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11.09.2013 |

Bernd X. Weis

| Innovationsmanagement | Im Fokus

Was innovative Unternehmen ausmacht

Springer-Autor Bernd X. Weis hat das Praxishandbuch Innovation geschrieben. Er hält über 40 Patente und berät Organisationen sowie diverse Unternehmen.

Innovationen bestimmen das Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschehen. Springer-Autor, Erfinder und Berater Bernd X. Weis beschreibt die unterschiedlichen Strategien des Innovationsprozesses. Teil 2: Die Suche nach dem Kundennutzen.

Eine erfolgversprechende Strategie etablierter Unternehmen ist die des Abwartens; man lässt den Möchte-Gern-Innovator erst mal machen. Wenn abzusehen ist, dass die Strategie des Innovators aufgeht, dass aus dem Möchte-Gern-Innovator ein echter Innovator geworden ist, dann kann man gegebenenfalls nachziehen und das Erfolgsrezept kopieren.

Denn Kopieren ist kostengünstiger, man vermeidet die Fehler der Anfangsphasen in Entwicklung und Marktpositionierung, muss aber auch den Kunden preislich entgegenkommen oder Zusatzleistung mit ins Paket packen und mit geringeren Margen rechnen. Oder aber – bei gut gefüllten Kassen – man kauft den Innovator einfach auf und integriert die Innovationen in die eigene Produktpalette, wobei aber die Integration des zugekauften Unternehmens in das eigene eine schwierige, nicht zu unterschätzende Aufgabe ist.

Der zentrale Aspekt unternehmerischen Handelns

In jedem Fall ist der Zeitpunkt des Handelns von ausschlaggebender Bedeutung – wer zu früh kommt, der trägt die großen Risiken (die man ja vermeiden will), wer zu spät kommt, der kann sich womöglich nicht mehr als Wettbewerber etablieren, oder nach Michail Gorbatschow, den bestraft das Leben.

Innovative Unternehmen unterscheiden sich von den traditionellen Firmen dadurch, dass sie aktiv Veränderungen in den Märkten herbeiführen oder zumindest Veränderungen wahrnehmen und sich an diesem Wandel beteiligen. Bei innovativen Unternehmen ist „Innovativ-Sein“, die Schöpfungslust, ein zentraler Aspekt des unternehmerischen Handelns und fest in der Unternehmensvision, -strategie und -kultur eingebettet, eingearbeitet und verankert.

„Innovativ-Sein“ bedeutet, sich auf die andauernde Suche nach dem Kundennutzen zu begeben und diesen in den Vordergrund zu stellen. „Innovativ-Sein“ wird nicht dem Tagesgeschehen untergeordnet, sondern wird vorgelebt und kommuniziert. Erfolgreiche Strategien, die sich aus dem „Innovativ-Sein“ ableiten, sind in sich einzigartig, kreativ und originell, weisen auf Wege, die bislang noch nicht begangen sind. Sie sind eng mit dem Unternehmen und den Personen verwoben und „richtig“ in der Zeit eingeordnet. Sie können somit anfangs nur schwer imitiert werden. Damit haben erfolgreiche innovative Unternehmen inhärent auf eine bestimmte Zeit einen Wettbewerbsvorteil.

Die Angst vor dem Misserfolg

Die Kehrseite: Die Kehrseite von „Innovativ-Sein“ ist das Damoklesschwert des Misserfolgs und des Scheiterns, das immer über innovativen Unternehmen hängt. Zeigt ein Unternehmen die oben genannten Charakteristiken nicht, dann tut es sich schwer mit „Innovativ-Sein“; zeigt es sie, dann besteht a priori die Chance, erfolgreich zu sein. Letztlich gibt dann es nur noch die glücklichen Erfolgreichen und die glücklosen Erfolglosen – auf dem Friedhof gescheiterter Unternehmungen liegen viele begraben, deren Protagonisten Mut, Risikobereitschaft, Optimismus und Durchhaltevermögen, aber vielleicht einfach zu wenig Glück gehabt haben.

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