Skip to main content
main-content

12.08.2016 | Innovationsmanagement | Kolumne | Onlineartikel

Mit den richtigen Fragen Ideen rocken

Autor:
Martin Gaedt

"Geht nicht, gibt's nicht" – so lautet Martin Gaedts Credo. Der größte Ideen-Killer ist für ihn destruktive Kritik. Die Lösung: ein Besuch im Ideen-Fitness-Studio. 

Alles, was wir heute selbstverständlich nutzen, war mal neu. Alles, was Sie täglich anfassen, wurde zuerst abgelehnt. "Geht nicht" stimmt immer nur solange, bis es jemand macht. "Geht nicht" ist unsinnig, unseriös und kriminell, denn Ideen werden sinnlos getötet. Besserwisser halten sich für sehr schlau, wenn sie Ideen runterputzen und der Lächerlichkeit preisgeben.

Dabei ist "geht nicht" einfach nur dumm. Wenn ein Baby geboren wird, weiß niemand, welche Stärken und Schwächen es hat. Niemand kann ad hoc sagen, welche Talente entdeckt und trainiert werden. Ein Baby wird erst mal gewaschen, warm angezogen, geküsst, gestillt und geliebt. Ideen sind wie Babys schutzlos den Menschen ausgeliefert und anvertraut. Schenken Sie Ideen zuerst Liebe, Wertschätzung und Wärme.

Empfehlung der Redaktion

2016 | Buch

Ideen managen

Eine verlässliche Navigation im kreativen Problemlösungsprozess

Die Ressource Kreativität ist für Unternehmen im Wettbewerb viel zu wichtig, als dass man sie dem Zufall überlassen darf. Annette Blumenschein und Ingrid Ute Ehlers zeigen in diesem praktischen Handbuch, wie es Unternehmen und Organisationen …


Die kürzeste Eselsbrücke gegen Ideen-Killer lautet: Don't criticize, improve. Zuerst gilt es, die Idee zu verstehen, Fragen zu stellen, die Idee anzureichern und besser zu machen. Konstruktive Kritik ist gefragt, also Fragen, die weiter denken. Destruktive Kritik hingegen tötet Ideen und hat am Anfang Hausverbot. Natürlich werden Ideen später intensiv geprüft, bewertet und aussortiert. Die meisten Ideen werden nie umgesetzt und sind sogar wertlos. Aber das wissen Sie nie bei der ersten Begegnung. Ideen sind wie Rohdiamanten in unscheinbaren Kieselsteinen. Jede Idee, die wir heute bewundern, wurde zuerst abgelehnt. Das heißt nicht, dass jede abgelehnte Idee gut ist.

Unterstützen Sie Menschen mit Ideen

An Unternehmer, Vorgesetzte, Recruiter und alle, die Ideen im Unternehmen wollen: Nehmen Sie Ideen ernst. Suchen Sie Rohdiamanten. Beachten und unterstützen Sie Menschen mit Ideen. Stellen Sie 44 Fragen zum Mehrwert der Idee, bis Sie die Idee wirklich verstanden haben. Stellen Sie ab sofort an jeder roten Ampel, in Kassenschlangen und bei Verspätungen von Bus und Bahn – also immer beim Warten – 44 Fragen. So stellen Sie pro Tag 440 Fragen und trainieren Ihre Fragenfitness. In sieben Jahren werden daraus nebenbei über eine Million Fragen. Fragen führen immer zu überraschenden Antworten.

Herausragende Ideen starten mit exzellenten Fragen. Wo lernen wir, gekonnt zu fragen? Wie werden wir Fragen-Profis, um neue Themen zu vertiefen und die Wurzel der Idee zu erkennen. Krasse Fragen bringen krasse Ideen. Langweilige Fragen und Aufgaben ziehen nur langweilige Ideen an. Eine Maschine, die leiser läuft. Langweilig. Eine lautlose Maschine, das ist spannend. Immer wenn man denkt, es geht nicht, muss man Grenzen überschreiten. Das Überschreiten von Grenzen im Kopf ist der kreative Prozess. Eine Lösung wird gefunden, die es vorher nicht gab.

Normierte Stellenanzeigen für motivierte Bewerber?

Die Frage und Aufgabe muss elektrisieren. Logisch, oder? Seltsam, dass langweilige, normierte Stellenanzeigen hochmotivierte Bewerber anziehen sollen. Finde den Fehler. Was nicht anzieht, bekommt keine Resonanz. Nur weil sich keiner bewirbt, heißt das nicht, es gibt keine Bewerber. Wissen Sie, wer sich nicht bei Ihnen bewirbt? Wie viele der 43,2 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben sich schon mal bei Ihnen beworben? Gibt es zu wenig Bewerberinnen und Bewerber oder strahlt Ihr Angebot zu wenig Anziehungskraft aus?

Fragenfitness und Ideenfitness sind selbstverständlich trainierbar. Warum auch nicht? Nicht jeder Jogger wird den New-York-City-Marathon gewinnen. Aber mit Training wird jeder Jogger besser. Ideen-Entwicklung ist kein Spaziergang. Das ist harte Arbeit und ein Parcours mit Regeln und Gesetzen. Ohne absurde, scheinbar unpassende Zutaten gibt es keine außergewöhnlichen Ideen. Welche Zutaten haben Sie in Ihrer Vorratskammer? Wer geht ins Ideen-Fitness-Studio? Rocken Sie regelmäßig Ideen?

Ideenfitness ist eine Ochsentour

Begeben Sie sich mit Ihren Ideen auf eine Wanderung, eine Entwicklungsreise? Ideenfitness hat nichts mit eintägigen Workshops und Seminaren zu tun. Es geht um regelmäßige Übung, die zu einer inneren Haltung wird. Zu dieser Haltung gehört auch das Wissen um zwei Pole im gesamten Entwicklungsprozess, zwischen denen eine Idee pendelt und reift. Chaos & Struktur, Spinnen & Analyse, Offenheit & Auswahl: Die Unterschiedlichkeit bringt Spannung und Energie. Es ist ein permanenter Prozess, ein schwingendes Pendel. Das bringt die Idee in Schwung. Diese Energie kann die Welt verändern.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Innovation und Kreativität

Quelle:
Kreative Mitarbeiter

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Was ist kreativ?

Quelle:
Alltagskreativität

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Wie erzeugt man Einfälle?

Quelle:
Alltagskreativität

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Wollen: Innovationsbereitschaft wecken

Quelle:
Kreative Mitarbeiter

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

Stellmach & BröckersBBL | Bernsau BrockdorffMaturus Finance GmbHPlutahww hermann wienberg wilhelm

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Künstliche Intelligenz und der Faktor Arbeit - Implikationen für Unternehmen und Wirtschaftspolitik

Künstliche Intelligenz und ihre Auswirkung auf den Faktor Arbeit ist zum Modethema in der wirtschaftswissenschaftlichen Politikberatung avanciert. Studien, die alarmistisch die baldige Verdrängung eines Großteils konventioneller Jobprofile beschwören, leiden jedoch unter fragwürdiger Datenqualität und Methodik. Die Unternehmensperspektive zeigt, dass der Wandel der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz weitaus langsamer und weniger disruptiv ablaufen wird. Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise