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02.04.2015 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Wettlauf um die Geschäftsmodelle der Zukunft

Autor:
Anja Schüür-Langkau

In vielen Branchen herrscht immer noch Ratlosigkeit, wie sich die bestehenden Geschäftsmodelle in die digitale Welt transferieren lassen. Wichtig sind dabei eine intelligente Vernetzung der analogen und der digitalen Welt und eine funktionierende IT-Infrastruktur.

Die fortschreitende Digitalisierung stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Die bisherigen Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr und neue Wettbewerber mit innovativen Ansätzen mischen die Marktstrukturen auf. Das gilt inzwischen für alle Branchen. Diese digitale Transformation „wirkt als Zentrifugalkraft und wird die Unternehmen in den kommenden Jahren noch stärker nach Gewinnern und Verlierern spalten“, so eine Erkenntnis der Studie „Digital Business Readiness“ des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research in Kooperation mit IT-Service- und Lösungsanbieter Dimension Data.

Unternehmen als Getriebene der Transformation

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Für die empirische Studie befragten die Forscher 100 deutsche Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern verschiedener Branchen nach ihrer Selbsteinschätzung zum Thema Digitale Transformation sowie nach Planung und Investitionsbereitschaft. Demnach haben deutsche Unternehmen große Probleme mit den veränderten Marktbedingungen. Fast zwei Drittel fühlen sich als "Getriebene" der Digitalen Transformation. Und 58 Prozent haben bisher noch keine funktionierende Digitalstrategie gefunden.

Wie groß die Herausforderungen sind, beschreibt auch die europäische Studie "Die digitale Transformation der Industrie", die von der Beratungsgesellschaft Roland Berger im Auftrag des BDI erstellt wurde: "Neue Daten, Vernetzung, Automatisierung und die digitale Kundenschnittstelle sprengen bestehende Wertschöpfungsketten. Unternehmen müssen ihre Produkte und Fähigkeiten hinterfragen und ihre digitale Reife erhöhen, um neue Möglichkeiten zu erkennen, zu entwickeln und schnell umzusetzen" heißt es im Fazit der Studie.

IT-Infrastruktur als Basis für Erfolg

Aber auch wenn viele Branchen noch keine funktionierende Geschäftsmodelle entwickelt haben, herrscht der Studie zufolge Einigkeit darüber, dass die IT-Infrastruktur die entscheidende Basis für eine erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung ist. Das bestätigen auch die Springer-Autoren Claudia Lembke und Walter Brenner. „Ohne den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik wird es kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell mehr geben“, schreiben sie in ihrem Beitrag „Geschäftsmodelle und Märkte im digitalen Zeitalter." Unternehmen denen es gelänge, „die simultane Um- oder Neugestaltung der Geschäftsmodelle mit ihren Produkten und Dienstleistungen auf der Basis einer zeitgemäßen Infrastruktur sowie moderner Informationssysteme und einem robusten Datenmanagement“ zu entwickeln, hätten in der digitalen Welt gute Erfolgschancen.

Intelligente Verzahnung zwischen analoger und digitaler Welt

Als Beispiel nennen die Autoren die Legogruppe, denen es gelungen ist, die analoge und die digitale Welt zu verzahnen. „Gestützt auf den Lego-Baustein werden neue, von Filmen inspirierte Welten aufgebaut, etwa bei Star Wars, Harry Potter, Herr der Ringe oder der Hobbit, die sich mit richtigen Bausteinen wie auch virtuell spielen lassen. Die Kreation spezifischer Bau-Sets und Erweiterungen findet sich in allen Lego-Spielwelten wieder, die stets durch eine Vielzahl von Online-Spielen unterstützt werden (Seite 198).

Geschäftsprozesse laufend überdenken

Insgesamt bedeutet die Entwicklung und Umsetzung neue digitaler Geschäftsmodelle eine massive Veränderung für das gesamte Unternehmen. Entwicklungsprozesse werden plötzlich agil. Das bedeutet, Unternehmen „müssen bereit sein, bestehende Geschäftspraktiken laufend zu überdenken und weiterzuentwickeln.“ erläutern die Autoren der Marketing Review St. Gallen Benedikt Jahn und Markus in ihrem Artikel „Die digitale Revolution — Neue Geschäftsmodelle statt (nur) neue Kommunikation“ Dabei müssten „schrittweise eine Kultur und Prozesse etabliert werden, die ein schnelles Ausprobieren von neuen Ideen und Lernen ermöglichen“. Dies könne jedoch nur gelingen, wenn die „Verantwortung im Top-Management liegt, das den Anstoß Top-down geben muss.“ Sie müsse dann aber anschließend Bottom-up von allen Mitarbeitern gelebt werden.

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