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17.12.2013 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Innovationen sollten der Firma und der Gesellschaft helfen

Erfolgsorientierte Unternehmer stellen sich der Weiterentwicklung ihrer Produkte. Im Idealfall verbinden sie wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlichen Zielen, schreibt Springer-Autor René Schmidpeter.

Es ist nicht verwunderlich, dass sich in der Wirtschaft mit hohem Tempo die Erkenntnis ausbreitet, dass im Spannungsfeld Wirtschaft und Gesellschaft oft die auch ökonomisch lukrativsten Innovationen entstehen. Dieser sogenannte „Sweet Spot“, in welchem Unternehmensinteressen und gesellschaftliche Interessen in Einklang gebracht werden, führt nicht nur zu neuen Produkt-, Prozess- und Managementinnovationen, sondern erschließt auch neue Märkte sowie Kundengruppen und führt zu nachhaltigen Geschäftsmodellen. Nur wenn es gelingt, gesellschaftliche und ökologische Themen frühzeitig in den Innovationsprozess des Unternehmens zu integrieren, entstehen die Lösungen, die Unternehmen und Gesellschaft brauchen, um sowohl den gegenwärtigen als auch den zukünftigen Herausforderungen zu begegnen.

Erfolgsorientierte Unternehmer stellen sich in der Weiterentwicklung ihrer Produkte, Dienstleistungen und Managementsysteme dabei immer öfter die Frage: Wie stimmen die zukünftigen Investitionen mit einem „nachhaltigen“ Unternehmensportfolio überein, und wie kann dieses gesellschaftliche Innovationen unterstützen? Denn nur so kann der Innovationsprozess im Unternehmen kontinuierlich in eine Richtung dirigiert werden, die sowohl der Gesellschaft als auch der Firma nützt.

Wenn Versicherungen Aufklärung betreiben

In der Steuerung dieses zielgerichteten, offenen sowie nachhaltigen Innovationsprozesses verinnerlichen Unternehmen immer öfter extern verfügbares Wissen und tragen gleichzeitig internes Wissen nach außen (engl. Open Innovation). Dies führt auch zu neuen bereichsübergreifenden Partnerschaften, die weit über traditionelle Ansätze, wie zum Beispiel Public Private Partnerships, hinausgehen.

Wenn etwa Versicherungen Aufklärung über gesunde Ernährung betreiben, fördert das die Gesundheit der Menschen und senkt die Kosten der Versicherung. Pharmafirmen entwickeln gemeinsam mit NGOs Programme gegen gefährliche Krankheiten, helfen damit dem Menschen und lernen neue Märkte kennen. Ähnliches gilt für Hightech-Unternehmen wie etwa Intel, die in Regionen ohne Zugang zu Bildung Laptops und Lernprogramme zur Verfügung stellen und so die Grundlagen für die weltweite Verbreitung und Anwendung von Informationstechnologien sicherstellen.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen, die oft wendiger und flexibler sind als Großunternehmen, ist diese Neuausrichtung auf gesellschaftliche Innovationsprozesse ein vielversprechender Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Der Einsatz neuester Erkenntnisse des Innovations- sowie des Produktmanagements auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit kann daher insbesondere für den Mittelstand enormes Potential entfalten. Folgt man diesem neuen Ansatz des nachhaltigen Unternehmers (Sustainable Entrepreneurship), muss auch der eigene Beitrag zur gesellschaftlichen Innovation wie jede andere Investition und Produktinnovation gemessen werden. Das ist sicherlich anspruchsvoller als bei traditionellen Innovationen, da der unternehmerische und der gesellschaftliche Impact schwerer zu identifizieren sind und die externen Auswirkungen oft erst nach Jahren manifest werden.

Hier beobachten wir derzeit auch eine Neuausrichtung der Messung und Steuerung sowohl von Unternehmens- als auch von Innovationsprozessen. Erste Erfolge neuer Mess- und Managementsysteme sind derzeit erkennbar, und es zeichnen sich gangbare Wege ab, diese in mehreren Schritten auszubauen.

Erfolg mit gesellschaftlichen Zielen verbinden

Durch wertorientiertes Management  und die Neuausrichtung der Managementsysteme kann nachhaltiges Handeln in die DNA, d.h. alle Entscheidungsabläufe, der Unternehmen integriert werden und nicht nur, wie bei vielen „alten“ CSR-Konzepten üblich, neben der eigentlichen Geschäftstätigkeit stehen.

Sustainable Entrepreneurship hat das Potential, das strategische Managementkonzept für nachhaltige Unternehmen zu werden. Denn die Unternehmen, die skalierbare Geschäftsmodelle für die drängendsten sozialen und ökologischen Herausforderungen entwickeln, werden die führenden Unternehmen der nächsten Jahrzehnte werden. Damit können durch die Neuausrichtung des Managements, das das klassische Gegensatzdenken überwindet, neue Unternehmensstrategien entwickelt werden, die wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlichen Zielen verbinden und so neue Handlungsspielräume eröffnen.

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