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Über dieses Buch

Die Autoren untersuchen anhand von gegensätzlicher Zeitungsgenres (Bild und Süddeutsche Zeitung) neben Form und Verteilung die persuasive Verwendung von Neologismen innerhalb der Thematik ‚Libyenkrieg‘. Sie zeigen, dass beide Zeitungen auf überraschend ähnliche Weise expressive und persuasive Neologismen verwenden. Diese Annäherung der Zeitungsgenres kann u.a. marktwirtschaftlich erklärt werden, denn elektronische Medien machen den klassischen Printvertretern die Arbeit immer schwerer. Besonders markant an der Entwicklung ist jedoch, dass diese nicht-neutralen Neologismen nicht nur in ihrem naheliegenden Umfeld, den primär meinungsäußernden Texten, sondern auch in primär informierenden Texten gefunden wurden. Diese Erkenntnis führt zu einem weiteren Ergebnis: Es findet eine Vermischung der Textklassen statt, die eine klare Trennung von Meinungsartikeln und Informationsartikeln unmöglich macht.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einführung und Forschungsfelder

Zusammenfassung
Die Verwendung von Sprache in den Medien trägt zur Entstehung diskursiver Prozesse im öffentlichen Raum bei und stellt einen Teil des gesellschaftlichen Lebens dar. Täglich werden in Zeitungen Ereignisse in Politik, Kultur und Gesellschaft behandelt und diskutiert, sowie mit neuen Wörtern auf diese Entwicklungen reagiert. Das Benennen neuer Sachverhalte, die textuelle Gestaltung und die stilistische Aufbereitung aktueller Themenkomplexe begünstigen den Einsatz von Neologismen in den Printmedien. Diese neuen, nicht lexikalisierten Wörter, die Neologismen, sind der Forschungsgegenstand dieser Studie.
Sabine Heyne, Bastian A. Vollmer

2. Innovation, persuasive Sprache und die Presse

Zusammenfassung
Die bisher analog verwendeten Begriffe Neologismus, (Wort-)Neubildung, Neulexem und Neubeleg sollen nun näher bestimmt werden. Der Neologismus-Begriff ist ein vieldiskutierter Gegenstand von Lexikographie, Lexikologie und Morphologie, dessen Schwierigkeit in seiner dynamischen, schwer eingrenzbaren Erscheinung liegt. Die Fülle der Definitionsansätze (vgl. Elsen 22011: 19ff.) verleiht dem Phänomen Neologismus, wie Wiegand formuliert, den Ruf des „notorisch schwer zu definierenden Terminus“ (Wiegand 1989: XI, zitiert nach Kinne 1998: 81) und führt in der Forschung deshalb oftmals zur Verwendung eines „weite[n] Neologismus-Begriff[s]“ (Schippan 2002: 245).
Sabine Heyne, Bastian A. Vollmer

3. Die Fallstudie Libyenkrieg

Zusammenfassung
Die Datengrundlage der Korpora bilden die im deutschsprachigen Raum auflagenstärksten und für ihren Zeitungstyp charakteristischsten Vertreter: die überregional verbreitete Süddeutsche Zeitung (SZ), die als Abonnementzeitung klassischerweise mit einer gesicherten Leserschaft rechnen kann (vgl. Straßner 21999: 18f.), und die Boulevardzeitung Bild (BILD), die als Kaufzeitung „täglich um den Absatz am Kiosk oder anderen Verkaufsstellen zu kämpfen“ (ebd.: 18) hat.
Sabine Heyne, Bastian A. Vollmer

4. Korpusanalyse

Zusammenfassung
Die quantitative Erfassung von Neologismen in drei aufeinanderfolgenden Ausgaben der Bild-Zeitung und Süddeutschen Zeitung zum Thema Libyenkrieg in sämtlichen Texten zur Thematik ergibt in absoluten Zahlen ein stark differierendes Bild. Während das BILD-Korpus lediglich 100 neologische Einträge beinhaltet ist der Umfang des SZ-Korpus mit 480 Belegen beinahe fünfmal so umfassend (siehe Tab. 1).
Sabine Heyne, Bastian A. Vollmer

5. Schluss und Anmerkungen

Zusammenfassung
Die vorliegende themenzentrierte komparative Korpusanalyse zur Form und persuasiven Funktion von Neologismen in der Bild-Zeitung und der Süddeutschen Zeitung wurde in drei Teile gegliedert. Ein erster Teil (Kapitel 1 und 2) widmet sich einer Darlegung der beiden Forschungsgebiete Neologismenforschung und Persuasionsforschung und einer anschließenden Festlegung der theoretischen Grundlagen sowie begrifflichen Definitionen.
Sabine Heyne, Bastian A. Vollmer

Backmatter

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