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16.05.2017 | Innovationsmanagement | Interview | Onlineartikel

"Das A und O ist eine fundierte Vorbereitung"

Autor:
Anja Schüür-Langkau
Interviewt wurde:
Sven Poguntke

Sven Poguntke ist Experte für strategische und kreative Projekte. 

Der Innovationsdruck in Unternehmen steigt. Mit so genannten Corporate Think Tanks können Unternehmen das eigene kreative Potenzial fördern. Springer-Autor Sven Poguntke stellt im Interview die Methoden vor.

Springer Professional: Was ist aus Ihrer Sicht heute die größte Herausforderung für Unternehmen?

Sven Poguntke: Die größte Herausforderung besteht aus meiner Sicht im Management von Komplexität. Manager müssen sich heute vielfach mit widersprüchlichen Informationen auseinandersetzen, beispielsweise mit Marktdynamiken, disruptive Innovationen, Big Data, aber auch schwer prognostizierbaren Ereignissen wie die Eurokrise oder der Energiewende in Deutschland. Dies führt dazu, dass Manager zunehmend zögerlicher Entscheidungen treffen. Dabei ist die Gefahr groß, nur noch reaktiv den Marktentwicklungen hinterherzulaufen, statt agil zu reagieren, aktiv die Zukunft zu gestalten und damit Chancen zu nutzen.

Empfehlung der Redaktion

2016 | Buch

Corporate Think Tanks

Zukunftsforen, Innovation Center, Design Sprints, Kreativsessions & Co.

Unternehmensinterne Denkfabriken mit dem kreativen Spirit von Start-ups zur Entwicklung von Strategien und bahnbrechenden Innovationen stellen den Kern dieses Buches dar. So genannte Corporate Think Tanks sind Foren, Projektgruppen oder Unternehmensbereiche, in denen interdisziplinäre Teams zukunftsgerichtete Themen bearbeiten. 


Was sind Corporate Think Tanks und wo liegt der Nutzen für Unternehmen?

Als Corporate Think Tanks werden Foren bezeichnet, mit deren Hilfe Unternehmen zukunftsgerichtete Themen wie etwa Corporate Foresight, Strategie oder Innovation bearbeiten können. Der größte Nutzen liegt in der effizienten und zielgerichteten Arbeitsweise, die auf die Teilnehmer eines Think Tanks inspirierend und kreativitätsfördernd wirken kann. Ziel ist es, neue Erkenntnissen zu gewinnen oder neue Ideen zu entwickeln. Unternehmerische Denkfabriken entfalten ihre volle Wirkung durch die Kombination aus einem für die Themenstellung passenden Format, kreativen Menschen, einem inspirierenden Durchführungsort sowie einem geeigneten Methodenset. Mit solchen Think Tanks wird versucht, den kreativen Spirit von den Googles und Start-ups dieser Welt zu imitieren. Dabei ist das Themenspektrum breit und die Ausprägungsformen reichen von eintägigen Workshops über Innovation-Camps und Projektgruppen bis hin zu fest installierten Technologie-Think-Tanks wie beispielsweise GoogleX. Die temporären Think Tanks haben zudem den Vorteil, schnell und relativ kostengünstig einsetzbar zu sein.

Was müssen Unternehmen bei der Implementierung eines Think Tanks beachten?

Das A und O ist eine fundierte Vorbereitung. Mittlerweile gibt es viele Best-Practice-Cases, aber leider auch einige Beispiele von gescheiterten Think-Tank-Initiativen. Ich halte es für außerordentlich wichtig, eine unternehmerische Denkfabrik im Kontext übergeordneter, strategischer Überlegungen, unter Berücksichtigung des vorherrschenden Mindsets einer Organisation, zu planen. Es bringt beispielsweise wenig, nach extrem quergedachten Produktinnovationen zu suchen, wenn doch eigentlich in manch einem konservativ agierenden Unternehmen ausschließlich inkrementelle Verbesserungen umgesetzt werden. Darüber hinaus ist es essenziell, von Beginn an die Umsetzungsphase im Blick zu haben und die Frage zu klären, wie die in einem Think Tank generierten Ergebnisse implementiert werden sollen.

Welche Qualifikationen sollten die Teilnehmer einer solchen Ideenschmiede mitbringen?

Bezüglich der Teilnehmerzusammensetzung sollte zwingend auf Heterogenität geachtet werden. Häufig ist es daher ratsam, Think-Tank-Gruppen interdiziplinär bzw. bereichsübergreifend zusammenzustellen. Externe Teilnehmer können zudem einer etwaigen Betriebsblindheit entgegen wirken. Nicht die in einer Organisation politisch relevantesten Personen sollten teilnehmen, sondern kreative, offene und neugierige Menschen, die in der Lage sind, auf den Ideen anderer aufzubauen.

Welche Techniken sind erfolgversprechend?

Die in einer unternehmerischen Denkfabrik einzusetzenden Methoden hängen stark von der Themenstellung, der Branche und nicht zuletzt auch vom Unternehmen und dem Teilnehmerkreis ab. Mit ThinkX steht beispielsweise ein Prozesstool zur Verfügung, dass einen Orientierungsrahmen für die Arbeit in einem Corporate Think Tank geben kann. Bei Themenstellungen rund um das Thema Corporate Foresight eigenen sich Methoden wie zum Beispiel Future Trend Intelligence oder die Szenariotechnik. Bei der Suche nach Innovationen können Techniken des Advanced Brainstorming oder das Trendtool Design Thinking eine Hilfestellung sein. Strategische Themen lassen sich beispielsweise in einem spielerischen Ansatz mit der Lego®-Serious-Play®-Methode, dem Business Model Canvas oder aber auf eine radikalere Art und Weise mit dem Tool "Destroy-Your-Business“ bearbeiten.

Wie lassen sich Ideen am besten bewerten?

Ein Corporate Think Tank bringt beispielsweise Chancenfelder, strategische Optionen oder Produktideen hervor. Für die Bewertung einzelner Alternativen werden gemeinhin (gewichtete) Kriterien herangezogen. Nicht vergessen werden sollte darüber hinaus die Iteration von priorisierten Alternativen, beispielsweise in Form von Expertenurteilen oder Kundenbewertungen.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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