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05.12.2016 | Informationswirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Datensammeln im Internet der Dinge

Autor:
Sven Eisenkrämer

Verbaucher nehmen das Internet der Dinge (IoT) an. Und sie sind immer stärker bereit dazu, Daten der IoT-Geräte für Gegenleistungen herauszugeben. Eine große Chance für Hersteller und Dienstleister.

Smart Home, Smart Car oder E-Health sind längst keine abstrakten Worthülsen mehr. Rund 95 Prozent der Deutschen geben an, diese Innovationen zu kennen. Das steht im Data Monitor 2017 des Softwareherstellers und Analytics-Spezialisten SAS, der Forsa mit einer Studie beauftragt hat. In "Internet der Dinge – Wem und wofür Deutsche ihre persönlichen Daten preisgeben" beschäftigen sich die Forscher mit der Integration des Internet of Things (IoT) im Alltag. 1.002 deutsche Männer und Frauen ab 18 Jahren hat Forsa in der Stichprobe befragt und kommt zu Ergebnissen, die für Dienstleister, Hersteller, Versicherer, und so weiter sehr interessant sein dürften.

Empfehlung der Redaktion

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Digital Health, Mobile Health und Co. – Wertschöpfung durch Digitalisierung und Datenverarbeitung

Die Digitalisierung ist ein stetig fortschreitender Prozess, der sich durch sämtliche Wirtschaftsbereiche zieht. Wohnung und Häuser werden durch Smart-Home immer intelligenter. Autos lernen selbstständig zu fahren. Smartphones, Wearables und Co.


Schon heute gibt etwa ein Drittel der Befragten an, sich vorstellen zu können, Geräte mit Smart-Home-Funktionen zu nutzen oder hat diese bereits im Einsatz. Ebenso ein Drittel sagt "Ja" zu einem intelligenten Auto und sogar zu einem selbstfahrenden. Und genauso viele können sich elektronische Gesundheitsanwendungen vorstellen oder nutzen sie bereits.

Wettbewerbsregeln ändern sich

Das Internet der Dinge wird von Industrie und Endnutzern bereits angenommen, schreibt auch Springer-Autor Thomas Matyssek in seinem Buchkapitel "Geschäftsmodelle im Internet der Dinge". Er zitiert unter anderem den Marktforscher IDC, demzufolge Ende 2013 bereits 9,1 Milliarden Geräte Verbindung zum Internet hatten. 2014 waren bereits fast die Hälfte der 150 Millionen Stromzähler in den USA durch "smarte" Geräte ersetzt. Insgesamt soll das IoT-Marktvolumen 2014 bereits 655,8 Milliarden US-Dollar betragen haben. In dem Kapitel gibt Matyssek auch Empfehlungen für alle Unternehmen, wie auf die Änderung der Wettbewerbsregeln durch die Digitalisierung reagiert werden sollte. Chancen sieht er in Partnerschaften mit anderen Unternehmen – und mit Endkunden, die "einen entscheidenden Anteil an der Wertschöpfung tragen".

Spannend wird es deswegen auch bei der konkreten Frage nach der Datenweitergabe aus den IoT-Bereichen in der Forsa-Umfrage. 21 Prozent der Deutschen sind demnach bereit, Smart-Home-Daten an den Energiedienstleister weiterzugeben, wenn sie Gegenleistungen wie eine kostenlose Energieberatung oder einen günstigeren Stromtarif erhielten. 16 Prozent gäben ihre Daten an Versicherungen weiter, um bessere Tarife, Beratung zum Einbruchsschutz oder Unterstützung bei Wetterschäden zu erhalten.


Junge Menschen geben Daten eher weiter

In allen drei untersuchten Bereichen der Studie sind stets die Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren am ehesten positiv zur Nutzung und zur Datenweitergabe eingestellt. Männer stehen zudem Smart Home und Smart Car deutlich aufgeschlossener gegenüber als Frauen. Beim Auto könnten die Hersteller derzeit mit 27 Prozent der Deutschen rechnen, die ihnen die Smart-Car-Daten herausgäben – Gegenleistungen wie Frühwarnungen vor Fahrzeugschäden, Empfehlungen für spritsparendes Fahrverhalten oder auch individuelle Produktangebote vorausgesetzt. Fast genau so viele (26 Prozent) wären bereit, ihrer Autoversicherung Infos zum Fahrverhalten weiterleiten zu lassen, zum Beispiel im Gegenzug für einen günstigeren Versicherungstarif.

Beim Thema E-Health sehen die Gesamtzahlen zur Weitergabe der Daten an die Krankenkasse ähnlich aus. 29 Prozent können sich vorstellen, den Versicherer mit Gesundheitsinfos aus Fitnessarmbändern oder Apps zu speisen, wenn sie bessere Tarife oder Frühwarnungen vor Krankheiten versprochen bekämen. Deutlich höher ist die Bereitschaft, solche Daten dem eigenen Hausarzt zur Verfügung zu stellen, sofern man dafür eine bessere Beratung erwarten kann: 44 Prozent der Deutschen würden hier zustimmen. Bei den 18- bis 29-Jährigen wären sogar ganze 75 Prozent der Befragten damit einverstanden.


Dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen "eine massive Datenverfügbarkeit und -erhebung fördern wird", erwarten auch Sven Meister, Stefan Becker, Florian Leppert, Linus Drop in ihrem Buchkapitel "Digital Health, Mobile Health und Co." im Springer-Buch "Digitale Transformation von Dienstleistungen im Gesundheitswesen I" (Seite 189). Sie schreiben von Daten, die Effektivität sowie Effizienz steigern, aber auch eine Personalisierung beziehungsweise Individualisierung von Gesundheitsdienstleistungen, medizinischen Anwendungen & Co. erlauben und nennen als Stichwort "Personalized Medicine".

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