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12.10.2018 | Informationssysteme | Nachricht | Onlineartikel

3-Wörter-Navigation bei DB Schenker und Mercedes-Benz

Autor:
Sven Eisenkrämer

DB Schenker hat das Navigations- und Adresssystem von What-Three-Words implementiert. Die Zustellung soll mit der 3-Wort-Navigation effizienter werden. Daimler wendet das System im neuen Infotainment-System von Mercedes Benz an. 

Das digitale Adresssystem von What-Three-Words kommt beim Logistikunternehmen der Deutschen Bahn, DB Schenker, zum Einsatz. Wie der Konzern mitteilt, bietet DB Schenker seinen Kunden ab sofort die Angabe von Adressen im What-Three-Words-Format an. Das System wurde im Online-Portal implementiert. Mercedes-Benz setzt die Technik unterdessen in seinem neuen Infotainmentsystem in PKW ein, Fahrer können mit Spracheingabe von drei Wörtern gezielter navigieren.

57 Millionen Quadrate im System

Das Unternehmen "what3words Ltd" hat für sein Adresssystem die gesamte Erdoberfläche in 57 Millionen Quadrate von drei mal drei Metern Größe eingeteilt. Jedes dieser Quadrate hat eine einmalig vorkommende Bezeichnung, die aus drei Wörtern besteht. Statt Straßennamen und Hausnummern sind die Drei-Wort-Adressen präziser und auch in Gebieten der Erde ohne Straßenbezeichnung verwendbar. Im Gegensatz zu GPS-Koordinaten sind sie anwenderfreundlicher und leichter zu behalten. So heißt beispielsweise die Adresse der Fahne der Einheit vor dem Reichstagsgebäude in Berlin "///falschem.kostete.bremsen". 

"Unsere Kooperation mit What-Three-Words ist ein weiterer Baustein unserer Digitalstrategie 'connect'", wird Markus Sontheimer, Chief Information und Chief Digitization Officer (CIO/CDO) bei DB Schneker in der Mitteilung des Unternehmens zu der Anwendung zitiert. Mit dieser Strategie wolle man "eine innovative, digitale Logistik entwickeln. Insbesondere bei Messen und Ausstellungen, aber auch an entlegenen Orten der Welt können wir mit What-Three-Words künftig präziser und damit noch schneller und besser unsere Kunden beliefern", heißt es. 

Drei Viertel der Zustellungen mit Adressproblemen

Laut What-Three-Words habe eine Studie kürzlich gezeigt, dass es in Deutschland bei 73 Prozent der Sendungen zu Problemen beim Auffinden der richtigen Adresse durch den Zusteller kommt. In über einem Viertel aller Fälle müssten die Fahrer auf zusätzliche Informationen zurückgreifen, um den genauen Zustellungsort zu finden, heißt es. Dieses Problem könne das 3-Wort-System in den meisten Fällen lösen und somit für Sender und Empfänger mehr Effizienz und eine höhere Kundenzufriedenheit schaffen. 

Die Deutsche Bahn ist seit 2016 über die DB Digital Ventures GmbH an der what3words Ltd beteiligt. 

Im Automobilsektor hatte Anfang 2018 auch Daimler eine Investition in das Unternehmen angekündigt und hat die 3-Wort-Navigation bereits in sein neues KI-Infotainmentsystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience) implementiert. Das MBUX samt What-Three-Words-System kommt erstmals in der neuen Mercedes-Benz A-Klasse zum Einsatz, die ab 2019 ausgeliefert wird. 

Drei Wörter im HMI

Für Daimler sei entscheidend, dass 3-Wort-Adressen sehr einfach zu bedienen seien. "Unser Ansatz im Bereich HMI ist ganz darauf ausgerichtet, unseren Kunden das beste, einfachste und komfortabelste Erlebnis zu bieten", wird Sajjad Khan, Vice President of Digital Vehicle and Mobility, Daimler AG in einer Mitteilung der Stuttgarter zitiert. "Traditionelle Straßenadressen wurden einfach nicht für die Spracheingabe gebaut", sagt Chris Sheldrick, CEO und Mitbegründer von What-Three-Words. 

Wenn ein Fahrer eine 3-Wort-Adresse per Sprache oder Text eingibt, wandelt die What-Three-Words-Technologie diese in eine Koordinate um. Das Auto fährt dann mit dem eingebauten Karten- und Navigationssystem genau an diesen Ort. 

What-Three-Words ist derzeit in 14 Sprachen verfügbar, weitere sind laut Unternehmen in Entwicklung. 

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