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29.07.2015 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Share Economy erfordert neue Geschäftsmodelle

Die Share Economy revolutioniert Wirtschaft, Gesellschaft und Privatleben. Was der Megatrend für Unternehmen bedeutet, erläutert Claudia Hilker mit Praxisbeispielen und Handlungsempfehlungen in einem Gastbeitrag.

Das Grundprinzip der Share Economy heißt "Teilen statt Besitzen". Damit ist das Ausleihen oder Tauschen von Gegenständen oder Bereitstellen von Räumen durch Interessengruppen gemeint. In der Share Economy werden aber auch Wissen, Kontakte und Infrastruktur geteilt. Dieser Megatrend definiert die Wirtschaft neu.

Den Begriff „Share Economy“ beziehungsweise Sharing Economy prägte der Harvard-Professor Martin Weitzmann. Er meint, dass sich der Wohlstand für alle erhöht, je mehr unter allen Marktteilnehmern geteilt wird. Besitz ist demzufolge nicht länger die Voraussetzung für die Nutzung von Konsumgütern. Zudem hat das "TIME Magazin" die Share Economy bereits im Jahr 2011 zu einer der zehn Ideen gekürt, die die Welt verändern werden.

Share Economy im Praxis-Einsatz

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Ein erstes Beispiel aus der Share Economy ist Airbnb, eine Community für Menschen, die Übernachtungen mit Buchung über das Internet anbietet, mit über einer Millionen Angebote in 34.000 Städten aus 190 Ländern. Hotels können diesen Preisen nicht standhalten. Privatanbieter treten als Mitbewerber zu kommerziellen Anbietern an und der Erfolg von Airbnb überrascht, wenn man potenzielle Risiken wie Vandalismus bedenkt.

Ein zweites Beispiel ist der Getränkehersteller Premium, ein Unternehmen mit dem Kunden als oberste Priorität. Die Marke setzt darauf, Produktionsfehler zu veröffentlichen und einen CO2-Ausgleich für Transporte einzuführen. Auch das hierarchielose Betriebssystem trägt zum kollaborativen Arbeiten bei. Arbeitsprozesse werden über Mailinglisten organisiert und Entscheidungen im Konsens getroffen. Auch die Meinung des Endkunden wird gewichtet und fließt in unternehmerische Entscheidungen ein. 

Teilen als Anstoß zu innovativen Geschäftsmodellen

Seit einiger Zeit entwickeln sich neue Formen der Zusammenarbeit, die für Startups, Freiberufler und Kreative von Bedeutung sind. Diese Coworking Spaces bieten Arbeitsplätze und Infrastruktur, die auf Zeitbasis angemietet werden können. Allein in Deutschland gibt es zurzeit über 300 Coworking Spaces, einer davon ist etwa das Kölner Colabor. Ziel ist es, Impulse für einen gesellschaftlichen Wandel zu einer sozial gerechten und ökologischen Welt zu setzen.

Folgende Handlungsempfehlungen lassen sich für Open-Source-Unternehmen definieren:

  • Oberziel setzen: Zum Beispiel ein kundennahes Unternehmen etablieren.
  • Konsistente Umsetzung: Alle Beteiligten tragen ihren Teil dazu bei.

  • Transparenz: Fehler und Informationen müssen freigegeben werden und man muss in Dialog mit den Kunden treten, um deren Wünsche aufzunehmen.

  • Filter offen legen: Die Kommunikationswege müssen offen sein.
  • Gespräche führen: Die gemeinsame Kommunikation etabliert heute eine Marke. Somit sollten Brands mit nachhaltigen Themen für Gesprächsstoff sorgen.

  • Taten statt Worte: Premium Cola ist beispielsweise nicht auf Gewinn und Wachstum aus, sondern auf die Versorgung aller Beteiligten. Daher lehnen sie Kredite ab und stehen großen Abnehmern kritisch gegenüber. Es ist wichtig, auch in seinen Handlungen das umzusetzen, was verkündet wird. 

Share Economy bietet eine Möglichkeit zur innovativen Weiterentwicklung. Es braucht dazu jedoch Change Manager als Führungskräfte, die suboptimale Arbeitsbedingungen als Probleme erkennen und dafür Verbesserungen suchen.

Zur Person
Claudia Hilker ist der Kopf von Hilker Consulting. Sie berät Unternehmen in der digitalen Marketing-Kommunikation rund um Social Media, Enterprise 2.0 und Change Management. Claudia Hilker schult Fach- und Führungskräfte in Social-Media-Marketing und Digital Leadership. Sie gibt Workshops und ist Speaker. Außerdem schreibt sie Marketing-Bücher und bloggt über Marketing-Kommunikation, Social-Media-Marketing, Finanzmarketing und Digital Leadership. Sie hat Lehraufträge und schreibt nebenberuflich eine Dissertation über Social Media.

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