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2024 | Buch

Innovative Wirtschaftsförderungen in Krisenzeiten

Analysen, Konzepte und Praxisbeispiele kommunaler Gestaltungsansätze in Deutschland

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Über dieses Buch

Dieses Buch stellt in 19 interessanten und innovativen Praxisbeiträgen den Ideenreichtum kommunaler Wirtschaftsförderungen im Hinblick auf die aktuellen Krisen in der Welt dar. Sie basieren auf dem zweiten Award „Innovative Wirtschaftsförderungen“ des Forums Deutscher Wirtschaftsförderungen im Jahr 2022 und sind eine Auswahl von insgesamt 55 Einreichungen, die voller innovativer und vor allem auch übertragbarer Ansätze stecken.

Das Themenspektrum spannt sich von Inkubatoren im Bereich der Existenzgründungsförderung über die Bewältigung von Innenstadtentwicklungsproblemen und von digitalen Ehrenamtsagenturen bis hin zu Fachkräfteinitiativen und regionale Innovationsansätze, wie zum Beispiel regionale Dashboards oder Matching-Plattformen. Die Beiträge sind nach den administrativen Ebenen systematisiert und ermöglichen dem Leser eine entsprechende Grundorientierung, von großen Städten über Städte und Gemeinden bis hin zu Landkreisen und regionalen Arbeitsgemeinschaften.

Aus dem Inhalt

Kommunale Wirtschaftsförderung in Krisenzeiten – Aufgabenwandel und InnovationsstrategienInnovative Ansätze in den großen StädtenInnovative Wirtschaftsförderung in den Städten und GemeindenNeue Konzepte in Landkreisen und Regionen

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung – Ein Award in Krisenzeiten

Frontmatter
Kapitel 1. Der Award „Innovative Wirtschaftsförderungen“ 2022: Mit Wettbewerb zur besseren Bewältigung von Krisen?
Zusammenfassung
Wirtschaftsförderung ist ein Aufgabengebiet zwischen Konkurrenz und Kooperation. Aufgrund der nicht nur zu Nachbarkommunen bestehenden Konkurrenzsituation und des nicht selten anzutreffenden „Einzelkämpfertums“ der verantwortlichen Akteure haben sich in der Vergangenheit verschiedene Kommunikations- und Austauschformate gefunden, die aber letztlich in Relation zu anderen Aufgabengebieten sowohl inhaltlich-fachlich als auch formal überschaubar gewesen sind. Der im Jahr 2019 erstmals durchgeführte Award „Innovative Wirtschaftsförderungen“ innerhalb des bundesweiten Forums deutscher Wirtschaftsförderer ist im Jahr 2022 zum zweiten Mal durchgeführt worden. Die zunächst allgemeine Ausrichtung auf die „Innovation“ im Jahr 2019 wurde in der Folge weiterentwickelt und hatte im Jahr 2022 nun den Fokus auf dem Thema „Krisenbewältigung“. Neben der Corona-Krise spielten aber auch andere Krisensituationen eine große Rolle, vor allem der Ukrainekrieg und die in der Folge entstandenen Energie- und Lieferkettenprobleme. Dadurch wurden bestehende Trends der Nachhaltigkeit, der Regionalisierung und der Resilienzausrichtung nachhaltig befeuert. Sie spiegeln sich unter anderem in den zahlreichen Award-Beiträgen wider.
Jürgen Stember
Kapitel 2. Kommunale Wirtschaftsförderung in schwerer See – Zwischen Krisen, Aufgabenwandel und Innovationsstrategien
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag stellt die Ergebnissee von insgesamt drei empirischen Studien zum Umgang der kommunalen Wirtschaftsförderungen mit den aktuellen Krisen dar. In einer interessanten zeitlichen Reihenfolge über drei Jahre werden sowohl die Auswirkungen auf die Unternehmen als auch die Folgen für die Arbeit der Wirtschaftsförderungen verdeutlicht und gegenübergestellt. Dabei geht es nicht nru um gradulelle Entwicklungen im Aufgabenprofil, sondern auch um neue strategische Ausrichtungen und Möglichkeiten einer nachhaltigen Krisenbewältigung und Resilienz.
Jürgen Stember, Emanuel Hesse

Innovative Ansätze in den großen Städten

Frontmatter
Kapitel 3. TechHub.K67 – Mit einem ausgeprägten Netzwerkgedanken Startups am Standort Düsseldorf unterstützen
Zusammenfassung
Der TechHub.K67 ist ein offener Raum für Innovation, in dem Startups und etablierte Unternehmen zusammenkommen. Initiiert von der Wirtschaftsförderung Düsseldorf, versammelt das Projekt starke Netzwerkpartner aus Düsseldorf, um zum einen das Startup-Ökosystem für etablierte Unternehmen zugänglich zu machen, zum anderen um das Wachstum von Startups durch direkte Vernetzung zu potenziellen Kunden und Investoren zu beschleunigen. In den ersten sechs Monaten seit der Gründung hat sich gezeigt, dass gerade der starke Netzwerk-Gedanke ausschlaggebend für den Erfolg des Projektes ist. Des Weiteren ist eine agile und flexible Ausrichtung des Vorhabens an sich sinnvoll, um sich an das dynamische Umfeld anzupassen.
Ella Gemünd, Theresa Winkels
Kapitel 4. Agil und ergebnisorientiert – Umsetzung einer partizipativen Führung mittels der OKR-Methode in der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart
Zusammenfassung
Der stetige Wandel in der Gesellschaft, der Wirtschaft und im Arbeitsleben zieht veränderte Rahmenbedingungen und Anforderungen für verschiedenste Bereiche nach sich. Der folgende Beitrag thematisiert im Kontext von Arbeitsaufgaben und Zielen die Bedeutung und Umsetzungsfaktoren der relativ neuen OKR-Methode in Wirtschaftsförderungen am Beispiel der Landeshauptstadt Stuttgart.
Bernhard Grieb, Iris Gebauer, Marie Enderle
Kapitel 5. Pop-up-Store | F11 – Raum für Start-ups, Gründerinnen und Gründer in Erfurt
Zusammenfassung
Vera Golenia ist Betriebswirtin Public Management (TVS) und im Amt für Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung Erfurt tätig. Sie löst ihre Aufgaben vorzugsweise in agilen Projekten und begleitet u. a. den Thüringer Wirtschaftskongress erwicon, sowie verschiedene Imagekampagnen für die Impulsregion. In der Netzwerkarbeit setzt sich für wirtschaftsrelevante Themenfelder ein, hier insbesondere auch für die städtische Gründerszene.
Vera Golenia
Kapitel 6. Förderung von Social Entrepreneurship und Sozialunternehmertum in Bremen
Zusammenfassung
Sozialunternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Problemlösungen gesellschaftlicher – also sozialer und ökologischer – Herausforderungen in den Mittelpunkt ihres Wirtschaftens stellen. Dabei handeln sie grundsätzlich wirkungsorientiert, d. h. sie stellen den Impact (also die Wirkung ihrer Tätigkeit) über die Maximierung von Profiten. Schlussendlich möchten Sozialunternehmen eine gesellschaftliche Herausforderung lösen, tun dies auf Grundlage eines funktionierenden Geschäftsmodells und erfüllen somit gleichzeitig unternehmerische Zwecke.
Tamara Kassow
Kapitel 7. WERK X Startup Inkubator Bochum – Erfolgsfaktoren und Funktionsweisen von Inkubatoren
Zusammenfassung
Die Ausgestaltung von Start-up Inkubatoren kann verschiedene Formen annehmen. Der WERK X Startup Inkubator Bochum als öffentlich geförderter Inkubator existiert seit dem Jahr 2019 und hat bis heute über 23 Start-ups begleitet. Für einen Einblick in die Arbeitsweisen des Inkubators wird die folgende Abhandlung einen theoretischen Überblick über Aufgaben und Qualitätsmerkmale von Inkubatoren liefern, um danach diese Merkmale anhand des Praxisbeispiels WERK X zu verdeutlichen. Es wird gezeigt, dass nur eine effektive Zusammenstellung geeigneter Unterstützungsleistungen eines Inkubators zu einem erfolgreichen Programm führen kann.
Maurice Reinhard

Innovative Ansätze in den Städten und Gemeinden

Frontmatter
Kapitel 8. Anspruchsvolle Vermarktung und Entwicklung des modernsten Gewerbegebiets in Südwestfalen – Menden
Zusammenfassung
Die Entwicklung von Gewerbeflächen ist entscheidend für einen Wirtschaftsstandort und hat große Auswirkungen auf die Finanzierung von Kommunen. Trotzdem ist die Ausweisung neuer Gebiete politisch schwierig. Angebot und Nachfrage liegen weit auseinander, daher ist es bei der Entwicklung wichtig die Flächeneffizienz als Ziel im Auge zu behalten. Diese ist bei allen Maßnahmen und Ansätzen rund um die weichen Faktoren, sowie bezüglich Umwelt- Klima- und Artenschutz das A und O. Im vorliegenden Beispiel wird anhand des Gewerbeparks Hämmer in Menden beschrieben, wie mit einer vergabekriterienorientierten Vermarktung das Ziel der Flächeneffizienz sichergestellt werden kann.
Tim Behrendt
Kapitel 9. Best Practice Pop-up Stores Freudenstadt – Marke, Image, Leerstandsreduzierung und Belebung einer Innenstadt
Zusammenfassung
Stationäre Einzelhandelsnutzungen in Innenstädten sind seit mehreren Jahren rückläufig. „Aktuelle Frequenzrückgänge von 19 % sowie ein Umsatzminus von 12 % im Vergleich zum Vorjahr zeigen, dass umgehend gehandelt werden muss, um den Exodus der Innenstädte zu verhindern,“ sagt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes Baden-Württemberg (HBW) im Jahr 2022. Dass das gesamte Erscheinungsbild einer Innenstadt unter Leerständen in Einzelhandelslagen leidet ist weithin bekannt.
Tanja Götter, Jasmin Schmieder, Elke Latscha
Kapitel 10. Wirtschaftsschau Ahaus – Auftrieb für die Region
Zusammenfassung
Die Stadt Ahaus liegt im westlichen Münsterland, im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und ist eine mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Borken im Regierungsbezirk Münster (Wikipedia, kein Datum).
Katrin Damme, Helena Frieling
Kapitel 11. Erste Gemeinwohl-bilanzierte Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft in Deutschland – Bornheim, Metropolregion Köln/Bonn
Zusammenfassung
Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist ein alternatives Wirtschaftsmodell, in dem das gute Leben für alle das oberste Ziel ist. Die Grundidee ist nicht neu – Artikel 14 des Grundgesetzes besagt: «Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.» Der Anspruch der GWÖ ist es, die Gesetze der Marktwirtschaft wieder in den Dienst demokratischer Grundwerte zu stellen.
Paul Corrales-Braun, Frederik Eilts, Sabine Malzbender, Joachim Strauß
Kapitel 12. ReNEWsance – Eine langfristige Strategie zur Neudefinition von „Innenstadt“
Zusammenfassung
Stadthagen ist eine Kreisstadt in Niedersachsen mit einer bewegten Geschichte. Im 19. Jahrhundert erlebte der Ort einen Aufschwung durch die Industrialisierung, aber der Niedergang begann mit dem Ende des Steinkohlebergbaus. Die Stadt kämpft aktuell gegen den Strukturwandel und setzt auf den bürgergetragenen ReNEWsance-Prozess, um die Innenstadt wiederzubeleben. Dieser Prozess betont die Bedeutung von an konkreten Bedarfen abgeleiteten bürgergetragenen Initiativen, die als Teilprojekte in Verantwortung von Bürgern oder Kommune für die ganze Stadt bewertet, realisiert und skaliert werden können. Stadthagen verfolgt eine langfristige Strategie, in der ein Förderprojekt immer ein neues nach sich zieht. Wichtig sind eine Gesamtstrategie, ein Projektschmiede mit Kreativität in Antragsstellung, das Aufbrechen von Kompetenzsilos innerhalb der Verwaltung und personelle Kapazitäten. Vertrauensbildung und Durchhaltevermögen sind nötig, um langfristige Prozesse zu initiieren, und ergebnisoffene Prozesse bieten Chancen, erfordern jedoch viel Steuerung und Austausch im Projektteam. Eine gute, unabhängige Kommunikation aller Beteiligten ist für eine erfolgreiche Transformation entscheidend.
Jessica Lietzau, Holger Rabe, Serge Enns
Kapitel 13. Nachhaltige Gesamtentwicklungsstrategie der Verbandsgemeinde Hermeskeil
Zusammenfassung
Die heutigen globalen, europäischen sowie lokalen Entwicklungen und der sich spürbar verschärfende Wettbewerb der Regionen als attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume, auch vor dem Hintergrund der geographischen Veränderungen durch den Klimawandel, zwingt uns zu einem Perspektivwechsel in der regionalen Wirtschaftsförderung. Wirtschaftsförderung hat Auswirkungen auf unser tägliches Leben, denn sie formt die regionale Welt um uns herum. Wirtschaftsförderung betrachtet die Wechselwirkungen zwischen allen am regionalen Wirtschaftsprozess beteiligten Komponenten.
Stefanie Schömer

Innovative Ansätze in den Landkreisen und Regionen

Frontmatter
Kapitel 14. Die Digitale Ehrenamtsagentur der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land mbH
Zusammenfassung
Die Wirtschaftsförderung St. Wendeler Land unterstützt den Landkreis St. Wendel im Rahmen des Verbundprojektes „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ als digitale Ehrenamtsagentur. Das Projekt dient dem Aufbau hauptamtlicher Strukturen und Dienstleistungangebote, um die ehrenamtlichen Organisationen im Sankt Wendeler Land bei Problemstellungen bedarfsgerecht zu unterstützen. Ein Themenschwerpunkt des Projektes liegt in der Stärkung des Ehrenamts bei der digitalen Transformation. Die Wirtschaftsförderung St. Wendeler Land hat in vorherigen Projekten digitale Erfahrungen und Erkenntnisse erworben. Beispielsweise gab es im Modellvorhaben Land(auf)Schwung das Projekt „Digitale Transformation von kleinen und mittleren Unternehmen“, bei dem die Wirtschaftsförderung St. Wendeler Land die Trägerschaft und das Management übernommen hat. Dieses Know-How ist im Projekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ auf die Zielgruppe der ehrenamtlichen Organisationen und Personen übertragen worden. In diesem Zusammenhang ist die digitale Ehrenamtsagentur entstanden, die unterschiedlichste Dienstleistungsangebote für das Ehrenamt bereithält. Hierzu zählen unter anderem die Entwicklung einer Webplattform mit digitalem Wissensmanagement, die Bereitstellung einer Dorfapp, die Durchführung von Online-Sprechstunden, von Web-Seminaren oder von digitalen Fördermittelberatungen. Mit der Arbeit im Rahmen der digitalen Ehrenamtsagentur hat die Wirtschaftsförderung das Tätigkeitsfeld der digitalen Transformation um eine neue Zielgruppe erweitert. Die Wirtschaftsförderung St. Wendeler Land agiert damit nicht nur als Dienstleister für die regionale Wirtschaft, sondern zunehmend auch als Standort- und Regionalentwickler des Sankt Wendeler Landes. Im Sinne einer resilienten Regionalentwicklung stärkt sie die digitale Transformation, Vernetzung, Kommunikationsfähigkeit und Zukunftssicherheit der ehrenamtlichen Organisationen im ländlichen St. Wendeler Raum.
Julian Schneider
Kapitel 15. Das RegioBoard als Informations-, Planungs- und Steuerungsinstrument im Kreis Gütersloh – Strukturdaten als Ausgangspunkt für Entwicklungsstrategien
Zusammenfassung
Basierend auf der langjährigen Zusammenarbeit zwischen einigen Wirtschaftsförderungsgesellschaften in Ostwestfalen-Lippe (OWL) mit dem EWAS-Institut im Rahmen der Strukturberichterstattung wurden diese Strukturdaten gemeinsam mit DataCharts zum RegioBoard weiterentwickelt. Dieses interaktive Dashboard bietet eine digital aufbereitete Entscheidungshilfe: Es liefert Indikatoren zu den Themen Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Wirtschaftskraft, Branchenentwicklungen, Bildung und Qualifikationsstruktur, Infrastruktur und Demografie. Auf diese Weise kann eine kontinuierlich gepflegte Datenbasis zum Wirtschaftsstandort etabliert werden, die öffentlich verfügbar dem Standortmarketing dient und interne Arbeits- und Entscheidungsprozesse durch erweiterte Funktionalitäten effizient unterstützt.
Ute Niermann, Britta Stöver, Christian Hahn, Anna Niehaus
Kapitel 16. Mind the gap: Fachkräfte-Matching in der Region Hildesheim
Zusammenfassung
Der Wirtschaftsstandort Deutschland steht vor erheblichen strulturellen Herausforderungen. Hierbei wird die Verfügbarkeit von Fachkräften als wichtigster Standortfaktor bei der Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen einen Schlüsselfaktor darstellen. Um die Wettbewerbsfähigkeit von Standorten herzustellen, müssen sich Standorte und Regionen in Deutschland aufstellen und für sich herausfinden und bewerten, inwiefern das etablierte Institutionensystem mit seinem Instrumentenkasten in der Lage sein wird, sich an die sich verändernden Rahmenbedingungen, Bedarfe und anstehenden Transformationsprozesse in weiten Teilen der Wirtschaft so schnell wie möglich anzupassen
Da eine unterstützende Rolle der kommunalen Wirtschaftsförderung auf der regionalen und gemeindlichen Ebene vor dem Hintergrund des Schlüsselfaktors Fachkräfte an Bedeutung gewinnen wird, soll dieser Text Herausforderungen, aber auch Chancen einer aktiven Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung näher beleuchten. Eine Wirtschaftsförderung, die den Versuch unternimmt, die Standortqualität und Zukunftsfähigkeit der Regionen aktiver zu gestalten und bestehende Lücken des etablierten und zum Teil überregional gesteuerten Institutionensystems durch ergänzende Maßnahmen vor Ort arbeitsteilig zu schließen.
Im Rahmen dessen werden zunächst die aktuellen Herausforderungen der Krisen und Transformation beleuchtet und mit aktuellen Zahlen hinterlegt. Darauf aufbauend werden die Probleme und Folgewirkungen auf dem Arbeitsmarkt erläutert sowie Schlussfolgerungen zu den Handlungsnotwendigkeiten der kommunalen Wirtschaftsförderungen gezogen.
Als praktisches Anschauungs- und Lösungsbeispiel wird die Matching-Plattform für freiwerdende Fachkräfte aus Hildesheim genutzt, die gemeinsam aus etabliertem Institutionensystem und kommunaler Wirtschaftsförderung entwickelt, etabliert und ausgebaut wird. Hiermit wurde ein erstes System geschaffen, um die überregionale Arbeitsmarktpolitik mit der kommunalen Beschäftigungsförderung zu verzahnen und gemeinsam die Standortqualität und Zukunftsfähigkeit der Region Hildesheim zu gestalten.
Svenja Fuhrich, Matthias Ullrich
Kapitel 17. Hände hoch fürs Handwerk – Handwerkszeit im Westerwaldkreis
Zusammenfassung
Nicht nur im Westerwaldkreis, sondern bundesweit hat das Handwerk mit einem negativen Image zu kämpfen. Die Vorstellungen von Handwerksberufen sind in den meisten Köpfen nicht mehr zeitgemäß. Die Handwerkskammern haben die ersten Schritte unternommen und wecken mit bundesweiten Kampagnen wieder Interesse. Vor diesem Hintergrund wurde 2015 die Kampagne “Hände hoch fürs Handwerk” im Westerwaldkreis entwickelt. Ziel ist es, die Vorstellung von handwerklichen und geweblich-technischen Berufsbildern zu aktualisieren und auf die vielfältigen Chancen im Handwerk aufmerksam zu machen.
Katharina Schlag
Kapitel 18. mehrWERT – Weiterbildungsverbund im ländlichen Raum
Zusammenfassung
Der Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt wird neben dem demografischen und ökologischen Wandel insbesondere durch die Digitalisierung und die Anwendung von KI-basierten Technologien derart beschleunigt, dass verstärkt qualifikatorische Anpassungsprozesse bei Arbeiternehmer*innen erforderlich sind. Unternehmen, vor allem die kleinen und mittleren [KMU], die i. d. R. über keine Personalabteilung verfügen, sind stärker als bisher auf Unterstützung bei der strategischen Personalentwicklung angewiesen, um die berufliche Weiterbildung zielgerichtet zur Fachkräftesicherung zu nutzen und damit die Beschäftigungs-, Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. Der Weiterbildungsverbund mehrWERT sieht vor, KMU und deren Beschäftigte bei dieser Herausforderung zielgerichtet zu unterstützen.
Justus Brennecke, Linda Gutt, Anika Weiß
Kapitel 19. Einführung einer virtuellen Innovationsplattform zur regionalen und internationalen Vernetzung in der Wirtschaftsförderung
Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis – Matchmaker.Ruhr
Zusammenfassung
Anhand eines Praxisberichts wird die Einführung einer virtuellen Plattform geschildert, die als Antwort auf die Kontakt- und Reisebeschränkungen der Corona-Pandemie die regionalen und internationalen Vernetzungsaktivitäten im Rahmen der Wirtschaftsförderung weiterhin ermöglichen soll. Wesentliche Vorüberlegungen wie Make-or-buy und Maßnahmen zum Erreichen der kritischen Masse müssen getroffen werden. Erfolgsfaktoren wie ein effektiver Kommunikationsplan, die Einbindung von geeigneten Partnern und Multiplikatoren werden beschrieben. Technische Anpassungen bei der Einführung als schnelle Antwort auf Kundenfeedback sichern dabei eine hohe Kundenzufriedenheit und begünstigen Nutzenvorteile der virtuellen Plattform durch Effizenzgewinne internationaler Vernetzungsaktivitäten auch in den Zeiten nach der Pandemie.
Frank Speer
Kapitel 20. Offensive Zukunft Ostwürttemberg
Zusammenfassung
In der Region Ostwürttemberg leben rund 450.000 Einwohner in 53 Städten und Gemeinden. Die 2138 km2 große Region wird durch den Landkreis Heidenheim und den Ostalbkreis gebildet. Durch die Lage im Dreieck zwischen Stuttgart, Nürnberg und Ulm ist die Region sehr gut angebunden an die Metropolen Süddeutschlands.
Nadine Kaiser, Markus Schmid, Lisa Huurdeman
Kapitel 21. Zweckverband als Mittel zum Gewerbe- und Industrieflächenmanagement in der Wirtschaftsregion Kaiserslautern
Zusammenfassung
Viele Kommunen stehen vor der Herausforderung, neue Industrie- und Gewerbegebiete zu entwickeln. Der vorliegende Beitrag skizziert die Möglichkeiten des Industrieflächenmanagements sowie Organisationsformen zur Umsetzung der Entwicklung adäquater Flächen. Der Zweckverband ist eine solche Organisationsform. Am Beispiel der Wirtschaftsregion Kaiserslautern soll die Implementierung eines auf Standortentwicklung ausgerichteten Zweckverbands dargestellt werden.
Philip Pongratz, Matthias Vogelgesang, Tim Littig
Metadaten
Titel
Innovative Wirtschaftsförderungen in Krisenzeiten
herausgegeben von
Jürgen Stember
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-42046-8
Print ISBN
978-3-658-42045-1
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-42046-8

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