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13.11.2013 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Sie Wissen erwerben können

Autor:
Andreas Nölting

Wissen ist der Wettbewerbsfaktor schlechthin. Innovative Firmen wachsen schneller und sind rentabler als traditionelle Unternehmen. Doch wie kann ein weniger innovatives Unternehmen Wissen erwerben, lässt es sich einfach so am Markt kaufen?

Keine Frage, Wissen ist der Wettbewerbsfaktor schlechthin. Unternehmen, die den Wissens-Schatz in den Köpfen ihrer Mitarbeiter pflegen, heben und einsetzen, erarbeiten sich den entscheidenden Vorsprung gegenüber ihrer Konkurrenz. Innovative Firmen wachsen schneller, sie erzielen höhere Renditen und sie sind resistenter gegenüber den Widrigkeiten der Märkte und der Konjunktur.

Der Trend zur Wissensgesellschaft ist im vollen Gange. Viele Konzerne schaffen neue Organisationen, sogenannte Denkfabriken, um innovativer zu werden und das Wissen im Unternehmen zu bündeln, zu organisieren und für den Produktionsprozess verfügbar zu machen. Etliche Management-Denker sehen den Wert des intellektuellen Kapitals bereits als wesentlich höher an als den Wert traditioneller Produktionsfaktoren.

McKinsey kauft sich Spitzen-Chemiker

Wie aber kann ein Unternehmen Wissen erwerben? Lässt sich Wissen etwa kaufen? Können eingespielte Teams, wie bei Investmentbanken üblich, von Wettbewerbern abgeworben und im eigenen Unternehmen erfolgreich integriert werden? Oder lässt sich Wissen im eigenen Unternehmen nur Stück für Stück mühsam aufbauen, um erfolgreich in den Prozessen Wirkung entfalten zu können?

Das Autorenteam G. Probst, S. Raub und K. Romhardt  stellt in dem Buch „Wissen managen“ vier Möglichkeiten vor, externes Wissen zu kaufen:

  • Der Erwerb von Wissen externer Wissenträger. Der Kampf um die besten Köpfe wird immer härter. Durch das Anheuern externer Experten wird eine Vorentscheidung darüber getroffen, welche organisatorischen Fähigkeiten aufgebaut werden können. Die Unternehmensberatung McKinsey etwa kaufte in den 90er Jahren nahezu sämtliche Chemiker mit der Note „summa cum laude“ vom Markt, um auf diesem Gebiet schlagkräftig zu werden.

  • Der Erwerb von Wissen anderer Firmen. Große Konzerne mit Problemen bei der Innovation wählen häufig einen radikalen Weg, um Wissen zu erhalten: Sie akquirieren Wettbewerber. Insbesondere in der Internetwirtschaft und der Pharma-Branche wird dieses Mittel häufig gewählt. Doch derartige Firmenfusionen können auch dazu führen, dass die besten Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und der „brain-drain“ die übernommene Wissensbasis zerstört.

  • Der Erwerb von Stakeholderwissen (etwa Kundenwissen). Kunden sind häufig intensive Nutzer eines Produktes. Sie kennen die Stärken und Schwächen der Produkte. Einige Autohersteller haben daher Kundenwerkstätten eröffnet, in denen Entwickler und Kunden gemeinsam an Verbesserungen arbeiten.

  • Der Erwerb von Wissensprodukten. Die Forschungs- und Entwicklungsergebnisse vieler Firmen werden in Patenten gesichert. Der Erwerb von Lizenzen für solche Patente gilt als ein geeignetes Mittel für Unternehmen, eigene Innovationsdefizite zu beheben.

    Welche der vier Möglichkeiten die beste ist, und ob sich externes Wissen tatsächlich im eigenen Unternehmen integrieren lässt, hängt stark von den jeweiligen Bedingungen ab. Der Königsweg wird der rechtzeitige Aufbau einer Wissenskultur im eigenen Unternehmen sein.

    Lesen Sie auch:

    Warum Wissen immer wertvoller wird

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2010 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Quelle:
Wissen managen

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