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26.02.2014 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Tradition hilft bei der Innovation

2 Min. Lesedauer

Es stimmt, wir leben in unruhigen Zeiten. Und doch hilft die Tradition Unternehmen dabei, dauerhaft überlebensfähig zu sein. Ein Gastbeitrag von Springer-Autor Peter Gräser, Teil 1.

Warum tun sich manche Unternehmen schwer, ihre Innovationskraft zu steigern? Bei differenzierter Betrachtung fällt uns auf: Viele tun sich gar nicht schwer damit – sie sind innovativ, aber verlieren darüber wenig Worte. Denn sie stehen vor anderen Herausforderungen: Nicht die (vermeintliche) Neuheit von Produkten und Services ist für sie relevant, sondern deren Nutzwert und Qualität. Neu heißt eben nicht notwendig besser.

Bei solchen Unternehmen greifen die verschiedenen Arten der Innovation – inkrementelle Weiterentwicklung, disruptive Neuschöpfung, Weiter- und Neuentwicklung von Geschäftsmodellen, Neuentwicklung von Märkten, Diffusion in andere Märkte – sinnvoll ineinander. Und viele dieser Unternehmen bestehen schon erstaunlich lange, viel länger als die in Studien ermittelte durchschnittliche Lebensdauer von Unternehmen überhaupt.

Tradition ist mehr als Gewohnheit

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Es stimmt, wir leben in unruhigen Zeiten. Aber das haben die Generationen von Unternehmern und Managern in den vergangenen Jahrhunderten auch getan. Gerade diese Methusalems aus Handel, Rohstoffwirtschaft und Industrie haben überlebt, weil sie aus Tradition innovativ waren.

Tradition ist mehr als eine zufällige Gewohnheit. Tradition ist das, was in einem evolutiven, einem Selektionsprozess übrig bleibt, weil es sich als dauerhaft überlebensfähig erwiesen hat: Der Kern einer Organisation, ihrer Kultur. Tradition in diesem Sinne heißt nicht, dass ich ewig und drei Tage mit den gleichen Produkten auf den gleichen Märkten in den gleichen Regionen unterwegs bin. Tradition ist die Entwicklung der Identität einer Organisation unter den Bedingungen permanenter, äußerer, existenzbedrohender Veränderungen. Tradition ist also etwas stabiles, aber nichts Statisches.

Wenn Big Data nicht mehr hilft

Beides, Tradition und Innovation, haben eines gemeinsam: Sie brauchen Geduld, um sich entwickeln zu können. Jede Unternehmensführung, die sich auf kurzfristige Ziele fokussiert, verhindert innovative Traditionen mit Sicherheit. Da helfen auch keine Big Data-gestützten, „innovativen“ Steuerungsinstrumente.

Tradition hilft bei Innovation, wenn man sich nicht zu ihrem Sklaven macht.

Lesen Sie auch: Innovation aus Tradition (Langfassung), Zentrum für Führung.

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Quelle:
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