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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Teil I. Einleitung

Zusammenfassung
Forschungs- & Entwicklungskooperationen, Innovationsnetzwerke, Lead-User, Launching-und Teaching-Customer sind seit einiger Zeit gebräuchliche Schlagworte, die Innovationen in Netzwerken beleuchten. In der empirischen Innovationsforschung fehlt es nicht an zahlreichen Belegen dafür, daß kooperative Unternehmungsbeziehungen eine zentrale Erfolgsbedingung gelingender Innovationsprozesse darstellen. Zwei Beispiele aus der Praxis sowie zwei Studienergebnisse von Unternehmensberatungen mögen diesen Zusammenhang einführend illustrieren: Vor ca. zehn Jahren kämpfte der Maschinenhersteller Reis ums Überleben. Rezension und Preisdruck im Nacken, wollte der Roboterfabrikant 1992 mit einer neuen Produktgeneration den Markt zurückerobern. Chancen rechnete man sich jedoch nur aus, wenn das Produkt um 30 % preiswerter als sein Vorgänger angeboten werden konnte — eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Die Reis GmbH schaffte es; sie drückte den Preis sogar um 40 % und senkte zudem die Entwicklungskosten und die -zeit um ca. 30 %. Wie war das möglich? Anders als bei früheren Projekten, arbeiteten diesmal alle am Innovationsprozeß Beteiligten von Anfang an zusammen. Und ‚alle Beteiligten ‘bedeutete vor allem, auch das Wissen, die Ideen und Anregungen ausgewählter Kunden sowohl in den Produktentwicklungs- als auch in den Umsetzungsprozeß zu integrieren. Der Erfolg war überwältigend: Schon der Prototyp entpuppte sich als serienreifes Gerät (vgl. Deutsch 1996: 70).
Stephan Duschek

Teil II. Erste Grundbegriffe: Innovation, Unternehmungsnetzwerk und Innovationsnetzwerk

Zusammenfassung
„Innovation“ ist ein schillernder Begriff. Einmütigkeit gibt es nur in der Aussage, daß Innovationen immer mehr zu einem Schlüsselphänomen der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Konkurrenten werden.1 Hingegen gibt es bis heute weder einen einheitlichen und allgemein geteilten Innovationsbegriff noch eine allgemein akzeptierte Innovationstheorie in der Wirtschaftswissenschaft.2 Je nach Fragestellung und Erkenntnisinteresse werden unterschiedliche Aspekte des Innovationsphänomens hervorgehoben. Van der Kooy (1988: 7 ff.) stellt in einer Untersuchung von zahlreichen Innovationsdefinitionen jedoch fest, daß die dort enthaltenen Begriffserläuterungen i.d.R. immer wieder ganz bestimmte Kategorien bzw. Dimensionen beinhalten (vgl. auch Biemans 1992: 6). Eine Darstellung derartiger Klassifizierungen des Innovationsbegriffs bietet insofern eine Möglichkeit, sich im Rahmen dieser Arbeit der Bedeutung, der Verwendungsweise, aber auch des immensen Problemgehalts des Phänomens Innovation zu nähern.3 4
Stephan Duschek

Teil III. Resource-based View: Statische und dynamische Rentenanalysen

Zusammenfassung
Im Rahmen des von der Volkswirtschaftlehre maßgeblich beeinflußten strategischen Managements und in Kritik und auch Erweiterung der Industrieökonomik (IO) wird seit Mitte der 80er Jahre der „Resource-based View“ (RBV) entwickelt (vgl. insbes. Wernerfeit 1984; Barney 1986a, 1991; Peteraf 1993). In beiden Ansätzen steht die Analyse des strategischen Managements von Wettbewerbsvorteilen im Vordergrund. Strategie wird in beiden Konzeptionen im formalen Sinne des ökonomisch fundierten strategischen Managements als eine beständige Suche nach ökonomischen Renten verstanden (vgl. z.B. Bowman 1974: 47; vgl. ebenso Teece 1990; Lado et al. 1997: 117). „The resource-based view incorporates the insights of the (...) contributions to strategic management in order to explain how firms generate rents“ (Mahoney/Pandian 1992: 364; Hervorh. S.D.). Im deutlichen Gegensatz zur 10, in der man von einer Produkt-/Marktdeterminierung von Renten ausgeht, die sich beispielsweise im „structure-conduct-performance Paradigma“ von Bain (1956, 1968) widerspiegelt und dementsprechend zu einer Homogenisierung von Unternehmungen einer Branche fuhrt (vgl. auch Nelson 1991: 64 ff.), stehen im RBV Renten, die auf Ressourcenbzw. Faktorunterschieden von Unternehmungen basieren, im Mittelpunkt der Analyse.1 Die (Ressourcen-)Heterogenität von Unternehmungen ist demzufolge der entscheidende Gesichtspunkt der Generierung von Wettbewerbsvorteilen im Rahmen des RBV. Sie beruht auf der Möglichkeit der Erzielung von Renten auf der Basis unterschiedlich effizienter Unternehmungsressourcen (Faktoren) innerhalb von Industrien.2 Somit steht im RBV auch nicht, wie in der IO üblich, eine Analyse der industrieweiten Produkt- bzw. Gütermärkte im Vordergrund, sondern eine auf Unternehmungen bezogene Faktor(markt)analyse. Darüber hinaus geht es im RBV um ein ganz spezifisches Verständnis von auf Ressourcen bzw. Renten basierenden Wettbewerbsvorteilen, nämlich um im ökonomischen Sinne „sustained competitive advantages“ (vgl. insbes. Barney 1991) bzw. „sustained above-normal returns“ (Peteraf 1993: 185), die sich in einigen Interpretationen des RBV dadurch auszeichnen, daß sie sogar im langfristigen Marktgleichgewicht bestehen (vgl. z.B. Rumelt 1987: 142; Barney 1991: 102) oder anders ausgedrückt, daß sie keinen neuen Wettbewerb induzieren (vgl. z.B. Peteraf 1993: 180, Fn. 4; zu Knyphausen-Aufseß 1997: 460). Unternehmungen, die derartige superiore Ressourcen besitzen, sind zudem im Vergleich zu Konkurrenten in der Lage, außergewöhnliche Unternehmungsstrategien zu initiieren. Rentengenerierende Ressourcen stellen für Unternehmungen das essentielle Potential dar, als „Strategic innovators“ zu agieren (Barney 1991: 197; vgl. auch Tsang 1997: 210).
Stephan Duschek

Teil IV. Resource-based View in erweiterter Perspektive: Von der Unternehmung zum Unternehmungsnetzwerk

Zusammenfassung
Der ressourcenbasierte Ansatz des strategischen Managements ist ein noch sehr „Junger“ Ansatz. Dennoch gab es (fast) von Anbeginn Erweiterungsvorschläge. Die fraglos prominenteste und zugleich schon in den Wurzeln des RBV begründete Möglichkeit der Erweiterung stellt die auf das strategische Potential der Marktorientierung ausgerichtete Industrieökonomik dar. Schon Wernerfeit (1984: 173), der als Begründer des (modernen) RBV angesehen wird, versteht ja die Beziehung zwischen Industrieökonomik und RBV im Sinne einer „duality“.1 Und auch Hamel und Prahalad bezeichnen den Kernkompetenzenansatz verschiedentlich als Ergänzung zur industrieökonomischen Sichtweise des strategischen Managements (vgl. Hamel 1994: 18 ff.; Harnel/Prahalad 1995: 352).2 Gleichwohl wird eine derartige Erweiterung des RBV im Rahmen dieser Arbeit insbesondere deshalb nicht verfolgt, weil es uns im wesentlichen um eine Ergänzung in Hinsicht auf die Erklärung der Prozesse ressourcenbasierter Evolution von Innovationen und darauf aufbauender Wettbewerbsvorteile geht und somit direkt an das originäre Erklärungspotential des RBV angeknüpft werden soll. Die Industrieökonomik erscheint gerade hierfür nicht geeignet (vgl. auch Foss 1996a: 176, 186 u. 195; s. auch Kapitel III 2.2).
Stephan Duschek

Teil V. Rekonzeptualisierung ressourcenbasierter Ansätze: Modalitäten des Wertschöpfungsprozesses und kooperative Kernkompetenzen in Innovationsnetzwerken

Zusammenfassung
Aus der Perspektive der Strukturationstheorie von Anthony Giddens (vgl. insbes. 1979, 1984a) lassen sich die Strukturen von sozialen Systemen bzw. von Organisationen als Sets von Regeln und Ressourcen bestimmen (vgl. etwa Giddens 1984a: 25; Ortmann et al. 1990: 22 ff.; Ortmann et al. 1997: 317 ff.): Regeln sind im strukturationstheoretischen Sinne als methodische Verfahrensweisen bzw. Prozeduren des Handelns zu verstehen (vgl. Giddens 1984a: 18 ff.), wobei auf eine kognitive und normative Ordnung rekurriert wird, also etwa auf organisationsspezifische Wissensbestände (vgl. Giddens 1984a: 29). Der Begriff der Regeln ist zugleich „pragmatisch und kompetenztheoretisch zu verstehen. Regeln sind mehr als bloße Sollensvorschriften, denen Handelnde ausgesetzt sind. Regeln statten die Akteure mit einem (...) ‚methodischen ‘Wissen darüber aus, wie Handeln (...) hervorgebracht werden kann. Sie ermöglichen es ihnen dergestalt, ‚eine Technik zu beherrschen ‘und ‚sich auf etwas zu verstehen‘“ (Reckwitz 1997: 115). Ressourcen hingegen beziehen sich in der strukturationstheoretischen Lesart auf die in der Nutzung von materiellen und immateriellen Ressourcen zum Ausdruck kommenden Fähigkeiten und Kapazitäten, die Herrschaft über Personen und Akteure (autoritative Ressourcen) sowie über Objekte, Güter bzw. materielle Phänomene (allokative Ressourcen) ermöglichen (vgl. insbes. Giddens 1984a: 33 u. 373). Ressourcen sind aus strukturationstheoretischer Perspektive überdies in einem Doppelsinn zu verstehen, und zwar als transformative Fähigkeit von Akteuren und als Fähigkeit, Herrschaft auszuüben (vgl. Giddens 1979: 91 f.).1 In diesem doppelten Sinne beziehen sich Ressourcen immer auf „gestaltende Fähigkeiten“ (Giddens 1984b: 134, Hervorh. i. Orig.) bzw. allgemeiner auf Macht, da diese in der Strukturationstheorie in einem sehr weiten Sinne zu verstehen ist und jedweden Eingriff in den Verlauf von Geschehnissen umfaßt:2 „‚Macht ‘im Sinne transformatorischer Fähigkeit menschlichen Handelns ist die Fähigkeit des Handelnden, in Ereignisse einzugreifen, um ihren Gang zu verändern“ (Giddens 1984b: 135). Regeln und Ressourcen können in der Strukturationstheorie nicht unabhängig voneinander gedacht werden, da Ressourcen sich auf den Modus beziehen, durch den die transformativen Beziehungen tatsächlich in die Produktion und Reproduktion sozialer Praktiken inkorporiert sind (vgl. Giddens 1984a: 18) oder anders gesagt: Ressourcen sind als Handlungsmittel sozialer Praktiken notwendig.
Stephan Duschek

Teil VI. Schluß

Zusammenfassung
Die größten Wettbewerbsvorteile, darin sind sich Wissenschaftler und Praktiker einig, werden in Zukunft die Unternehmungen erzielen, denen es gelingt, im Rahmen schlagkräfter Netzwerke die Generierung von Innovationen voranzutreiben. Ein Schlüsselfaktor des Erfolgs stellen hierbei Ressourcen dar. Insbesondere in der Innovationsforschung wird seit kurzer Zeit vehement darauf aufmerksam gemacht, daß Unternehmungen verstärkt auf die Nutzung komplementärer und synergetischer Ressourcen anderer Unternehmungen angewiesen sind, um in den zunehmend dynamischeren Märkten überhaupt noch bestehen zu können. Die steigende Komplexität von Innovationen, die beständig sinkende Dauer von Produktlebenszyklen, die wachsende Bedeutung sogenannter System- und „Kombi-Technologien“, die auf Verknüpfungen unterschiedlichster, zum Teil industrieübergreifender, Technologien und Ressourcen basieren, lassen selbst Großunternehmungen an die Grenzen des eigenen Ressourcen- und Kompetenzenpotentials stoßen. Trotz dieser deutlichen Entwicklung mangelt es jedoch an konzeptionellem und theoretischem Rüstzeug zur Erklärung ressourcenbasierter Innovationsprozesse im allgemeinen und netzwerkartiger Innovationsprozesse im speziellen.
Stephan Duschek

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