Lehrmuster ein. Er versteht sich zugleich als Aufruf an alle Lehrenden der Informatik, ihre Unterrichtserfahrung in der Musterform weiterzugeben.

Klaus Quibeldey-Cirkel

Programmieren als Handwerkszeug im ersten Semester

Ich verfolge in meinem Beitrag zwei Gedankenlinien zur Verbesserung der Lehre. Zum einen stelle ich das Problem der Heterogenität (Programmieranfänger und Studierende mit Vorerfahrung) dar, analysiere die speziellen Schwierigkeiten der Programmieranfänger und zeige Wege auf, mit dieser Situation produktiv umzugehen. Zum anderen stelle ich die Möglichkeit vor, mit Hilfe einer Projektphase im ersten Semester Motivation zu wecken, Gruppenerlebnisse und Teamfahigkeit zu fördern sowie inhaltliches Lernen in einer konzentrierten Arbeitsphase zu intensivieren.

Eva Hornecker

Informatik-Grundausbildung für Ingenieure — Hochschuldidaktische Betrachtung und Erfahrungsbericht

Die Informatikausbildung für Elektronik- und Automatisierungsingenieure soll Studenten Grundlagen professioneller Softwareentwicklung vermitteln, um sie zu qualifizierter Berufstätigkeit zu befähigen. In der industriellen Softwarepraxis gewinnt die Objekttechnologie angefangen von Analyse über Entwurf bis hin zur Programmierung zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig werden sozial- und kognitionspsychologische Einflüsse auf die Softwareentwicklung immer mehr erkannt [1, 3]. Um diesen und anderen Entwicklungen in der Ausbildung Rechnung zu tragen, haben wir für unsere Lehrveranstaltungen in den Studiengängen Automatisierungstechnik und Elektronik an der FH Reutlingen Lehrziele und didaktische Konzeption neu durchdacht und überarbeitet.

Helmut Ketz, Karlheinz Hug

Praktikum Elektronisches Publizieren für Informatiker

Die Gestaltung multimedialer Informationssysteme verlangt nach einer Querschnittqualifikation, die von den klassischen Studieninhalten der Informatik nur zum Teil vermittelt wird. Neben technische Aspekte wie Datenformate, Programmiersprachen für Multimediaanwendungen und Algorithmen für Bild- und Audioanwendungen treten Anforderungen wie Medien- und Interaktionsdesign (vgl. Degen 1996), Analyse und Planung komplexer multimedialer Strukturen und Projektmanagement (vgl. Burger 1996). Aufbauend auf einem grundständigen Informatikstudium und eingebettet in den Studienschwerpunkt automatische Sprachverarbeitung wird am Institut für Informatik der Universität Leipzig seit 1996 regelmäßig ein Praktikum Elektronisches Publizieren durchgeführt, dessen Ziel es ist, anhand eines umfangreichen aber überschaubaren Projektes die Praxis der Multimediaproduktion zu vermitteln. Dabei geht es weniger um pädagogisch motivierte Fragen des Instruktionsdesigns (vgl. Issing 1997) bzw. der Nutzung von multimedialen Systemen als vielmehr um das Erlernen des Umgangs mit Autorensystemen und die kooperative Durchführung eines Publikationsprojektes. Dabei ist keine klare Abgrenzung zwischen Elektronischem Publizieren und Multimedia möglich (vgl. Nielsen 1996, Sandkuhl & Kindt 1996). Die Betonung von Fragen der Konvertierung und Überarbeitung v.a. textuellen Materials für das elektronische Medium gegenüber Fragen der Interaktivität oder der Synchronisation verschiedener Medien legt aber die Bezeichnung elektronisches Publizieren nahe.

Uwe Quasthoff, Christian Wolff

Kooperation für Software für Kooperation Erfahrungen aus einem partizipativen Softwaretechnikprojekt

Welche Methoden und Kenntnisse zum „Kern“ der Informatik gehören, wird — einhergehend mit der rapiden Entwicklung der Informationstechnik und ihrer Nutzung — immer wieder neu diskutiert.1 Direkt damit zusammen hängt die Frage: „Welches sind die Aufgaben und Ziele der Informatik-Ausbildung?“

Ingrid Wetzel, Ralf Klischewski, Anita Krabbel, Carola Lilienthal

Wissensvermittlung durch Studierende für Studierende

Stärken und Schwächen einer spezifischen Lehrveranstaltungsform im Fachgebiet Informatik und Gesellschaft

Mit der beschleunigten Entwicklung hin zur Informationsgesellschaft gewinnt auch das Thema „Informatik und Gesellschaft“ zunehmend an Bedeutung. Dies spiegelt sich nur in wenigen Lehrveranstaltungen der Informatik wider und dort, wo „Informatik und Gesellschaft“ explizit gelehrt wird, steht man meistens vor der Herausforderung, nicht nur die Inhalte, sondern auch die Relevanz dieser Thematik für die Informatikausbildung vermitteln zu müssen. Nach unseren Erfahrungen fehlt es Studierenden der Informatik häufig an Vorstellungen über die Anforderungen ihres kommenden Berufslebens und dessen Vielschichtigkeit, es mangelt an Kenntnissen über die Einsatzformen der Informationstechnik und vor allem über die — meist nicht technischen — Erfolgsfaktoren des Einsatzes. Das mangelnde Denken in Zusammenhängen impliziert mangelndes Problembewußtsein [Klafki 1996, S. 64] und in Folge dessen Unverständnis hinsichtlich der Relevanz einer Integration gesellschaftsorientierter Reflektion in den Methodenkanon der Informatik. Darüber hinaus richten Studierende sehr unterschiedliche, häufig unklare und in vielen Fällen wenige positive Erwartungen an das Fach Informatik und Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund ist die Frage zu beantworten, welche Lehrveranstaltungsform für das Fachgebiet „Informatik und Gesellschaft“ zu wählen ist, wobei wir uns im folgenden auf eine Grundstudiums-Veranstaltung mit Pflichtcharakter beschränken (für eine breiter angelegte Diskussion siehe [Domeyer et. al. 1995] und [GI 1997]).

Thomas Herrmann, Marcel Hoffmann, Andrea Misch

Theoretische Informatik mit Scheme* — Ein Erfahrungsbericht

Lehrveranstaltungen zur Theoretischen Informa- tik, kurz: TI, können nach Auffassung des Autors einen beachtlichen Bei- trag zur Entwicklung allgemeiner Denktechniken leisten. Dazu gehören insbesondere die Fähigkeit zum Abstrahieren, Konkretisieren, Spezifi- zieren, Denken in verschiedenen Abstraktionsebenen, strukturbezogenes j Arbeiten u.v.m. Diese sog. Metaqualifikationen werden von Vertretern der beruflichen Praxis immer stärker betont und von den Hochschulab- solventen abgefordert.Die Vermittlung fachspezifischer Inhalte soll neben dem Wissenszuwachs im Fachgebiet einen signifikanten Beitrag zu diesen allgemein geistigen Qualifikationen leisten. Dafür hat der Autor Ideen für eine Didaktik der TI entwickelt und erprobt.Kern dieses pädagogischen Konzepts ist die aktive Auseinandersetzung mit der Begrifflichkeit, mit zentralen Beweistechniken, Aussagen und ab- strakten Objekten der TI durch adäquate programmiersprachliche Re- präsentationen. Neben Vorlesungen und Übungen (Diskussionen, Kon- sultationen oder Seminaren) ist Computerarbeit organischer Ausbil- dungsbestandteil in TIZur sprachlichen Repräsentation verwenden wir Scheme, eine funktions- orientierte Sprache, die über sehr leistungsfähige programmiersprachli- che Konzepte verfügt, um auf hinreichend abstraktem Niveau begrifflich arbeiten zu können.

Christian Wagenknecht

Interaktive Visualisierungen in der Lehre der Theoretische Informatik

Wir berichten über unsere Erfahrungen, die wir mit der Entwicklung eines interaktiven Hypertextes zur Einführung in die Theoretische Informatik gemacht haben. Wir legen kurz unsere Ansätze dar, Simulationen in diesen Hypertext zu integrieren und gehen ausführlicher auf eine Visualisierung des in der Grundausbildung vermittelten Cocke-Kasami-Younger Algorithmus ein.

Christian Pape, Peter Schmitt

Informatik im schulischen Bereich

Boote in der Sintflut Heuristiken, dargestellt an einer Aufgabe des Bundeswettbewerbs Informatik

Eine Zweitrunden-Aufgabe des Bundeswettbewerbs Informatik aus dem Bereich der Kombinatorischen Optimierung wird zusammen mit für Schülerinnen und Schüler typischen Lösungsideen vorgestellt. Anschließend werden verschiedene Heuristiken beschrieben, die sich allgemein für Probleme der Kombinatorischen Optimierung einsetzen lassen.

Gabriele Reich

Gegenständliche Modelle mit dem Datenhandschuh begreifen

Eine Lernumgebung für den Technikunterricht

Wir arbeiten an der Entwicklung einer computer- und mediengestützten Lernumgebung besonderer Art für den Aufbau und die Simulation pneumatischer Schaltungen. Anders als bei herkömmlichen Multi- und Hypermedia-Systemen oder Simulationsprogrammen geht es nicht in erster Linie um die mehr oder minder logische Darbietung von Lernstoff oder die Visualisierung von abstrakten Zusammenhängen. Unser Hauptanliegen ist die Kopplung des Arbeitens in einer realen stofflichen Lernumgebung mit dem Experimentieren an computergenerierten Modellen. In einem entdeckenden Lernen soll es möglich sein, fließend zwischen materiellen Gegenständen und symbolischen Repräsentationen hin- und herzugehen. Für die berufliche Bildung scheint dieses Vorgehen besonders sinnvoll, da es Übersetzungen zwischen — für Berufsschülerinnen oft schwer verständlichen — abstrakten Sichten und konkreten beGreißaren Modellen ermöglicht. Diese ungewöhnliche Art der Mediennutzung, schließt außer audiovisuellen Sinnen ausdrücklich taktile und kinästhetische Wahrnehmung mit ein. Durch seinen ganzheitlichen Ansatz eignet sich die von uns konzipierte Lernumgebung besonders für einen erfahrungs- und handlungsorientierten Unterricht.

Bernd Robben, Eva Hornecker

Frauenförderung in der Informatik

Informatik AG für Schülerinnen — Konzepte und Erfahrungen

Einem wachsenden Interesse an weiblichen Absolventen von Seiten der Industrie steht eine seit einiger Zeit besonders niedrige Zahl an Informatikstudentinnen gegenüber. Diesem Mißverhäit-nis kann durch vermehrte Information über das Studienfach begegnet werden. Aus diesem Grund wurde im ersten Halbjahr 1997 an der Universität Stuttgart eine Informatik AG für Schülerinnen durchgeführt. Den Schwerpunkt dieser Veranstaltung bildeten Vorträge durch Wissenschaftlerinnen sowie praktische Aufgaben an den Rechnern. Die Aufgaben wurden in Übungsgruppen vorbereitet, die von Studentinnen betreut wurden. Im folgenden werden die zugrundeliegenden Konzepte und die unter anderem aus Fragebögen gewonnenen Erfahrungen dieses Projektes geschildert.

Cora Burger, Kerstin Schneider

Informatica Feminale — das Informatikstudium anders gestalten

Die Infonnatikausbildung an Universitäten und Fachhochschulen ist derzeit im Umbrach. Von verschiedenen Seiten werden Fragen an die Ziele eines Studiums und an die konkrete Umsetzung eines Curriculums gestellt. Im Mai 1997 startete am Studiengang Informatik der Universität Bremen das Projekt Informatica Feminale. Das bundesweit ausgerichtete Projekt will Studentinnen und Wissenschaftlerinnen aller Informatik-studiengänge zusammenbringen. Es sollen konkrete Vorstellungen von Frauen zum Informatik-Curriculum entwickelt und kleine Umsetzungsbeispiele zur Erprobung gebracht werden. Nachfolgend sind die Motivation, Ziele und Vorarbeiten des Projekts beschrieben. Auf der Tagung Informatik und Ausbildung’ werden erste Umsetzungsschritte vorgestellt

Veronika Oechtering, Ingrid Rügge, Karin Vosseberg

Nutzung neuer Medien in der Ausbildung

Das Viskosy-Projekt: Ein Erfahrungsbericht

Ziel der Systemarchitektur[l] ist die Vermittlung von Verfahren und Prinzipien, die der Gestaltung von informationsteehnischen Systemen, zum Beispiel Betriebssystemen, zugrunde liegen. Das Verständnis der meist relativ einfach gestalteten Bausteine eines solchen Systems wird vor allem durch die Komplexität des Gesamtsystems erschwert. Deshalb beschäftigt sich das Projekt Vis-KoSy (Visualisierung von Konzepten der Systemarchitektur, [2,6]) mit der Entwicklung von Versuchssystemen, die isolierte Teilbereiche aus der Systemarchitektur simulieren und die auftretenden Phänomene graphisch visualisieren. Die dabei ermittelten Leistungsmaße lassen sich in Form von Meßkurven und Histogrammen graphisch darstellen. Die Versuche werden sowohl begleitend zu Lehrveranstaltungen als auch im Rahmen von Praktika zum selbständigen Erarbeiten der Konzepte eingesetzt. Die bestehenden Versuche wurden zum Großteil im Rahmen von Studien- und Diplomarbeiten sowie von wissenschaftliche Hilfskräften erstellt. Somit kommt die Arbeit von Studierenden höherer Semester denen in tieferen Semestern zugute.

Michael Danner, Roland Weber

Web-basierter Unterricht in der Computergraphik: Konzepte und Realisierung von interaktiven Online-Kursen

Inhalte der modernen Computer Graphik lassen sich nicht adäquat mit herkömmlichen Lehrmethoden und Lehrmaterialien darstellen und ausprobieren. Eine Integration von Vorlesung, Beispielen, Übungen, und Programmieraufgaben unter einer einheitlichen leicht zugänglichen Benutzeroberfläche ist dringend erforderlich. Wir diskutieren und präsentieren das Konzept und die Realisierung, Evaluierung und die Erfahrungen mit einem Web-basierten Computer- Graphik-Kurs, der an unserem Institut zu diesem Zweck entwickelt wurde. Es ist der erste vollständige Computergraphikkurs auf dem World Wide Web, der Text, Programmierbeispiele und Übungen zum Kurs in einer einheitlichen Hypertextumgebung kombiniert.

Reinhard Klein, Frank Hanisch

Internetbasiertes Lernen — Interaktive Animation von Kommunikationsprotokollen auf generischem Wege

Im Bereich der Lehre werden traditionell hauptsächlich Text und Bilder auf Folien oder Dias und im Skript zur Vermittlung von Lehrinhalten eingesetzt. Diese Lehrverfahren stoßen jedoch an Grenzen, wenn es darum geht, dynamische Prozesse wie z. B. Kommunikationsprotokolle in verteilten Systemen verständlich zu machen. Da sich Dynamik mit unbewegten Bildern nur eingeschränkt darstellen läßt, gewinnt rechnergestützte Animation in der Lehre an Bedeutung. Außerdem sind Lehrvorgänge dann am wirkungsvollsten, wenn der Lernende aktiv und gestaltend daran mitwirken kann.Um internetbasiertes und interaktives Erlernen von Protokollen aus dem Bereich der verteilten Systeme auf generischem Wege zu ermöglichen, und somit eine Verbesserung der Qualität der Lehre auf diesem Sektor zu erreichen, werden im Projekt ProtoVis am IPVR der Universität Stuttgart die Programmiersprache Java und das Konstrukt des Java Applets eingesetzt. Diese Applets entstehen durch Konvertierung aus einer formalen Spezifikation des darzustellenden Protokolls in der Beschreibungssprache SDL. Sie stellen die dynamischen Abläufe innerhalb eines Protokolls bildlich und animiert dar und können interaktiv gesteuert werden.

Cora Burger, Rolf Mecklenburg, Kurt Rothermel

Einsatz neuer Medien in der Rechnernetze-Ausbildung an der TU Dresden

Neue Medien ermöglichen innovative Konzepte in der universitären Lehre. Am Beispiel der Rechnernetze-Ausbildung an der TU Dresden wird aufgezeigt, wie diese Möglichkeiten aktiv genutzt werden können, welche neuen Chancen hierdurch entstehen, aber auch welche technischen und organisatorischen Probleme zu lösen sind. Schwerpunkte des Beitrags umfassen die Darstellung innovativer Lehrinhalte in Vorlesungen, Übungen und Praktika zu Rechnernetzen, den Einsatz von Animationen zur Illustration komplexer Sachverhalte, die Aufbereitung interaktiver Materialien unter Nutzung von Java, die Online-Interaktion zwischen Studenten und Übungsleitern via Internet und Intranet sowie die selektive Einbindung von Videomaterialien im Rahmen von Teleteaching. Diese Szenarien werden schließlich zu einer integrierten Lehr- und Lernumgebung zusammengeführt, die derzeit realisiert wird.

D. Gütter, O. Neumann, A. Schill, G. Schreiter

mechANIma — ganzheitliche Sicht auf neue Medien in der Mechaniklehre

Qualitätssteigerungen der Lehre eines Fachgebietes sind maßgeblich von dem Grad der Nutzung neuer Medien geprägt. Das Laboratorium für Technische Mechanik entwickelt in Kooperation mit der Arbeitsgruppe „Informatik und Gesellschaft“, Prof. Reinhard Keil-Slawik, Prof. Dr. Klaus Herrmann, ein Konzept für computergestützte multimediale Forschung und Lehre. Die Bezeichnung mechANIma stellt dabei die Synthese aus den Begriffen Mechanik und Animation dar. Die Begriffe „Multimedia“und seit neustem „Hypermedia“charakterisieren die Bestrebungen alle audio-visuellen Medien wie Vorlesungsunterlagen, Vorträge, Lehrfilme, Simulationen und Animationen in ein datenbankorientiertes Informations- und Dokumentenablagesystem zu integrieren. Dieses ist durch mechANIma auf der Basis von Hyperwave gelungen.

Ferdinand Ferber, Thorsten Hampel

Lernumfeld

Das KBS Virtual Classroom Project: Informatik-Ausbildung über das Internet

Internet-gestütztes Lehren und Lernen ist Forschungsgegenstand in zahlreichen Forschungsprojekten. Als erster Schritt wird meist das Internet für die Bereitstellung von Unterlagen bestehender Vorlesungen benutzt. Danach jedoch liegt die Kernaufgabe darin, die volle Funktionalität internetbasierter Techniken zu nutzen, um Lernen und Lehren in solch einer Umgebung weiter zu verbessern und effektiv zu gestalten. In diesem Artikel stellen wir das KBS Virtual Classroom Project vor, seine theoretische Grundlage in Form des konstruktivistischen Ansatzes in der Lehre, die Umsetzung in unseren Vorlesungen und den derzeitigen Implementationsstands des Projekts.

Nicola Henze, Wolfgang Nejdl

Integration von Internet und Workflowmanagement in universitätsübergreifenden Lehrveranstaltungen

Ein Großteil der deutschsprachigen Wirtschaftsinformatik-Institute und -Lehrstühle sieht in den Themen Electronic Commerce und Workflowmanagement wesentliche gegenwärtige Arbeitsgebiete.2 In diesem Beitrag wird skizziert, wie diese beiden Themen innerhalb des Diplomstudienganges Wirtschaftsinformatik der Universität Münster in Kooperation mit anderen Hochschulen realitätsnah in die Lehre integriert werden. Hierzu werden Konzeption und Ablauf dreier Projektseminare skizziert. Der Beitrag endet mit einem Ausblick auf zukünftige Vorhaben in der Lehre, welche die Aspekte der Virtualisierung durch weiteren Einbezug anderer Universitäten und neuer Kommunikationstechnologien (z. B. Business-to-Business-Coordination) noch weiter forcieren sollen.

Michael Rosemann, David Schüppler

Ein visuell-objektorientierter Ansatz zur Modellierung der Navigation in einer offenen Lehr-/Lernumgebung

WWW-basierte Autorensysteme erstellen HTML-Seiten, die durch dafür geeignete Browser dargestellt werden.

Diplom-Inform. W. Dilly

Die Extraktion von Restriktionen aus Aufgabenbeschreibungen für die statische, konzeptbasierte Diagnose von Lösungs- bzw. Schaltungsentwürfen (aus der Pneumatik)

Computerbasierte Lehr- und Lernsysteme sollen Wissen effizient vermitteln und den Umgang mit Problemen in Prüfungssituationen oder im Alltag vereinfachen. Damit das Gelernte in aktives, anwendbares Wissen (prozedurales Wissen) beim Teilnehmer umgewandelt wird, reicht die bloße Vermittlung von Fakten und Regeln (deklaratives Wissen) nicht aus. Die Anwendung des Wissens selbst muß in „realen“Problemsituationen trainiert werden, um prozedurales Wissen zu erwerben. Dafür wurden in unserer Arbeitsgruppe sogenannte Intelligente Problemlöseumgebungen (IPSE) entwickelt, in denen der Lernende freies, exploratives Problemlösen durch den uneingeschränkten Entwurf von Lösungen trainieren kann. Die Diagnosekomponenten dieser Systeme müssen mächtig genug sein, um sämtliche Entwurfsmöglichkeiten beurteilen zu können. In diesem Beitrag werden verschiedene Ansätze vorgestellt, die freies Problemlösen ermöglichen. Wenn der Lernende jedoch die Aufgabenstellung selbst nicht versteht, so können diese Systeme keine Hilfestellung geben. In der IPSE PULSE wurde daher eine konzeptbasierte Spezifikationsanalyse integriert, die den Lernenden bereits beim Verstehen der Aufgabenstellung unterstützt und hilft, Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Ein weiterer Vorteil der Spezifikationsanalyse ist die Einsetzbarkeit in einem Dozentenmodus, der die einfache Integration neuer Aufgaben durch einen Dozenten ermöglicht. Eine solche explizite Analyse von Restriktionen aus der Aufgabenbeschreibung wurde bisher in keinem anderen Lehr-und Lernsystem verwirklicht.

Janine Willms, Claus Möbus

Studiengänge an Hochschulen

Erfahrungsbericht zur Lehrevaluation der Informatik in Paderborn

Das Fach Informatik an der Universität-GH Paderborn hat von Mitte 1996 bis Mitte 1997 eine Evaluation von Studium und Lehre durchgeführt. Wir haben damit sehr positive Erfahrungen gemacht, die wir in diesem Artikel weitergeben möchten. Ein solcher Bericht aus der Sicht des Faches mag die eher methodischen Beschreibungen von Evaluationsinstitutionen nützlich ergänzen. Zusammen mit dem Material aus Evaluationen anderer Informatik-Bereiche soll er die Basis übertragbarer Erfahrungen verbreitern.

U. Kastens

Überlegungen zur Einführung von Bachelor- und Master-Graden für die Informatik an deutschen Universitäten

Es ist davon auszugehen, daß im Frühling 1998 eine Novellierung des Hochschulrahmengesetzes verabschiedet wird, das nach § 19 Studiengänge, die zu Bachelor- und Mastergraden nach angelsächsischem Muster fuhren, zur Erprobung erlaubt.

J. Leslie Keedy

Workshop

Workshop: Informatik-Ausbildung wozu?

Der Workshop „Informatik-Ausbildung wozu?“ bietet ein Forum zur Diskussion über Empfehlungen zum Informatikstudium an Universitäten, die derzeit vom Arbeitskreis „Ausbildung an Hochschulen: Ziele und Wege“ des Fachausschuß 7.1 der GI erarbeitet werden. Diese Empfehlungen sollen Ende September 1998 in der Präsidiumsitzung der GI beraten werden.

Jürgen Freytag

Workshop: Objektorientierung in der Ausbildung

Eine der wichtigsten Aufgaben von Informatikern ist die Modellierung von Anwendungssystemen, d.h. von Abläufen, Daten, Gegenständen, Sachverhalten etc. In der Praxis-aber auch in Forschungs- und Entwicklungsprojekten an den Hochschulen — werden für diese Aufgabe zunehmend objektorientierte Methoden eingesetzt.

Jürgen Freytag

Workshop 3: Neue IT-Berufe

Informationstechnologien, Multimedia oder andere Klassifizierungen an Produkten und Leistungen der Informations- und Telekommunikationstechnik (IT-Technik) sind dabei, die Wirtschaft, die Arbeitswelt und die Gesellschaft in einem bisher nicht bekannten Ausmaße zu verändern. Sie durchdringen alle Lebensbereiche, korrespondieren mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel und sind Motor und Ergebnis der Globalisierung der Wirtschaft. „Der umfassende Einsatz der Informationstechnik und die Entwicklung zur Informationsgesellschaft gehen einher mit einem Wandel der Berufe und Beschäftigungsfelder.“ (Info 2000, S. 17)

Bernhard Borg

Workshop: Informatische Bildung als Medienerziehung?

Medien nehmen eine immer größere Bedeutung in der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen ein, ihre gegenwärtige und zukünftige Lebenswelt ist tiefgreifend von Medien geprägt. Pädagogische Theorie, Bildungspolitik und Bildungspraxis versuchen, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Die Computertechnologie spielt unter den heutigen Medien eine besondere und herausragende Rolle. Informatischer Bildung kommt deshalb ein besonderes Gewicht zu. Im Workshop wird der Frage nachgegangen, welche Antworten Informatik als Wissenschaft und informatische Allgemeinbildung geben können, um die Herausforderungen einer Medienerziehung aufzugreifen. Es sollen erste Ergebnisse des GI-Arbeitskreises 7.3 “Informatische Bildung und Medienerziehung“ zur Diskussion gestellt werden.

Annemarie Hauf-Tulodziecki, Heidi Schelhowe

Workshop 5 Evaluation der Lehre

An den Hochschulen wurden in den letzten Jahren verstärkt Begutachtungen und Bewertungen der Lehre, der Forschungsaktivitäten sowie der Organisation der Hochschulen und Fachbereiche durchgeführt. Akteure solcher Evaluationen waren und sind Studierende, z.B. mit studentischen Fragebogenumfragen, Fachbereichsangehörige sowie externe, professionelle bzw. wissenschaftliche Gutachterkommissionen. Angeregt auch durch von Medienverlagen veröffentlichte Ranglisten entstand eine Diskussion um Methodiken der Evaluation, der Bewertung und Begutachtung von Forschungsaktivitäten und der Lehre an den Hochschulen. In der Informatik sind inzwischen an einigen Fachbereichen Evaluationen durchgeführt worden, hieraus ergibt sich der Bedarf, Erfahrungen auszutauschen.

J. Nedon, M. Weber

Workshop: “Intelligente Lehr- und Lernsysteme (ILLS)“

Die Entwicklung von ILLS befindet sich gegenwärtig in einem Umbruch (SANDBERG & ANDRIESSEN, 1997). Waren bisher Einzelplatz- und Einzelagentensysteme mit Ihren Spielarten “Intelligente Tutorielle Systeme (ITS)“, “Intelligente Problemlöseumgebungen (IPSE)“ oder “Explorative Lernumgebungen“ Ziele der Entwickler, sind durch technologische Veränderungen (wie z.B. die Rechnervernetzung oder der Einbezug der Multimedialität) neue Lern- und Problemlöseformen denkbar. Als gegenwärtige Trends lassen sich ausmachen: (1) vom einfachen Problemlösen hin zum Verstehen von Problemlösungen, (2) stärkere Betonung von Lernerinitiative und Interaktivität, (3) stärkere Berücksichtigung der Situationsbezogenheit des Wissens, (4) von der einseitig gerichteten Wissenskommunikation zum wechselseitigen Wissenstransfer mit Verhandlungsund Diskussionsprozessen, (5) Nutzung des weltweit vorhandenen Wissens über das Internet.

Claus Möbus

Workshop 7: Neue Medien im Fernstudium

Präsenz- und Fernstudium unterscheiden sich im wesentlichen in der Form der Lehrveranstaltung Vorlesung. Während sich Teilnehmer an Vorlesungen in Gemeinschaft Wissen durch Zuhören und Anfertigen von Notizen aneignen, sind Fernstudierende beim Durcharbeiten von Kursmaterial auf sich allein gestellt. Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden kommt bei Vorlesungen im Rahmen der Massenuniversität wegen großer Hörerzahlen als Vorteil immer weniger zum Tragen. Mithin beginnt im Vergleich der Wissensvermittlungsformen des Präsenz- und Fernstudiums der Vorteil des Selbststudiums zu überwiegen, der in der zeitlichen Asynchronität zwischen Lehrenden und Lernenden besteht. Diese äußert sich sogar gleich in zweifacher Hinsicht, und zwar im Zeitpunkt der Wissensaufnahme und in der dabei gewählten Geschwindigkeit. Durch Möglichkeiten zum Wiederholen und Hinzuziehen weiterer Quellen wird die sequentielle Struktur der Vorlesung überwunden. Studierende erhalten mithin zusätzliche Freiheitsgrade zur Organisation des Lernens. Vor diesem Hintergrund haben nicht nur die FernUniversität, sondern auch Präsenzuniversitäten damit begonnen, die in Form der Multimediatechnik gegebenen neuen technischen Möglichkeiten zur Entwicklung von Material für rechnergestütztes Selbststudium zu nutzen. Das Ziel dieses Workshops ist es, einen Überblick über laufende Aktivitäten zu geben.

Wolfgang A. Halang, Bernd J. Krämer

Workshop „Informatikausbildung und ihre Bedeutung für Entwicklungsländer“

Ausländische Studierende zeigen ein großes Interesse, ingenieurwissenschaftliche Studiengänge wie Elektrotechnik oder Informatik in Industrieländern zu studieren. Dies zeigt sich auch an deutschen Hochschulen. Diese Disziplinen haben in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung und Verbreitung erfahren, die die Entwicklungsländer nicht verpassen wollen.

Nazir Peroz

Internationale Abschlüsse in der Informatik

Workshop — veranstaltet vomFachausschuß 7.1 „Ausbildung an Hochschulen“

Unter dem Tenor „die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des Studienstandortes Deutschland ist in Gefahr“ wird seit etwa zwei Jahren auf der politischen Ebene in Deutschland die Einführung von international gebräuchlichen Abschlüssen wie „Bachelor“, „Master“ oder „Ph.D.“ gefordert. Die Gründe hierfür sind unterschiedlicher Natur: Einerseits zeigen die Statistiken über die durchschnittliche Studiendauer an deutschen Universitäten (und zum allerdings wesentlich geringeren Teil auch an Fachhochschulen), daß erste berufsqualifi-zierende Abschlüsse an Hochschulen im angelsächsischen Bereich in signifikant kürzeren Studienzeiten erreicht werden. Daraus folgert man z. B. die Notwendigkeit von Kurzstudiengängen mit entsprechendem Abschluß. Andererseits stoßen bei vielen ausländischen Bewerbern und Bewerberinnen die hier benutzten Graduierun-gen „Diplom“bzw. „Diplom (FH)“ auf Unverständnis oder werden völlig falsch interpretiert. So verspricht man sich alleine von der Anwendung der neuen angelsächsischen Bezeichnungen bereits eine Vergrößerung des Anteils an Studierenden aus dem Ausland.

W. Burhenne
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