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12.03.2013 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Wenn Manager aus der Zeit fallen

Autor:
Andreas Nölting

Im Zeitalter des globalen Wettbewerbs werden zunehmend kreative Unternehmensführer wichtig, die die Fähigkeit zum unkonventionellen Denken haben und ihre Kollegen mitreißen können. Das Top-Management muss die Visionen ständig vorleben, sonst droht ein Unternehmen den Anschluss zu verlieren.

Über viele Jahre war Gerhard Cromme einer der wichtigsten Stützpfeiler der alten Deutschland AG – dem einflussreichen Netzwerk der Dax-Vorstände und ihrer Aufsichtsräte. Als Oberkontrolleur von ThyssenKrupp sowie Siemens und als ordentlicher Aufsichtsrat bei der Allianz, Lufthansa, EON und Axel Springer spielte Cromme in der obersten Liga der deutschen Unternehmensführer und setzte mit eiserner Hand seine Interessen durch. Ein Top-Manager aus dem Bilderbuch.

Tempi passati. Kurz nach seinem 70. Geburtstag hat nun auch Cromme das Schicksal vieler seiner Kollegen erwischt – Cromme verlor seinen Job. Auf Druck des 99jährigen Berthold Beitz, des Vorsitzenden der mächtigen Krupp von Bohlen-Stiftung, musste Cromme seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender von ThyssenKrupp niederlegen. Die Korruptions- und Kartellskandale, die Fehlinvestments in den USA und die Milliardenverluste des Technologie- und Stahlkonzerns wurden letztlich auch Cromme angelastet.

Starre Hierachien behindern die Kreativität

Cromme und Beitz wirken nicht nur wegen ihres stolzen Alters wie zwei Manager, die aus der Zeit gefallen sind. Die unternehmerischen Probleme und die hohen Verluste von ThyssenKrupp haben sicherlich auch den Grund, dass elementare Innovationen im Konzern versäumt und die Kreativität der Mitarbeiter durch starre Hierarchien behindert worden sind. Die Folge: Ein ehemals wettbewerbsfähiger Konzern verliert den Anschluss.

Wie wichtig Innovationen, Kreativität und Begeisterung für die Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens hingegen sind, beschreiben die Autoren Erwin Stubenschrott, Stephan Jantscher und Josef Tuppinger in dem Buch "Die Kunst der Innovation“. Ein klassisches Innovationsmanagement mit funktionierenden Innovationsprozessen sei die Pflicht, eine gelebte Innovationskultur die Kür, meinen die Autoren.

Am Beispiel eines österreichischen Anbieters von Biomasseheizungen zeigen die Autoren wie ein innovatives Betriebsklima und ein visionäres Management ein Unternehmen zum Innovationsführer machen können. Als wichtige Erfolgsfaktoren identifizieren die Autoren:

  • Commitment der Führungskräfte. Das Top-Management müsse die Vision vorleben und sie glaubwürdig bei jedem sich bietenden Anlass kommunizieren.

  • Sichtbarkeit. Eine Vision müsse dauernd präsent sein.

  • Ernsthaftigkeit. Die Führungskräfte müssten bei jeder Gelegenheit demonstrieren, dass die Vision ernst genommen werde.

Fazit: Im Zeitalter des globalen Wettbewerbs werden zunehmend Unternehmensführer wichtig, die die Fähigkeit zum unkonventionellen Denken haben und ihre Kollegen mitreißen können. Mit einer neuen, kreativen Unternehmensspitze hat auch Thyssen Krupp alle Chancen, wieder den Anschluss zu finden.

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