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Über dieses Buch

Ein wesentliches Kennzeichen der ökonomischen Umwelt ist die Unsicherheit, mit der Ereignisse eintreten. Die Möglichkeit, daß die ökonomische Umwelt mehrere Zustände einnehmen kann, bewirkt bei einem planenden und rational handelnden Agenten ein Informationsdefizit, sofern ihm der aktuelle Zustand nicht bekannt ist. Allerdings ist der Agent dieser Situation nicht hilflos ausgeliefert. In vielen Fällen kann er versuchen, das Informationsdefizit zu vermindern oder es sogar ganz zu beheben. In dieser Arbeit wollen wir uns mit der Problematik auseinandersetzen, unter welchen Bedingungen ein Agent solche Anstrengungen zur Informationsbeschaffung unternimmt. Die Unsicherheit, die der planende Agent in seinen Entscheidungen berücksichtigen muß, sofern er wirtschaftlich rational handeln will, kann sich auf mehrere Aspekte beziehen. Zum einen lassen sich viele Unsicherheitsphänomene als stochastische Ereignisse der Natur interpretieren. Darunter verstehen wir alle zufälligen Datenänderungen, die sich von keinem planenden und entscheidenden Wirtschaftssubjekt beeinflussen lassen. Beispiele hierfür sind alle tatsächlichen Natureinflüsse, wie das Wetter, zufällige Qualitäts- und Maßschwankungen im industriellen Produktionsablauf oder auch modellexogene Parameterschwankungen, wie die Auslandsnachfrage in einer geschlossenen Volkswirtschaft. Um in einer solchen unsicheren Umwelt rational zu handeln, muß vom Entschei­ der verlangt werden, daß er zumindest subjektive Wahrscheinlichkeitsverteilungen über unsicheren Ereignismengen besitzt (vgl. Savage [1954]), und er muß eine kardinale Nutzenfunktion über solchen Wahrscheinlichkeitsverteilungen haben (vgl. 2 von Neumann und Morgenstern [1947]). Eine weitere Möglichkeit, die bei einem planenden Agenten ein Informations­ defizit hervorrufen kann, resultiert aus den Handlungen anderer Agenten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einführung

Zusammenfassung
Ein wesentliches Kennzeichen der ökonomischen Umwelt ist die Unsicherheit, mit der Ereignisse eintreten. Die Möglichkeit, daß die ökonomische Umwelt mehrere Zustände einnehmen kann, bewirkt bei einem planenden und rational handelnden Agenten ein Informationsdefizit, sofern ihm der aktuelle Zustand nicht bekannt ist. Allerdings ist der Agent dieser Situation nicht hilflos ausgeliefert. In vielen Fällen kann er versuchen, das Informationsdefizit zu vermindern oder es sogar ganz zu beheben. In dieser Arbeit wollen wir uns mit der Problematik auseinandersetzen, unter welchen Bedingungen ein Agent solche Anstrengungen zur Informationsbeschaffung unternimmt. Die Unsicherheit, die der planende Agent in seinen Entscheidungen berücksichtigen muß, sofern er wirtschaftlich rational handeln will, kann sich auf mehrere Aspekte beziehen. Zum einen lassen sich viele Unsicherheitsphänomene als stochastische Ereignisse der Natur interpretieren. Darunter verstehen wir alle zufälligen Datenänderungen, die sich von keinem planenden und entscheidenden Wirtschaftssubjekt beeinflussen lassen.
Peter Ockenfels

2. Die Grundbegriffe der Spieltheorie

Zusammenfassung
Der Gegenstand dieser Arbeit läßt sich als eine soziale Konfliktsituation begreifen. Unter einer sozialen Konfliktsituation kann man generell eine Entscheidungssituation verstehen, in der der Nutzen eines Agenten nicht nur von seinen Entscheidungen und den daraus resultierenden Handlungen, sondern auch von den Handlungen anderer Entscheidungsträger abhängt. Viele (mikro—) ökonomische Modelle haben eine solche soziale Konfliktsituation als Gegenstand.
Peter Ockenfels

3. Die formale Beschreibung der Modelle

Zusammenfassung
In diesem Teil der Arbeit soll eine formale Beschreibung der verschiedenen Spiele gegeben werden. Es handelt sich dabei um 4 verschiedene Modelle, die wir als Stufenspiele mit 3 bzw. 4 Stufen formulieren wollen, wobei sich jedoch die Spiele nur in der 3. bzw. 4. Stufe unterscheiden. Bevor wir die genaue Formulierung der einzelnen Spiele vornehmen, sei zuerst noch eine Vorüberlegung angestellt, die es uns gestattet, unsere Modelle parameterarm zu gestalten, ohne ihre Allgemeinheit hierdurch einzuschränken.
Peter Ockenfels

4. Die Lösungen der Teilspiele

Zusammenfassung
Wie wir schon in Kapitel 3 sahen, zerfallen alle von uns betrachteten Spiele Гj (j=1,...,4) in mehrere Teilspiele Гjk (j=1,...,4; k=1,...,nj). Da die Lösung eines Spieles ein TPG sein soll, bestimmen wir zunächst die Menge der TPG. Sollte diese Menge einelementig sein, so haben wir mit Sicherheit die Lösung gefunden. Sonst müssen wir weiter einschränkende Forderungen stellen. Weiterhin sahen wir in Kapitel 3, daß mehrere Teilspiele untereinander isomorph sind. Es empfiehlt sich somit aus arbeitsökonomischen Gründen, die Teilspiele zunächst unabhängig von den eigentlichen Spielen vorab zu lösen. Diese isomorphen Teilspiele sind:
1.
Das vollständig informierte Spiel, in dem alle Anbieter simultan ihre Entscheidungen treffen. Wir wollen es das Cournot-Spiel (Гl) nennen. Hierzu gehören die Teilpiele Г14, Г34 und Г44.
 
2.
Das simultan uninformierte Spiel, in dem alle Anbieter in Unkenntnis der Realisation des Zufallsexperimentes simultan ihre Mengen festlegen. Wir werden es das uninformierte Cournot-Spiel (Г2) nennen. Г11, Г31 und Г41 gehören in diese Klasse.
 
3.
Das Ponssard-Spiel (Г3), in dem die Spieler asymmetrisch informiert sind, so daß es informierte und nichtinformierte Spieler gibt. Für das uns besonders interessierende Dyopol gehören hierzu Г12 und Г13.
 
4.
Das sequentiell vollständig informierte Spiel Г4 (Stackelberg-Spiel). (Г4 ≃ Г24).
 
5.
Das sequentiell uninformierte Spiel Г5 (uninformiertes Stackelberg-Spiel). (Г5 ≃ Г21).
 
6.
Das sequentiell asymmetrisch informierte Spiel, in dem die informierten Anbieter nach den uninformierten entscheiden (Г6). Hierzu gehören im Dyopolfall Г23, Г32 und Г33.
 
7.
Das sequentiell asymmetrisch informierte Spiel (Г7), in dem die informierten Anbieter vor den uninformierten Spielern entscheiden. Für unsere Dyopolsituation zählen hierzu Г22, Г42 und Г43.
 
8.
Für Nichtdyopolsituationen müssen wir noch das allgemeinere sequentielle Spiel (Г8) mit asymmetrisch informierten Anbietern in der Unabhängigkeits- wie auch in der Abhängigkeitsposition betrachten.
 
Peter Ockenfels

5. Die Lösungen für die Dyopole

Zusammenfassung
Nachdem im vorangegangenen Kapitel die Teilspiele analysiert wurden, sollen nun unter Zuhilfenahme dieser Analyse die vier Spiele Γ1,...,Γ4 für den Spezialfall des Dyopols untersucht werden.
Peter Ockenfels

6. Wege zu Oligopollösungen und erste Resultate

Zusammenfassung
In Kapitel 5 haben wir uns mit dem Dyopol befaßt. Es wurden systematisch alle Fälle der Informationsbeschaffung und des Marktentscheidungsprozeßes auf einem homogenen Dyopolmarkt untersucht. Diese Modelle können in vielfältiger Weise erweitert werden.
Peter Ockenfels

7. Schlußwort

Zusammenfassung
In einer marktwirtschaftlichen Ökonomie vollziehen sich viele Aktivitäten auf Märkten. Grundsätzlich kann nicht davon ausgegangen werden, daß die Marktteilnehmer vollständig über alle Daten informiert sind. Die Wirtschaftstheorie will allgemeine Aussagen über die ökonomischen Entscheidungen und das daraus resultierende Verhalten der wirtschaftenden Subjekte formulieren. Folglich muß sie sich auch mit Situationen befassen, in denen die Entscheidungsträger unvollständig informiert sind.
Peter Ockenfels

Backmatter

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