Skip to main content
main-content

19.04.2017 | Informationswirtschaft | Nachricht | Onlineartikel

Google zahlt 7,3 Millionen Euro Strafe an Russland

Autor:
Sven Eisenkrämer

Der Suchmaschinenbetreiber Google hat in einem Kartellstreit mit Russland eingelenkt. Das US-Unternehmen muss dort Android-Geräte für andere Suchanbieter öffnen und erklärt sich bereit, umgerechnet 7,3 Millionen Euro Strafe zu zahlen. Auch innerhalb der Europäischen Union laufen Ermittlungen gegen den Konzern.

Der US-Webkonzern Google hat sich in einem Kartellstreit mit der russischen Kartellbehörde FAS geeinigt. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf die russische Nachrichtenagentur Interfax. Demnach erklärt sich Google gegenüber der FAS bereit, Android-Geräte künftig für andere Suchdienste zu öffnen und eine Kartellstrafe in Höhe von 440 Millionen Rubel, umgerechnet rund 7,3 Millionen Euro, zu zahlen. Mit der Zahlung des Bußgeldes würden die Verfahren gegen den Konzern eingestellt, heißt es.

Eineinhalb Jahre Rechtsstreit in Russland

Der größte russische Suchmaschinenbetreiber Yandex hatte die Beschwerde gegen Google eingelegt, weil das US-amerikanische Unternehmen auf seinen Android-Geräten Google als Suchmaschinen-Standard eingerichtet hatte und seinen eigenen Dienst dadurch benachteiligt sah. Seit 2015, als die Beschwerde eingegangen war, schwelte der Rechtsstreit. Damals hatte die Behörde festgestellt, dass Google seine Marktmacht missbraucht und eine Geldstrafe von 438 Millionen Rubel angeordnet. Google verhandelte zuletzt mit der FAS, um einen Kompromiss zu finden. Die Geldstrafe wurde laut Medienangaben in den Kompromiss mit einbezogen.

Die EU-Kommission ermittelt derzeit in drei Fällen gegen Google und prüft dabei, ob der Konzern 

  • bei Android, 
  • der Shopping-Suche und 
  • bei Werbeeinblendungen 

seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Das "Wall Street Journal" hatte dazu berichtet, dass die EU-Kommission konkurrierende Unternehmen gebeten habe, ihr Zugang zu vertraulichen Werbeinformationen zu ermöglichen, um die Dominanz Googles im Werbegeschäft belegen zu können.

Google kontrolliert 80 Prozent des Online-Werbemarktes

Laut EU kontrolliert der Internetriese im Europäischen Wirtschaftsraum 80 Prozent des gesamten Internet-Werbemarktes. Die Kommission wirft dem Konzern aus Kalifornien vor, die Vormachtstellung zu missbrauchen. Im konkreten Fall steht dessen Plattform Adsense unter Beobachtung, über die Suchanfragen auf anderen Internetseiten mit Werbung verknüpft wird. Den Webseitenbetreibern wird dabei verboten, Suchmaschinenwerbung von konkurrierenden Unternehmen zu schalten. 

2013 hatte die amerikanische Handelskommission FTC bereits eine ähnliche Untersuchung gegen den US-Suchmaschinenbetreiber abgeschlossen. Daraufhin hatte sich der Konzern verpflichtet, etwaige Einschränkungen aufzuheben. In der EU droht dem Unternehmen eine Strafe von bis zu zehn Prozent seines gesamten Jahresumsatzes. Der Mutterkonzern Alphabet erzielte 2016 einen Jahresumsatz von 83,3 Milliarden US-Dollar. Mehr als 98 Prozent davon stammen direkt von Google, der Rest von anderen Tochterunternehmen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Eco-Systems – ein Kokon um den Kunden

Quelle:
Digitale Markenführung

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Online-Werbung

Hintergründe, Funktionsprinzipien, Formen und Formate, Anbieterstruktur und Marktentwicklung
Quelle:
Praxiswissen Online-Marketing

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Keyword-Advertising (SEA)

Funktionsprinzip, juristische Problemstellungen, Keyword- und Anbieterauswahl, Controlling, Kennzahlen, Buchung, Praxisbeispiele und Tipps
Quelle:
Praxiswissen Online-Marketing

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

eBranding und Suchmaschinenmarketing

Quelle:
Brand Evolution

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Best Practices für die Mitarbeiter-Partizipation in der Produktentwicklung

Unternehmen haben das Innovationspotenzial der eigenen Mitarbeiter auch außerhalb der F&E-Abteilung erkannt. Viele Initiativen zur Partizipation scheitern in der Praxis jedoch häufig. Lesen Sie hier  - basierend auf einer qualitativ-explorativen Expertenstudie - mehr über die wesentlichen Problemfelder der mitarbeiterzentrierten Produktentwicklung und profitieren Sie von konkreten Handlungsempfehlungen aus der Praxis.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise