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29.03.2016 | Informationssysteme | Im Fokus | Onlineartikel

So sorgt eine Virtual-Reality-Brille im Büro für Ordnung

Autor:
Andreas Burkert
3 Min. Lesedauer

Das tägliche Durcheinander auf dem Schreibtisch schadet der Produktivität. Eine Virtual-Reality-Brille kann Abhilfe schaffen und würde dabei nicht nur für Ordnung sorgen.

Vom Chaos auf dem Schreibtisch ins wohl sortierte virtuelle Büro. Diesem Wunsch sind nun Forscher des Exzellenzclusters CITEC der Universität Bielefeld ein Stück näher gekommen. Sie haben ein Verfahren entwickelt, um mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) den heimischen Schreibtisch zu erweitern. Dokumente lassen sich damit in einer künstlichen Umgebung betrachten und sortieren. Zusammen mit dem ebenfalls in Bielefeld ansässigen Softwarehersteller Ceyoniq Technology haben sie eine Software geschrieben, die sie mit der Entwicklerversion der VR-Brille Oculus Rift erproben.

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„Mit unserem neuen virtuellen System machen wir die Daten greifbar und ermöglichen, sie im Raum anzuordnen“, erklärt Thies Pfeiffer. Der Informatiker ist technischer Leiter des Virtual-Reality-Labors, einem Teil des Zentrallabors im CITEC-Gebäude. Bisher musste, wer Dokumente betrachten will, sie sich auf einem Computerbildschirm als Dokumentenbaum darstellen. Er zeigt an, wie die Textdateien, Bilder oder Videos sortiert sind. Die Dateien lassen sich anklicken und verschieben. Träger von VR-Brillen sehen hingegen eine künstlich erschaffene Welt und haben den Eindruck, sich tatsächlich in der interaktiven Umgebung zu befinden.

Virtuelle Gegenstände mit der Hand greifen

Die CITEC-Forscher haben eine zentrale Funktion ergänzt: In ihrem System können die Nutzer auch ihre Hände benutzen und virtuelle Gegenstände greifen. „Teil des Systems ist ein virtueller Schreibtisch, auf dem der Nutzer seine Dateien sortieren kann“, sagt Pfeiffer. Dafür greift der Nutzer nach der gewünschten Datei – zum Beispiel einem Video – und legt es auf dem Schreibtisch ab. Der Nutzer kann das Video starten, indem er es mit seiner virtuellen Hand berührt. Auf einem virtuellen Computerbildschirm wird die Datei dann abgespielt.

„Der Nutzer kann Dateien also intuitiv mit Gesten und Bewegungen organisieren“, sagt Pfeiffer. Der Schreibtisch und das Büro, in dem er steht, sind dem tatsächlichen Arbeitsplatz des Nutzers nachempfunden. Der Nutzer hat also den Eindruck, sich in seinem gewohnten Umfeld zu befinden. „Das sorgt auch dafür, dass er sich schnell in dieser künstlichen Umgebung zurechtfindet.“ Der Platz in der Virtualität ist nicht begrenzt. Der Schreibtisch kann zum Beispiel beliebig vergrößert und auch der Bildschirm kann auf Wunsch verbreitert werden.

Digitales Bürosystem zum Anfassen

Pfeiffer und seine Kollegen haben außerdem virtuelle Regale programmiert, die Dokumente verwahren und anzeigen. Jedes Regal enthält Dokumente zu einem Themenbereich. So lassen sich die Einträge einer Datenbank darstellen – etwa Personalkarteien, in denen Gehaltsklassen, Weiterbildungen und Wochenarbeitszeit verzeichnet sind. „Wenn sich der Personalverantwortliche nun einen schnellen Überblick verschaffen will, setzt er sich die VR-Brille auf, sieht die Regalreihen durch und erkennt zum Beispiel, wie viele Personen in Teilzeit arbeiten oder eine Weiterbildung absolviert haben“, sagt Pfeiffer. „Und wenn er die Regale regelmäßig anschaut, bemerkt er direkt, wo sich Veränderungen ergeben haben.“

Die CITEC-Forscher denken zusätzlich über die Entwicklung eines digitalen Bürosystems nach, das Projektoren einsetzt. Digitale Dokumente können dann als Projektion auf dem Schreibtisch dargestellt werden. Die Nutzerin kann dann ein ausgedrucktes Formular auf ihrem Schreibtisch ablegen, zum Beispiel ein Bestellformular, das automatisch eingescannt wird. Das System könnte dann per Projektion Dokumente und Daten ergänzen, die zu der Bestellung gehören – etwa den Lieferschein – und die Nutzerin kann daraufhin die Zahlung anweisen.
Unter folgendem Link können Sie einen Blick ins Virtual-Reality-Labor wagen: https://www.cit-ec.de/en/content/virtual-reality-lab.

  

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