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29.11.2017 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Innovationen brauchen mehr als steigende Budgets

Autor:
Annette Speck

Die Innovationsausgaben in Deutschland steigen bis 2019 auf voraussichtlich 175 Milliarden Euro. Dennoch hält sich nur ein Drittel der Unternehmen auf Marktveränderungen gut vorbereitet. Woran es liegt, und was zu tun ist.

Angesichts des digitalen Wandels ist der Innovationsdruck in der Wirtschaft immens. Ob Geschäftsmodelle, Herstellungsprozesse oder Produkte – was bislang gut funktioniert, kann in Kürze bereits überholt sein. Kein Wunder also, dass die Ausgaben für Innovationen seit Jahren stetig wachsen. Dies belegt die Studie "Renaissance der Innovation – Deloitte Innovation Survey 2017", für die Chief Innovation Officers und Top-Manager aus über 150 deutschen Unternehmen befragt wurden.

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86 Prozent der Firmen steigern Innovationsausgaben

Demnach sind die Innovationsausgaben in Deutschland von 145 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 166 Milliarden Euro in diesem Jahr gestiegen. Für die nächsten beiden Jahre wird ein Wachstum in Höhe von jeweils 2,7 Prozent erwartet, wobei 86 Prozent der Befragten ihre Innovationsbudgets aufstocken wollen. Die Unternehmen setzen dabei vorrangig auf digitale Technologien und Prozesse wie Big-Data-Analysen, Cloud Computing, Internet of Things und zunehmend auch Machine Learning. Meistgenannte Vorteile der technikgetriebenen Innovationen sind die Verbesserung von Produkten/Services und der Kundenzufriedenheit sowie der Produktivitätszuwachs.

Nichtsdestotrotz halten 44 Prozent der Innovationsverantwortlichen ihre Firma lediglich für "ausreichend vorbereitet" auf die sich ändernden Märkte. Sechs Prozent beantworteten die Frage sogar mit "nicht oder weniger gut vorbereitet". Das Hauptproblem: Die Trends und Technologien werden zwar als hochrelevant eingeschätzt, aber es hapert bei der Implementierung der Neuerungen. "Die Digitalisierung stellt viele bisherige Innovationsstrategien auf den Kopf. In punkto Innovationsfähigkeit und -kultur sind deshalb neue Ansätze gefragt", meint Nicolai Andersen, Leiter Innovation in EMEA bei Deloitte.

Eingeschränktes Innovationsspektrum

Noch ein weiteres Studienergebnis gibt zu denken. Während die Studienautoren zehn Innovationsfelder identifizieren, engagieren sich nur 40 Prozent der Unternehmen in mehr als vier davon. 60 Prozent sind hingegen höchstens in drei Feldern aktiv. Dadurch verschenken deutsche Unternehmen erhebliche Potenziale. Meistgenutzte Methoden, um interne Innovationskapazitäten zu stärken, sind laut der Befragung Design Thinking (43 Prozent), Forschung und Entwicklung (42 Prozent) und Ideation (38 Prozent).

"Nur jedem vierten Unternehmen gelingt der Übersetzungserfolg von Trends in Innovationen. Um das zu ändern, müssen die Betroffenen mehr tun als ihre Budgets zu erhöhen. So kann eine breite Anwendung unterschiedlicher Innovationsarten ebenso hilfreich sein wie die generelle Förderung der Innovationskultur", sagt Innovationsexperte Andersen.

Unternehmensstrukturen bremsen Innovationen aus

Tobias Augsten et al. raten dazu, erst einmal "Die Vorraussetzungen für Innovation in der Aufbauorganisation [zu] schaffen". Denn in den meisten Fällen wirkten die etablierten Unternehmensstrukturen als Innovationsbremse. Der Grund dafür sei einfach, schreiben die Springer-Autoren in ihrem Fachbeitrag auf Seite 116/117: "Die Strukturen sind auf die Erfolgsmodelle von gestern und heute ausgerichtet." Unternehmen, die ein erfolgreiches Innovationsmanagement betreiben, würden keine neuen, vertikalen Führungsstrukturen aufbauen, sondern die anfallenden Aufgaben subsidiär verteilen. Dies fördere die Integration des Innovationsmanagements. 

Immer mehr Unternehmen schaffen auch die Position des Innovationsmanagers. Der sollte die Innovationen aber nicht allein stemmen müssen. "Ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor auf dem Weg zu einem ganzheitlich innovationsbewussten Unternehmen besteht auch darin, das Innovationsmanagement gezielt auf eine breitere Basis zu stellen beziehungsweise die Verantwortung auf mehrere Köpfe zu verteilen", stellen die Autoren auf Seite 122 klar. Die Faustregel laute: Ein "Innovation Professional“ pro 60 bis 80 Mitarbeitern im Unternehmen ist ideal, um Innovationen flächendeckend zu fördern.

Weitere innovationsfördernde Maßnahmen (Seiten 129 ff.)
Duale Strukturen, die je nach Bedarf hierarchische oder netzwerkende Arbeitsweisen ermöglichen
Blick von außen, insbesondere im Ideenfindungsstadium, etwa durch Open-Innovation-Modelle oder Crowdsourcing
U-Boot-Projekte, in denen Mitarbeiter aus eigenem Antrieb Neuentwicklungen voranbringen
Definition einer Projektkultur/-architektur

  

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