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31.10.2012 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Wenn Ideen zur Nebensache werden

Prozesse können Innovationen unterstützen, gestaltet werden sie jedoch von Menschen. Menschen haben Ideen, Prozesse nicht. In einer Serie des Innovations-Vordenkers Jens-Uwe Meyer lernen Sie die Grundlagen effektiver Innovationsstrategien kennen. Teil 3: Die Bausteine Ressourcen, Team und Anreize.

Was treibt Innovation voran?Was sorgt dafür, dass aus Ideen Erfolge werden? Sind es ausgefeilte Prozesse, die Zuständigkeiten und Abläufe regeln, Schnittstellen definieren und dafür sorgen, dass eine klar definierte „Innovation-Pipeline“ existiert? Springer für Professionals präsentiert eine Serie des Innovations-Vordenkers Jens-Uwe Meyer. Lernen Sie die Bausteine effektiver Innovationsstrategien kennen.

Baustein 5: Ressourcen

Die Frage, welche Ressourcen ein Unternehmen für die Förderung von kreativen Projekten und Innovationsprojekten bereitstellt, sagt viel über die faktische Intention des Unternehmens aus. Über den Wert von Innovation kann einfach geredet werden, doch wenn es darum geht, Ressourcen in Form von Geld, Menschen oder Tools zur Verfügung zu stellen, schlägt die sprichwörtliche „Stunde der Wahrheit“. Ressourcen für ein Innovationsprojekt zur Verfügung zu stellen, bedeutet in erster Linie Verzicht. Verzicht auf Mitarbeiter in operativen Projekten. Verzicht auf Budgets in anderen Bereichen. Und Verzicht auf schnelle Erfolge. Denn während die meisten operativen Maßnahmen sofortige Wirkung oder aber zumindest eine Wirkung innerhalb eines kurzfristig definierbaren Zeitrahmens zeigen, sind Innovationserfolge schwerer berechenbar und stellen sich häufig erst mittelfristig ein.

Baustein 6: Teamkomposition

Prozesse können Innovation unterstützen, gestaltet werden sie jedoch von Menschen. Menschen haben Mut, Prozesse nicht. Menschen haben Ideen, Prozesse nicht. Und Menschen können Leidenschaft entwickeln, Prozesse nicht. Die Frage, wie Teams zusammengesetzt sind und wie verschiedene Charaktere zusammenwirken, hat einen unmittelbaren Einfluss auf Innovation. Während in vielen Bereichen von Unternehmen Aufgaben so strukturiert sind, dass die ausführenden Personen dahinter relativ austauschbar sind, trifft gerade dies im Bereich der Innovation nicht zu. Menschen, die sich gegenseitig befruchten, bringen Innovation voran, Menschen, die verschiedene Sichtweisen in eine Entwicklung hineinbringen, fördern die Flexibilität und das Tempo innerhalb eines Innovationsprojekts. Teams, in denen das nicht geschieht und gleiche Sichtweisen führen hingegen immer wieder zu gleichen Ergebnissen.

Baustein 7: Anreize

Im Tochterunternehmen eines DAX-Konzerns, in dem wir 2010 eine qualitative Studie zur Innovationskultur durchgeführt haben, stießen wir auf ein Phänomen, das die Geschäftsleitung zuvor so noch nicht gesehen hatte. Zwar war Innovation gewünscht und eine eigene Abteilung zur Förderung von Innovationen wurde eingerichtet. Zwar gab es innerhalb der Teams und unter den Führungskräften zahlreiche kreative Vordenker. Trotzdem war die Innovationsleistung des Unternehmens deutlich steigerungsfähig. Nach Auswertung der Interviews war eine der Hauptursachen klar erkennbar: Innovation war zwar gewünscht, doch wirklich gemessen wurden die Mitarbeiter an operativen Zielen. Das Tagesgeschäft hatte immer Vorrang, die Performance-Ziele jedes Mitarbeiters waren stark an operative Erfolge gebunden, Ideen waren Nebensache. Dieses Beispiel zeigt, wie bedeutsam das Anreizsystem ist. Mitarbeiter richten ihre Handlungen bewusst oder unbewusst danach aus, was im Unternehmen „belohnt“ wird. Das Anreizsystem hat einen großen Einfluss darauf, ob sich Mitarbeiter aktiv mit neuen Ideen auseinandersetzen, die Zeit aufwenden, diese zu verfolgen und ihre Energie in Innovationsprojekte stecken, deren Ausgang häufig ungewiss ist. Entsprechend bekommen Kreativität und Innovation auf ihrer Agenda eine hohe oder aber geringe Priorität.

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Teil 1: Wie Sie innovativer werden

Teil 2: Wie der Führungsstil auf Innovationen wirkt

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