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07.07.2017 | Informationssysteme | Infografik | Online-Artikel

Wie Algorithmen die Bundestagswahl beeinflussen

verfasst von: Sven Eisenkrämer

2 Min. Lesedauer

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Ein Forschungsprojekt der Organisation Algorithm Watch soll herausfinden, ob und wie Suchmaschinen – vor allem Google – durch personalisierte Suchergebnisse Einfluss auf die Bundestagswahl 2017 nehmen. Bis zu einer Million Daten pro Tag sollen durch "Datenspenden" erhoben werden. 

Welche Themen haben in den Ergebnissen der Google-Suche und bei Google News Konjunktur, wenn es um die Bundestagswahl 2017 geht? Wie groß ist der Einfluss von nutzerspezifisch aufgebrochenen Ergebnissen einer Internetsuche auf eine demokratische Wahl? Unter anderem diese Fragen versucht die Organisation Algorithm Watch in einer aktuellen Fallstudie zumindest teilweise zu beantworten. 

Am 5. Juli 2017 hat die gemeinnützige Gesellschaft in Kooperation mit den Landesmedienanstalten Bayern (BLM), Berlin-Brandenburg (mabb), Hessen (LPR Hessen), Rheinland-Pfalz (LMK), Saarland (LMS) und Sachsen (SLM) sowie der TU Kaiserslautern das Projekt "#Datenspende: Bundestagswahl 2017" gestartet. 

Browser-Plugin startet Google-Suchen

Internetnutzer, die sich beteiligen möchten, können ein Browser-Plugin (für Firefox oder Chrome) installieren. Mehrmals am Tag startet dieses Plugin dann automatisch gezielte Suchanfragen mit einer festgelegten Auswahl an Suchbegriffen (Politiker-Namen und Parteien) und übermittelt die Ergebnisse anonymisiert der Google-Suche an eine Algorithm-Watch-Datenbank. 

"Wir rechnen mit etwa 1000 aktiven Nutzern und bis zu 1000 Daten, die wir von diesen Nutzern jeden Tag bekommen", sagte Katharina Anna Zweig, Professorin an der Technischen Universität Kaiserslautern und einer der Köpfe hinter Algorithm Watch kurz nach Projektstart im Gespräch mit Springer Professional. Eine Woche später war die Anzahl der Nutzer bereits auf mehr als 2500 gestiegen.  

Ziel der Studie ist es, herauszufinden, wie stark Algorithmen Suchergebnisse personalisieren und welchen Themen Google rund um die Bundestagswahl welche Relevanz beimisst. Algorithm Watch erhofft sich aussagekräftige Ergebnisse von der Studie. Doch "natürlich ist diese Fallstudie nicht repräsentativ", sagt Zweig im Gespräch mit Springer Professional. "Dazu sind selbst 1000 Nutzer noch viel zu wenig", so die Professorin.

Täglich sollen die anonymisierten Ergebnisse auf der Internetseite des Projekts für jedermann abrufbar sein. Das Plugin soll bis etwa einen Monat nach der Wahl noch Suchanfragen stellen und Daten sammeln und auch analysieren, wie sich eine mögliche Manipulation von außen, wie etwa durch Fake News, auswirken könnte. 

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