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07.07.2017 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Offene Prozesse für mehr Marktinnovation

Autor:
Corina Socaciu

Unternehmen, die expandieren wollen – beispielsweise auch in Entwicklungsländer – und zugleich Innovation generieren möchten, müssen integrative Verfahren zulassen. Erfolgreiche Methoden setzen dabei auf Visualisierung. 

Tief verwurzelte Wertvorstellungen, geringe Produkterfahrung und ein niedriges Bildungsniveau – Ressourcenrestriktionen wirken sich negativ aus, wenn Unternehmen in Entwicklungsländer expandieren. Diese wirtschaftspolitische Erkenntnis ist von zunehmender Bedeutung angesichts eines wachsenden Kundenaufgebots aus Entwicklungsländern, wie eine Studie des Mannheimer Instituts für marktorientierte Unternehmensführung konstatiert.

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Doch nicht nur externe Faktoren drosseln Innovation. In Entwicklungsphasen sind es die internen Störer, die ihren Anteil haben, wenn das Marktpotenzial von in Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen nicht ausgeschöpft werden kann. In Erscheinung treten sie als enge Zeitvorgaben, unzureichende Budgets, fehlende Produktanpassung an lokale Gegebenheiten und infolgedessen als ein inadäquates Produktangebot.

Sand im Getriebe des Innovationsprozesses

Unumstritten ist die Bedeutung der Innovation unter Beratern, Regierungen und Wissenschaftlern. Innovative Unternehmen haben einen entscheidenden Vorsprung bei der Erschließung neuer Märkte. Doch wie gelingt es, mit Ressourcenrestriktionen, optimal umzugehen und im globalen Wettbewerb zu bestehen?

Die politische Agenda räumt dem Thema oberste Priorität in der öffentlichen Wahrnehmung ein, erkennbar. Beispielhaft nennt Springer-Autorin Daniela Wühr in Ihrem Buch "Innovationsarbeit in der Investitionsgüterindustrie", Kapitel "Produktinnovation, Innovationsarbeit und Innovationsprozesse", hier die Hightech-Strategie 2020, dem Masterplan Industriestadt Berlin 2010-2020 und die von den Bundesministerien für Wirtschaft, Energie, Bildung und Forschung neu gegründete Plattform Industrie 4.0. Auch in der Forschung erlebt Innovation einen Höhepunkt als beliebtes Thema (Seite 13 f.). 

Doch trotz der ausführlichen Auseinandersetzung mit Innovation in Praxis und Wissenschaft ist der alles entscheidende Faktor, der Mensch und sein Arbeitshandeln und seine Ambivalenzen, wenig aufgearbeitet worden, sagt Wühr.  Es komme auf die "kleinen, auf den ersten Blick wenig präsenten Handlungen" an, die Innovation hervorbringen. Dies äußere sich in deutlich interdisziplinärer werdenden Forschungsinhalte und in der Praxis etwa in Open-Innovation-Initiativen, wie Geschäftsmodell-Innovation etwa im Rahmen von Industrie 4.0. 

Der Fokus disruptiver Innovationen richte sich auf Cyber-Physical Systems im Internet der Dinge, also auf die Verschmelzung von stofflicher und digitaler Welt, in der Produkte und Maschinen miteinander kommunizieren.  Darin sieht Wühr neue Fragen für die künftige Bedeutung menschlicher Arbeit und für die Mensch-Technik-Interaktion.

Innovation braucht Führung mit Vision

Einen lösungsorientierten Ansatz bietet hierzu Olaf Hinz in seinem Buch "Segeln auf Sicht". "Statt die Dinge totzureden, lieber lebendige Ideen visualisieren" lautet nicht nur der Name eines Kapitels, sondern auch das Argumentationskonzept, das er vertritt. Demnach kommt es auf eine visionäre Führung an, um Herausforderungen immer komplexer werdender Innovationsprozesse bei gleichzeitig widrigen externen Skaleneffekten. Es sei nämlich paradox, dass je mehr man um gute Gespräche bemüht sei, desto eher "Dinge totgeredet" würden. 

Ich schlage vor, dass Sie Ihre Energie umleiten und stattdessen einmal versuchen, weniger Worte zu machen und mehr mit Skizzen, Bildern und Visualisierung zu arbeiten", rät Hinz Managern. (Seite 51)

Dazu sei in den letzten Jahren viel entstanden, etwa: 

  • Graphic Recording
  • Taskboard
  • Canvas
  • Design Thinking

Alle vier Methoden haben gemeinsam, dass sie über visuelle Reize zuverlässige Ergebnisse liefern. Das Graphic Recording etwa, ist eine visuelle Art der Protokollierung, die sprachliche Inhalte zeichnerisch auf einer analogen oder digitalen Leinwand live und für alle sichtbar festhält. Gemeinsam hat das Graphic Recording mit dem Taskboard die Live-Dokumentation von Gruppenprozessen. Letzteres Instrument erlaubt es Führungskräften, einen Überblick über Fortschritte zu gewinnen, und auf diese Weise einen Blick über Prozesse zu haben, die sich etwa als interne Ressourcenrestriktionen herausstellen, etwa wenn die Arbeit aufgrund von zu geringen Budgets nicht vorankommt. 

Kollaborative Innovationsprozesse geben den Ton an

Das im Change Management beliebte Canvas, englisch für Leinwand, ist eine Methode, die es etwa Mitarbeitern in Workshops erlaubt, Karten auf Feldern zu platzieren. Dei bekannteste Canvas-Variante sei aktuell das Business Model Canvas von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur, das sie unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlichten. Dieses offene Lizenzmodell habe es ermöglicht, dass in Folge eine Vielzahl von Canvas-Varianten für unterschiedliche Businessthemen entstanden sind und das Canvas-Prinzip weitere Verbreitung findet.

Anhand des iterativen Prozesses des Design Thinkings kann Innovationsmanagement bisherigen Prozessen eine neue Form geben. Dabei sei es wichtig, sich angesichts der Komplexität eben nicht weiter im täglichen Managementdenken zu drehen", so Hinz. Die Methode geht dazu über, mit einem offenen Blick Prototypen zu bilden, die sowohl dem Menschen als auch der Umwelt gerecht werden bis Funktionalität und Nutzen im Verhältnis stehen. 

Aus diesen Beispielen geht hervor, dass Unternehmen auf Expansionskurs nicht um kollaborative Innovationsprozesse herumkommen, wenn es darum geht, interne Ressourcenrestriktionen zu reduzieren, um sich unterschiedlichen Märkten auf agile Weis anzunähern.

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