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2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Information, Emotion, Expertise. Ein Experiment zur Wirkung journalistischer Darstellungsweisen in der Gesundheitskommunikation

verfasst von : Dr. Klaus Kamps, Franziska Fischer, Inga Michaelis, Elisabeth Olfermann

Erschienen in: Qualität im Gesundheitsjournalismus

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

In Zeiten gesundheitlicher Krisen, etwa ausgelöst durch Virenepidemien, ist die sachgerechte Unterrichtung der Bevölkerung eine zentrale Aufgabe des Gesundheitsjournalismus. Dabei sind Journalistinnen und Journalisten auf Experten angewiesen: a) zur eigenen Information oder b) als ‚vorzeigbare‘, glaubwürdige Quellen von Empfehlungen oder Gesprächspartner in ihren jeweiligen Formaten. Dabei mag es insofern zu Zielkonflikten kommen, als die Frage der Angemessenheit der Informationspräsentation von Journalisten und Gesundheitsexperten unterschiedlich bewertet werden kann. Vor diesem Hintergruknd untersucht diese Studie mittels eines Framing-Experimentes, welche Folgen eine eher informationsorientierte oder eine eher emotionale Darstellungsweise für die Rezeption und Wirkung des printmedialen Gesundheitsjournalismus haben kann und welchen Einfluss die explizite Nennung von Gesundheitsexperten hier nimmt. Dazu wurde ein 2 × 2-Design entwickelt, 147 Probanden nahmen an dem Experiment und einer anschließenden Panelbefragung teil. Die Analyse zeigt Effekte eines informationsorientierten Artikels, jedoch keine Effekte durch die explizite Erwähnung von Experten. Die Befunde werden detailliert diskutiert.
Fußnoten
1
Als Elemente von Frames werden nach einer schon klassischen Unterscheidung von Entman (1993, S. 52) meist definiert: Problemdefinition, Verantwortungszuschreibung, Handlungsempfehlung und (moralische) Bewertung – wobei ein Frame nicht zwingend all diese Elemente enthalten muss.
 
2
Alle Versuchspersonen wurden nach der zweiten Befragung (t2) in einem De-Briefing über die Fiktion der Krise, den Aufbau und das Ziel der Arbeit informiert. Für die Studie ist dieser Zeitpunkt von Bedeutung, da bei einer früheren Aufklärung Ergebnisse verfälscht werden würden, es käme zu einer Veränderung des Involvements und zu einer Beeinflussung der Einstellung.
 
3
Konkret wird hier und im Folgenden, soweit nicht anders bezeichnet, unter Einstellung die Einstellung gegenüber der Medienberichterstattung in Krisenzeiten verstanden (t0); zu den Zeitpunkten t1 und t2 bezogen sich jeweils ähnliche Items auf den im Stimulus vorgegebenen Text.
 
4
Varianzanalysen lassen Mittelwertvergleiche zwischen einer abhängigen und mehrere unabhängigen Variablen zu. Korrelationsanalysen ermöglichen das Erkennen ungerichteter Zusammenhänge zwischen zwei Variablen, und mit Hilfe von Regressionsrechnungen lassen sich diese Zusammenhänge spezifizieren. Man erkennt also nicht nur, dass ein Zusammenhang besteht, sondern auch, welche Variable eine andere beeinflusst.
 
5
Das Allgemeine Lineare Modell liefert einen mathematischen Rahmen in dem unterschiedliche Anordnungen von einer (einfaktoriell) oder mehreren (mehrfaktoriell) unabhängigen Variablen und der abhängigen Variable untersucht werden können. Dadurch soll eine abhängige Variable durch eine oder mehrere unabhängige Variablen (Kovariaten) erklärt werden.
 
Literatur
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Metadaten
Titel
Information, Emotion, Expertise. Ein Experiment zur Wirkung journalistischer Darstellungsweisen in der Gesundheitskommunikation
verfasst von
Dr. Klaus Kamps
Franziska Fischer
Inga Michaelis
Elisabeth Olfermann
Copyright-Jahr
2014
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-02427-7_8