Skip to main content
main-content

13.11.2013 | Ingenieurbau | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Brücken ihre technische Effizienz zeigen

Autor:
Annette Galinski

Brückenbaukunst entsteht zunächst, wenn der konzeptionelle Entwurf den funktionellen Anforderungen umfassend gerecht wird. Das ist aber längst nicht alles.

Ihrer Bedeutung entsprechend sollte sich eine Brücke zudem in ihre Umgebung am Standort einfügen. Und eine Ausgewogenheit zwischen Wirtschaftlichkeit und Ästhetik aufweisen. Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich aus dem Erscheinungsbild des Tragsystems, der Komponenten und Details des Tragwerks sowie in der Ornamentik.

Technische Effizienz zeigen

Stimmt das sichtbare Verhältnis von Trägerspannweite zu -höhe empfindet man den Träger als schlank. Allerdings ist die sichtbare Trägerlänge aus jeder Perspektive eine andere. Der Entwurf eines Brückenträgers sollte daher besonders stark frequentierte Betrachterstandorte einbeziehen. Auch die visuelle Trägerhöhe ist wesentlich wichtiger, als die effektive statische Trägerhöhe. Hier ist die Gestaltung des Trägerquerschnitts maßgeblich. Ein Beispiel: "Mit einem kräftigen, sichtbaren Brückenrand und einem stark zurücktretenden, im Schatten liegenden Träger kann die visuelle Trägerhöhe wesentlich reduziert werden.", erläutern die Springer-Autoren Christian Menn und Johann Kollegger im Buchkapitel "Entwurf" (Seite 207).Liegen stark frequentierte Betrachterstandorte tiefer als die Fahrbahn, muss auch die Dimensionierung der unteren Trägerbreite beachtet werden. Denn sie kann als Teil der Trägerhöhe wahrgenommen werden.

Je flacher, desto teurer

Flache Bogenbrücken mit einem großen Verhältnis von Bogenspannweite zu Bogenpfeilhöhe wirken spannungsvoller als steile Bogen. Allerdings steigen die Baukosten meist mit zunehmendem Schlankheitsgrad bei flachen Bogen, aber insbesondere bei flachen Kabelbrücken rasch an. Wesentlich ist daher, die schlankheitsbedingten, zusätzlichen Kosten im Vergleich zum analogen System mit optimierter Systemhöhe zu beachten.

Transparenz

Maßgebend für die Transparenz einer Brücke sind im Wesentlichen die Spannweiten und die Gestaltung des Unterbaus, insbesondere der Pfeiler. Meist sind bei breiten Brücken Träger mit einem Einheitsquerschnitt über gesamte Breite und einem Zentralpfeiler architektonisch vorteilhaft.

Einheitlichkeit und Ordnung

Die Einheitlichkeit im Erscheinungsbild eines Tragsystems zeigt eine ganzheitliche, effiziente Systemtragwirkung. Umgekehrt vermittelt eine ganzheitliche Tragwirkung bereits eine wichtige Grundlage für ein einheitliches Erscheinungsbild. Diese Tragsysteme sind meist wesentlich ökonomischer als solche, die aus einzelnen, unabhängigen Teilen bestehen. So sind z. B. Ketten aus einfachen Balken bezüglich Montage zwar etwas einfacher als Durchlaufträger. Bei gleicher Trägerhöhe sind sie aber bedeutend weniger steif und erfordern einen höheren Baustoffaufwand, breitere Auflagerquerträger sowie wesentlich mehr Lager und Fugen. Diese relativ heiklen Schwachstellen bezüglich der Dauerhaftigkeit erschweren den Unterhalt der Brücke. Zahlreiche Fugen vermindern zudem den Fahrkomfort.

Die genannten sind einige der Gestaltungsmöglichkeiten für Brückenbauten. Weitere wissenswerte Aspekte führen die Springer-Autoren Christian Menn und Johann Kollegger im Buchkapitel "Entwurf" auf.

Lesen Sie auch:

Technische Bauwerke ästhetisch gestalten

Kräfte des Wassers bemessen

Stahl vor Korrosion schützen

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2010 | OriginalPaper | Buchkapitel

Entwurf

Quelle:
Handbuch Brücken

2010 | OriginalPaper | Buchkapitel

Querschnittsgestaltung

Quelle:
Handbuch Brücken

2010 | OriginalPaper | Buchkapitel

Haupttragwerke der Überbauten

Quelle:
Handbuch Brücken

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Bildnachweise