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Ohne Innovationskultur keine Innovationen

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Innovative Unternehmen sind wettbewerbsfähiger und krisenfester. Doch wie werden Firmen innovativ? Eine Studie identifiziert drei Erfolgsfaktoren für eine innovationsförderliche Firmenkultur.

Ein wertschätzendes Team, in dem alle Mitglieder ihre Ideen furchtlos einbringen können, ist entscheidend für eine produktive Innovationskultur.


Innovationsstärke gilt als Wachstumsmotor für die Wirtschaft. Mit der Innovationsfähigkeit steht es hierzulande allerdings nicht zum Besten. Laut dem "Gutachten 2025" der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hinkt Deutschland den Industrienationen China, Japan, Südkorea und USA in punkto Wirtschaftsdynamik sowie Forschung und Innovation (F&I) teils deutlich hinterher und liegt auch unter dem EU-Durchschnitt.

Innovationsstärke als Zugpferd

Die Gründe hierfür sind vielfältig, das Fazit ist umso eindeutiger: Die deutsche Wirtschaft muss dringend wieder innovationsfreudiger werden. Die Studie "It’s the Culture, Stupid!" des Stifterverbandes und der Bertelsmann-Stiftung nennt eine starke betriebliche Innovationskultur als wichtigen Aspekt für Erfolg und Resilienz von Unternehmen gerade auch in Krisenzeiten.

Die Untersuchung basiert auf elf qualitativen Experteninterviews, die zwischen April und September 2023 mit Führungsverantwortlichen kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland geführt wurden. Im Fokus standen die Zusammenhänge zwischen der Innovationskultur, der Innovativität und der Krisenresilienz der mittelständischen Firmen.

Es ist sinnvoll, wenn sich die Unternehmen gezielt mit Fragen zu ihrer eigenen Unternehmens- und Innovationskultur auseinandersetzen. Was macht die aktuell etablierte Unternehmenskultur aus und welche Wirkung entfaltet sie? Ist dies zielführend? Welche Elemente wirken positiv, welche hemmend?" Marc Wolinda, Co-Autor, Bertelsmann Stiftung

Parallelen zwischen Unternehmens- und Innovationskultur

Wie die Auswertung der Interviews zeigt, gibt es drei wesentliche Faktoren für eine positive Innovationskultur. Demnach zeichnen sich Unternehmen mit einer ausgeprägten Innovationskultur hierdurch aus:

  • Offenheit für neue Ideen und eine hohe Veränderungsbereitschaft,
  • Abteilungsübergreifende Kollaboration und Kommunikation,
  • Wertschätzung sowie ein vertrauens- und respektvolles Miteinander.

Die Studienergebnisse bestätigen die Analyse des Springer-Autors Markus Glück, der in dem Buchkapitel "Innovationsfreundlicher Rahmen" schreibt: "Innovationen gedeihen besonders gut in einer offenen und transparenten Unternehmenskultur, die sich wiederum aus Teilkulturen und einem grundlegenden und begeisternden Wertesystem zusammensetzt. Entscheidend für eine agile Innovationskultur ist, dass Erfolge vorrangig in Teams erarbeitet werden." (Seite 113) Auch würden Fehler, Irrtümer und misslingende Experimente bewusst in Kauf genommen und analysiert, um daraus schnell zu lernen und zu wachsen.

Agile Innovationsprozesse in der IKT-Branche

Innovationskultur wird aber auch von Führungs- und Eigentümerstrukturen sowie von der Branchenzugehörigkeit beeinflusst, stellt die Studie fest. Demnach setzen insbesondere Familienunternehmen häufig auf fest etablierte Forschungs- und Entwicklungsabteilungen (F&E) mit klaren Zuständigkeiten - was allerdings ein einschränkendes Silo-Denken begünstigt.

Gleichzeitig ergab der Branchenvergleich, dass klassische Industriebetriebe ihre Innovationsprozesse stärker strukturiert haben als etwa Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie. Letztere gehen Innovationen eher agil an, indem sie F&E-Teams flexibel und bedarfsorientiert einsetzen.

Da es primär an den Unternehmen ist, eine wirksame Innovationskultur zu etablieren, empfehlen die Studienautoren für sie insbesondere zwei Handlungsansätze:

  1. Peer-to-Peer-Learning: Dieses biete sowohl innerhalb als auch über Unternehmensgrenzen hinweg praxisnahe Unterstützung bei Kulturwandelprozessen und stärke das Zugehörigkeitsgefühl sowie die Verantwortungsübernahme der Belegschaft.
  2. Unterstützung der Führungskräfte in ihrer Rolle als Motivatoren für Innovationen und Veränderung: Beispielsweise können Weiterbildungsprogramme und Coachings die Führungskräfte sensibilisieren und mit praktischen Tipps und Tools ausstatten.

Förderprogramme für Innovationskultur auflegen

Neben den Unternehmen adressiert die Studie aber auch die Politik. Sie könne im Rahmen der Wirtschaftsförderung Programme auflegen, die die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Innovationskultur zu verbessern. So könnten etwa finanzielle Zuschüsse für Coachings, Tools und Beratungsleistungen gewährt werden. Ferner könnten durch steuerliche Erleichterungen oder die Finanzierung von Pilotprojekten, beispielsweise zum Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen, Anreize für langfristige Investitionen in die Innovationskultur geschaffen werden.

Indessen attestiert das EFI-Gutachten der abgewählten Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP, sie habe viele der im damaligen Koalitionsvertrag angekündigten Vorhaben im Bereich Forschung und Innovation nicht umgesetzt. Die künftige Bundesregierung müsse daher in ihrer Strategie für die F&I-Politik neben verschiedenen Schwerpunktbereichen das gesamte F&I-System und dessen Leistungsfähigkeit verstärkt in den Blick nehmen.

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