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Über dieses Buch

Dieses Buch vermittelt deutschen Unternehmen grundlegende Einblicke in Chinas Wirtschaft mit einem speziellen Fokus auf Innovations- und Kreativitätsmanagement. China gilt als eine der Supermächte in der digitalen Transformation und in Schlüsseltechnologien, und auf dem Weg in die digitale Zukunft ist auch deutsches Know-how gefragt. Sowohl in China als auch in Deutschland sind Innovation und Kreativität wichtige Triebkräfte für eine nachhaltige und konkurrenzfähige Wirtschaft. Wissenschaftler und Praktiker diskutieren in diesem Buch aus ihrer jeweiligen Perspektive die aktuelle deutsch-chinesische Zusammenarbeit, chinesische Führungs- und Wertekultur, nachhaltige und soziale Innovationen, Social-Media-Ansätze sowie technologische Innovationen, insbesondere im Handel. Die Experten beleuchten interessante chinesische Projekte, Phänomene und Herangehensweisen und bieten Einsichten in hocheffiziente und erfolgreiche chinesische Denk- und Vorgehensweisen. Ein Buch für alle Verantwortlichen in Unternehmen, die Aktivitäten im chinesischen Markt oder die Zusammenarbeit mit chinesischen Organisationen planen, oder sich von chinesischen Herangehensweisen inspirieren lassen wollen.

Weitere Mitwirkende sind unter anderen:

Dr. Nikola Bachfischer, innovaMe LAB, MünchenDr. Birgit Breninger, Universität SalzburgProf. Dr. Thomas Herdin, Universität SalzburgProf. Dr. Thomas Königbauer, Hochschule für angewandtes Management, IsmaningDaniel Müller, Ostasiatischer Verein, German-Asia-Pacific Business Association, HamburgTim Naumann, Ventum Consulting China, Shanghai Prof. Dr. Doreen Pick, Hochschule MerseburgProf. Pierre Rafih, Hochschule für angewandtes Management, IsmaningDr. Barbara Scharrer, GSK Rechtsanwälte, MünchenProf. Dr. Joel T. Schmidt, Hochschule für angewandtes Management, Ismaning

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Creativity and Innovation: Chinese and German Conceptions and Approaches

Abstract
Creativity and innovation are important drivers of personal development, economic growth, and social progress. Managing people and organizations to promote creativity and innovation is essential if we want to realize the full creative potential of individuals and achieve the sustainable development of organizations. The current chapter draws upon sociocultural theories to compare China and Germany in terms of conceptions and approaches for creativity and innovation. The chapter starts with the definitions of creativity and innovation and introduces the sociocultural approach to creativity and innovation. Then it draws on the Componential Model of Creativity and Innovation proposed by Amabile and Pratt (2016) and summarizes major findings from the comparison of China and Germany in terms of motivation, thinking, and environment. Afterwards, it compares the conceptions of creativity and innovation as well as analyses the literature of comparative studies of creativity and innovation in both countries. In each section, major theories and study findings are summarized and management implications are made. China and Germany differ substantially in history, culture, politics, and society. The comparison of these two countries will help us understand the versatile nature of creativity and innovation, thus enriching the cooperation between the two cultures in terms of creativity and innovation.
Min Tang, Sebastian Hofreiter

2. Kreativität in China

Kritische Reflexion deutscher und chinesischer Workshop-Teilnehmer auf Basis einer kreativen Zukunftsmethode
Zusammenfassung
Westliche Kreativitätsmethoden sind im Westen anerkannte Methoden zur Gestaltung der Zukunft im unternehmerischen Kontext, um Innovationen und neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Sie funktionieren auf Basis der freien Meinungsäußerung und dem Mut, vorbestimmte Muster zu verlassen, ja sogar völlig frei zu fantasieren bis hin zur „Absurdität“ des künstlerischen Praktizierens. In China hingegen ist solch ein Vorgehen undenkbar, da schon das kulturhistorische Erbe, geprägt durch Vertrauensverlust und Armut, ein langwieriges Wandeln in möglichen Zukünften den Chinesen völlig fremd und unnütz erscheint. Der Vergleich zwischen beiden Kulturen erfolgte durch die Kreativitätsmethode von The Future Game 2050, mit der europäische sowie chinesische Teilnehmer Zukunftsszenarien entwickeln sollten.
Um mit chinesischen Teilnehmern kreativ sein zu können, müssen strikte Rahmenbedingungen eingehalten werden, die sich zum einem am kollektivistischen Wesen der Nation orientieren und zum anderen an dem von der Regierung offiziell ausgegebenen Zukunftsplan bzw. Zukunftsszenario abarbeiten. Westlich geprägte Unternehmen müssen daher viel vor- und umsichtiger sein, wenn es darum geht, das kreative Potenzial für den chinesischen Markt zu heben. Eine einzelne falsch gestellte Aufgabe kann schon zum Gesichtsverlust führen und damit zur Blockade von Kreativität.
Barbara Scharrer, Friederike Riemer, Felix M. Wieduwilt

3. Der datengetriebene Design Thinking Ansatz als nutzerzentrierte Strategie zu innovativen Lösungen

Zusammenfassung
Design Thinking ist ein in der westlichen Welt etablierter und agiler Innovationsansatz, der die Kundenbedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt stellt. In China findet Design Thinking als reine Methode verstanden dagegen wenig Beachtung. Gleichzeitig sind Daten die Basis der Digitalisierung und zunehmend Treiber für Innovationen. Aber weder ein rein empathischer, designorientierter, noch ein rein technologischer, datenbasierter Ansatz allein ist ausreichend, um zukünftig neue Geschäftspotenziale und Markterfolge zu realisieren. Ein erfolgversprechender Weg zu mehr Innovationskraft liegt darin, die beiden unterschiedlichen und scheinbar disparaten Ansätze von Design und Daten miteinander zu verbinden. Ein derart ganzheitlich verstandener und datengetriebener Design Thinking Ansatz ist auch in China anschlussfähig.
Nikola Bachfischer

4. Deutsch-chinesische Zusammenarbeit für Innovation in China: Bedeutung und Herausforderungen aus der Sicht deutscher Experten

Zusammenfassung
Kreativität und Innovation spielen eine immer wichtigere Rolle für die Weltwirtschaft und für die erfolgreiche Entwicklung eines Staates. China und Deutschland haben eine lange Tradition in der innovativen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Wirtschaft, allerdings wurde die Bedeutung und die Herausforderungen der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit für Innovation bis heute noch nicht ausreichend erforscht. Im Rahmen des vorliegenden Kapitels werden die Sinnhaftigkeit und potenziellen Barrieren bzw. Herausforderungen der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Bereich Innovation in China als erste Voraussetzung für das Gelingen einer Zusammenarbeit untersucht. Um diesen Zweck zu begegnen, wurden fünf Interviews mit deutschen Experten durchgeführt. Die Antworten bestätigen die Sinnhaftigkeit und das Interesse einer deutsch-chinesischen Zusammenarbeit hinsichtlich Innovation, betonen jedoch auch Herausforderungen, die dabei entstehen. Als Herausforderungen der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit werden vor allem kulturelle Unterschiede in der Kommunikation, im Verhandlungsverhalten, in der Entscheidungsfindung und in der grundsätzlichen Arbeitsweise identifiziert. Zu den Herausforderungen auf deutscher Seite in der Zusammenarbeit mit Chinesen im Hinblick auf Innnovation in China werden im Wesentlichen das chinesische Tempo, die fehlende Genauigkeit, der unbefriedigende Schutz des geistigen Eigentums und die ungeklärten Fragen zur chinesischen Datenregulierung genannt. Vorschläge für eine effektivere deutsch-chinesische Zusammenarbeit im Bereich Innovation werden ebenfalls in diesem Kapitel dargestellt.
Maru Dávila, Min Tang

5. Chinesische Führungskräfte

Ein Spagat zwischen Tradition und Moderne
Zusammenfassung
In der digitalen VUKA-Welt stellt sich speziell die Frage nach „alten“ und „neuen“ Werten, deren Balance sowie deren Bedeutung. Rasante technologische Veränderungen gehen einher mit signifikanten soziokulturellen Umgestaltungen, wie aus der Wertestudie in China (n = 1784) hervorgeht. In dieser schnelllebigen Zeit ist ein flexibles, „Mensch-zentriertes“ Werterepertoire nötig, auf welchem echte Kooperation, gelebte Inklusivität und authentisches Handeln im globalen Kontext aufbauen kann. Als essenziell dafür wird Interkulturelle Kompetenz gesehen, welche auf der erfolgreichen neurobiologischen Integration von Andersheit basiert. Handlungsweisen, die im Einklang mit internalisierten Wertehaltungen sind, resultieren in selbst- und fremdwahrgenommener Authentizität, gehen mit positivem Affekt einher und ermöglichen ethische Kreativität in der Umsetzung von Projekten im multikulturellen Umfeld. Es wird daher argumentiert, dass Führungskräfte im digitalen VUKA ein hohes Maß an kultureller Expertise benötigen, um den neuen, heterogenen Situationen weltweit gerecht werden zu können.
Thomas Herdin, Birgit Breninger

6. Corona-Pandemie – Krise oder Chance für Innovation und die deutsch-chinesische Zusammenarbeit? Ansichten deutscher und chinesischer Experten

Zusammenfassung
Der Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hat starke Auswirkungen auf die globale Wirtschaft, Unternehmen, Familien und Einzelpersonen in unterschiedlichen Ländern. Wirkt sich die Corona-Pandemie auch auf die deutsch-chinesische Beziehung und Zusammenarbeit aus? Was können beide Seiten tun, um diesen Herausforderungen zu begegnen? Hat uns die Krise kreativer und innovativer gemacht? Um diese Fragen zu beantworten, wurden in der vorliegenden Studie insgesamt sieben deutsche und chinesische Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft durch halbstrukturierte Interviews befragt. Die Experten aus beiden Ländern sehen die Corona-Pandemie überwiegend als Treiber der Innovation und bilateralen Zusammenarbeit. Darüber hinaus geben sie Vorschläge, was Deutschland und China tun sollten, um mit den durch die Corona-Krise entstandenen Herausforderungen umzugehen. Implikationen für die deutsch-chinesische Kompetenzentwicklung hinsichtlich Innovation werden abgeleitet und diskutiert
Min Tang, Chun Wen

7. Die neue Seidenstraße oder „Belt and Road Initiative“: Hintergründe, Motive, Chancen

Zusammenfassung
China will 2049 als führende Wirtschaftsnation an der Weltspitze stehen. Zwei strategische Großprojekte sollen dieses Ziel fördern: „Made in China 2025“ und die neue Seidenstraße oder „Belt and Road Initiative“ (BRI). Die neue Seidenstraße gilt als größtes Infrastrukturprojekt der Welt. China investiert in fast 80 eingebundenen asiatischen, afrikanischen und europäischen Ländern in neue Straßen, Zugtrassen, Flug- und Seehäfen. Geschaffen werden soll ein riesiges Netz interkontinentaler Verkehrs- und Handelswege. China präsentiert sich dabei als Partner, der in den beteiligten Nationen für Wachstum und Wohlstand sorgen will. Freilich verfolgt China vor allem eigene nationale Interessen. Viele Beobachter sind skeptisch in Bezug auf die Chancen des Mega-Projektes für andere Länder: Beklagt werden vor allem mangelnde Transparenz der Ausschreibungsverfahren, unklare Spielregeln und die einseitige Bevorzugung chinesischer Unternehmen. Der vorliegende Artikel versucht eine Einschätzung und fragt nach Optionen deutscher Unternehmen, von der neuen Seidenstraße zu profitieren.
Julian Gulden, Doris Gutting

8. „Industrie 4.0“ und „Made in China 2025“

Deutsche Innovations- und chinesische Umsetzungskraft: Qualitative Facetten der chinesisch-deutschen Kollaborationspotentiale
Zusammenfassung
Das deutsche Technology- und Organisationskonzept „Industrie 4.0“ zielt auf eine ganzheitliche Integration der Wertschöpfungsketten von Zulieferung über die Herstellung bis zur Nutzung und unternehmensinternen Prozesshierarchie von der Produktionslinie in die Firmenzentrale ab. Mithilfe modernster Technik aus IT und Anlagenbau soll diese Vernetzung eine neue Qualität der industriellen Fertigung ermöglichen. Die Vorteile der so benannten vierten industriellen Revolution reichen dabei über die klassischen Aspekte Kosteneffizienz und Erhöhung der Produktionsleistung hinaus und zielen auf die Transformation der Geschäfts- und Wertschöpfungsmodelle selbst ab.
In China sind ähnlich angelegte Initiativen unter der Bezeichnung „Intelligent Manufacturing“ oder „Smart Manufacturing“ im Rahmen der Staatsstrategie „Made in China 2025“ aufgelegt. Deutschland und „Industrie 4.0“ dienen hier offen und ohne Scheu als Vorbild. Dennoch gibt es technologische, organisatorische und natürlich entsprechende ordnungspolitische Unterschiede, die beide Ansätze grundlegend voneinander unterscheiden.
Der folgende Beitrag will ein Schlaglicht auf dieses Gleichheit-Ungleichheit-Spannungsfeld werfen und ein qualitatives Verständnis für die Konstitution und aktuelle Umsetzungsrealität in beiden Ländern skizzieren. Dazu werden nach einer kurzen Einführung in beide Ansätze, die unterschiedlichen Herangehensweisen und Umsetzungslagen der beiden Länder bzw. deren Akteure aus einer individuellen Perspektive beleuchtet. Grundlage dieser Betrachtung bilden bestehende Studien und eigens durchgeführte qualitative Interviews mit Akteuren, die aktiv in den relevanten Bereichen und Positionen der produzierenden Unternehmen arbeiten.
Tim Naumann

9. Technologiebasiertes Projektmanagement durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Virtual/Augmented Reality und dessen Anwendung in deutsch-chinesischen Projekten

Zusammenfassung
Handelsbeziehungen und neue Megaprojekte, wie zum Beispiel die Neue Seidenstraße, erfordern in zunehmendem Maße die deutsch-chinesische Zusammenarbeit. Die unterschiedlichen Kommunikationsweisen und kulturellen Unterschiede stellen eine Herausforderung für Projektmanagerinnen und Projektmanager dar. Technologische Innovationen wie Künstliche Intelligenz und Augmented sowie Virtual Reality können dabei helfen, Herausforderungen im interkulturellen Management zu begegnen, um die Zusammenarbeit zwischen beiden Nationen zu erleichtern.
Julian Friedl, Thomas Königbauer

10. Green Buildings

Entwicklungen und Auswirkungen des nachhaltigen Bauens in China und Deutschland aus einem psychologischen Blickwinkel
Zusammenfassung
Im Zuge des verstärkten Klimaschutzes ist das nachhaltige Bauen ein starker Treiber der Umweltstrategien vieler Länder. Gebäude tragen zu einem erheblichen Teil zum Gesamtenergiebedarf sowie zum Ausstoß von CO2-Emissionen bei und bieten daher ein großes Einsparungspotenzial. Dementsprechend stark werden die Entwicklung und der Bau von nachhaltigen Gebäuden, den sogenannten „Green Buildings“, vorangetrieben. Besonders in China wird der nachhaltige Bau durch strikte Vorgaben aus den Fünfjahresplänen der Zentralregierung rasant weiterentwickelt. Dieses Kapitel beleuchtet den Status Quo sowie die aktuellen Entwicklungen des nachhaltigen Bauens in China und vergleicht sie mit den Entwicklungen in Deutschland. Zugleich werden Einblicke in aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft gegeben, die das allgemeine Konzept „Green Building“ und dessen Vorzüge, wie die Auswirkungen auf psychologische und physiologische Faktoren des Wohlbefindens von Individuen, nahbarer machen sollen.
Simon Thebelt, Sebastian Hofreiter

11. Einsatz und Akzeptanz von Technologien im chinesischen Einzelhandel

Zusammenfassung
Buchautomaten von Reclam oder Filialen mit mobilen Einkaufsassistenten – das hört sich für deutsche Kunden nach Zukunftsmusik an? Tatsächlich gab es diese und andere Handelsinnovationen in Deutschland bereits vor Jahrzehnten. Betrachtet man den aktuellen Einzelhandel in Deutschland, der Schweiz und Österreich scheint jedoch die Welt fast stehengeblieben zu sein. Anders sieht es in China aus, wo zahlreiche Handelsunternehmen in neueste Retail-Technologien investiert haben. Der Beitrag befasst sich mit dem Status quo und den Perspektiven von Handelstechnologien in China und leitet daraus abschließend Implikationen für Handelsunternehmen im deutschsprachigen Raum ab.
Doreén Pick, Daniel Müller

12. Auf dem Weg zum kassenlosen Geschäft

Innovationen in der Kassenzone im Lebensmitteleinzelhandel mit Beispielen aus China und Deutschland
Zusammenfassung
Seit der tief greifenden Änderung hin zu Selbstbedienungsläden ab den 1960er-Jahren in Deutschland hat sich an der grundsätzlichen Einkaufsumgebung im Lebensmitteleinzelhandel wenig verändert. Doch in Anbetracht der nicht bestreitbaren Stärken des Online-Lebensmittelhandels muss sich der stationäre Handel seiner Stärken und Schwächen bewusst sein. Großes Potenzial liegt dabei in der Kassenzone, in welcher neben der Warenerfassung auch der Bezahlvorgang stattfindet – oftmals unter Einsatz von Wartezeiten für die Kunden und Personal seitens der Geschäfte. In China gibt es in der Transformation der stationären Lebensmittelgeschäfte bereits innovative Ansätze; die Händler treffen dabei allerdings auch auf Konsumentinnen und Konsumenten mit einer technologisch anderen Ausgangssituation. Der Beitrag betrachtet die stationäre Einkaufsumgebung für Lebensmittel in Deutschland und China. Dabei wird die Kassenzone analysiert und anhand von Beispielen beurteilt, welches Konzept dem der 1960er-Jahre folgen kann.
Franz-Josef Möller, Sebastian Hofreiter

13. New Retail, Omnichannel, Künstliche Intelligenz: Innovative Strategien im Handel in China und Deutschland

Zusammenfassung
Alibabas Jack Ma hat für die nahtlose, kanalübergreifende Organisation des Handels das Stichwort „New Retail“ geprägt. Darin werden Online- und Offline-Kanäle, Digitaltechnik, Datenanalyse und smarte Logistik integriert. Für innovative Handelskonzepte dürfen Online- und Offline-Kontaktpunkte zu den Verbrauchern in der physischen und in der virtuellen Welt nicht isoliert nebeneinanderstehen. In Omnichannel-Strategien werden sie abgestimmt und verknüpft, um eine positive Kundenerfahrung zu schaffen. Eine neue, digitalisierte Handelswelt entsteht, welche die Kundinnen und Kunden immer passgenauer anspricht und bedient – so wie auch in der Vergangenheit schon technische und unternehmerische Innovationen für die Weiterentwicklung des Handels gesorgt haben. Bereits im Handel angekommen ist die Künstliche Intelligenz. Für die Zukunft des Handels lassen sich neue digitale Ökosysteme prognostizieren, in denen ganz unterschiedliche große und kleine Unternehmen branchenübergreifend kooperieren werden und ihren Platz finden müssen.
Lukas Auge, Doris Gutting

14. Wie Social Commerce die Welt des Online-Handels verändert

Zusammenfassung
Seitdem soziale Medien leichter zugänglich sind, nutzen immer mehr Personen diese als eine Informationsquelle zu Unternehmen, Marken, Produkten und Dienstleistungen. Social Commerce, die Nutzung von sozialen Medien in der Rolle als Konsumentin und Konsument, erhält in dieser Entwicklung immer mehr Aufmerksamkeit. Personen tauschen sich schnell und effizient über Produkte und Dienstleistungen aus, nehmen an Gruppenaktivitäten teil und sichern sich Angebote über integrierte Zahlungssysteme. Social Commerce manifestiert sich nirgendwo in der Welt besser als China, dem größten E-Commerce-Markt der Welt. Auch im Westen zeigen sich Trends zu Social Commerce, die jedoch kaum mit den Entwicklungen in China zu vergleichen sind. Das vorliegende Kapitel soll ein grundlegendes Verständnis für das Phänomen Social Commerce schaffen. Insbesondere wird auf die Motivation und den Nutzen hinter Social-Commerce-Aktivitäten und das damit verbundene Kaufverhalten eingegangen. Zudem werden aktuelle Entwicklungen und Trends in China und westlichen Ländern gegenübergestellt.
Lema Ghani, Sebastian Hofreiter

15. Social Media in China und ihr Einfluss auf Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur

Zusammenfassung
In kaum einem anderen Land sind Soziale Medien so präsent wie in China. WeChat, TikTok (Douyin), QQ, QZone und Weibo beeinflussen dort das Leben in weiten Teilen. Ob zum Bezahlen von Rechnungen, Bestellen von Lebensmitteln, Buchen von Hotels, Zügen und Taxis – wer den Alltag in China meistern will, kommt um Soziale Medien nicht mehr herum. Dieses Kapitel befasst sich mit der Fragestellung, welche Funktionalitäten chinesische Social-Media-Anwendungen so innovativ machen und welche Auswirkungen auf das Leben in China damit verbunden sind. So weisen verschiedene Studien durch die Nutzung von Sozialen Medien nicht nur Veränderungen in der Kultur Chinas nach, sondern auch Einflüsse auf die Kommunikation, soziale Beziehungen, das psychische Wohlbefinden und die politische Meinungsbildung in China.
Lisa Wierer, Min Tang, Sebastian Hofreiter

16. Chinas „Next Generation“

Werthaltungen der Führungselite von Morgen
Zusammenfassung
Die Volksrepublik China hat in den letzten Jahrzehnten einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen. Dieser Transformationsprozess bewirkt bei den Menschen auch eine Veränderung ihrer Lebenswelt. China zu verstehen bedeutet daher, alte stereotype Vorstellungen zu vermeiden und sich stattdessen mit den grundlegenden Werten und Normen der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Diese bilden die Basis für ein profundes Verständnis und stellen auch die Grundlage zu einer friktionsloseren bilateralen Kooperation dar. In dem folgenden Beitrag wird der Fokus auf die jungen, aufstrebenden Menschen (Studierende an renommierten Universitäten) gelegt, um die Elite von Morgen abzubilden. Für einen interkulturellen Vergleich wurden parallel dazu deutschsprachige Studierende befragt. In einem zehnjährigen Forschungsprojekt konnten die sich im Wandel befindlichen Werte analysiert werden, die das Verhalten maßgeblich beeinflussen. Erst diese Erkenntnis ermöglicht das Verstehen des Gegenübers.
Thomas Herdin

17. Attitudes and Sustainable Investment Behavior of Millennials in China and Germany: Recommendations for Investment Providers

Abstract
This chapter explores the influence of pro-social attitudes, perceived consumer effectiveness and trust variables on sustainable investment behavior with the aim to explain the preference of German and Chinese Millennial investors (those who are born between 1980 and 1996) for sustainable investments. A total of 113 German (from Bavaria and Baden-Württemberg) and 111 Chinese (from Da-Wan-Qu, Guangdong Province) Millennials participated in the study by completing an online survey. The results show that sustainable investment behavior of the German participants is significantly influenced by the factors of perceived consumer effectiveness, pro-social attitudes and trust. For the Chinese respondents, trust is the central influencing factor for sustainable investment. Further analysis of the cultural variable collectivism indicates expected attitudinal differences between the Chinese and German subsamples, although these differences are almost all statistically non-significant. Other differences were observed regarding expectations of the level of risk and profitability of sustainable investments. The chapter concludes with recommendations to effectively address relevant investor concerns in both countries.
Franziska Schmid, Pierre Rafih, Karen Lu Guan

18. Start-ups, Entrepreneure und Einhörner im „Silicon Dragon“

Zusammenfassung
China gilt inzwischen als Keimzelle für bekannte und erfolgreiche Start-ups. Wie hat es China geschafft, von der Werkbank für preisgünstige Produkte zur Wirtschaftsmacht mit starker Innovationskraft und florierenden Start-Ups aufzusteigen? Welche Entwicklungen hat China durchlaufen, welche Voraussetzungen bestanden und welche Rahmenbedingungen wurden von der Politik gesetzt, um optimale Bedingungen für Innovation zu schaffen? In diesem Beitrag werden die besondere Förderung von Start-ups und Einhörnern, die Hintergründe und Motive von Gründerinnen und Gründern, der Gründungsprozess und die Optionen ausländischer Investitionen beleuchtet. Den Blick richten wir auch auf die Arbeitsbedingungen und das in China aufgekommene Thema der Work-Life-Balance. Ableiten lassen sich Impulse zur Förderung von Innovation.
Lara Sophie Ziegler, Doris Gutting

19. Digitale Zukunft der Hochschulbildung: Strategische Entwicklungen in China

Zusammenfassung
Das Kapitel gibt einen Überblick zu den strategischen Entwicklungen der Digitalisierung der Hochschulbildung in China sowie den daraus resultierenden Auswirkungen für die Wirtschaft. Im Jahr 1978 erkannte China die Kraft der Bildung als Treiber des wirtschaftlichen Erfolgs des Landes. Seither wird in der „Education First“-Politik die Entwicklung der Hochschulbildung in staatlichen Strategien priorisiert und im Kontext zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung modernisiert. Die Digitalisierung der Hochschulbildung in China hat ihre strategischen Schwerpunkte in der Lehre, der Infrastruktur sowie der Lehrplanentwicklung. Ziel dabei ist es, die chinesische Gesellschaft, Wirtschaft und die technologische Weiterentwicklung voranzubringen. Die vorhandenen Initiativen zur Digitalisierung der Hochschulbildung bieten einen Anhaltspunkt zur Einordnung der Auswirkungen der strategischen Bildungsentwicklung und der daraus resultierenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zukunft Chinas.
Sophie Schnieders, Joel T. Schmidt
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