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Über dieses Buch

Der dritte Band der Ausgewählten Schriften von Claus Offe enthält sozialtheoretische Studien und Essays zu Problemen der sozialen Integration. In diesem Band sind Arbeiten zum Zusammenhang von Institutionen, Normen und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten versammelt. Damit werden aktuelle Diskussionen zu sozialen Bewegungen, bürgerschaftlichem Engagement und gesellschaftlichem Fortschritt historisch und systematisch fundiert.

Der Inhalt

· Institutionen
· Vertrauen, Verantwortung, Solidarität, Selbstbeschränkung
· Soziale Bewegungen und Zivilgesellschaft
· Sozialwissenschaft und Gesellschaftskritik

Die Zielgruppen

· Sozialwissenschaftler
· Politikwissenschaftler

Der Autor
Dr. Claus Offe ist emeritierter Professor für Politische Soziologie an der Humboldt-Universität sowie an der Hertie School of Governance in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Institutionen

Frontmatter

Political Institutions and Social Power: Conceptual Explorations (2006)

Zusammenfassung
The term “institution” is one of the most frequently used and, at the same time, most rarely defined in the social sciences. Social scientists relate to the theoretical concept of institution as ordinary people relate to some established institution: They take the meaning for granted and proceed to make use of it. The question that I want to focus on here concerns the implications of institutions for the generation, distribution, exercise, and control of social power.
Claus Offe

Civil society and social order: demarcating and combining market, state and community (2000)

Zusammenfassung
Whenever we speak of social change, it helps to specify in which of its two major meanings we wish to employ the concept. For the social sciences have always analyzed social change in two perspectives. First, social (or ‘historical’) change is conceived of as a set of blind and impersonal forces, structural trends and contradictions to which human agents are exposed as objects, if not as passive victims to whom change ‘happens’.
Claus Offe

Vertrauen, Verantwortung, Solidarität, Selbstbeschränkung

Frontmatter

Fessel und Bremse. Moralische und institutionelle Aspekte „intelligenter Selbstbeschränkung“ (1989)

Zusammenfassung
Die große sozialwissenschaftliche Attraktivität von Habermas’ Programm der praktischen Philosophie liegt aus sozialwissenschaftlicher Perspektive wohl darin, dass die Frage nach den Gesellschafts- und Sozialisationsverhältnissen, die einen fruchtbaren Boden für die praktische Bestätigung ihrer Einsichten sein könnten, explizit gestellt wird. Hegel beschließt seine Verfassungsschrift von 1802 mit der prägnanten moralsoziologischen These: „Der Begriff und die Einsicht der Notwendigkeit (ist) viel zu schwach, um auf das Handeln selbst zu wirken; der Begriff und die Einsicht führt etwas so Mißtrauisches gegen sich mit, daß er durch die Gewalt gerechtfertigt werden muß, dann unterwirft sich ihm der Mensch.“ Fast wie ein verschlüsseltes Zitat dieses Satzes liest es sich, wenn Habermas schreibt: „Die von der konkreten Sittlichkeit des Alltags entkoppelten moralischen Einsichten führen nicht mehr ohne weiteres die motivationale Kraft mit sich, welche die Urteile auch praktisch wirksam werden läßt.“
Claus Offe

Moderne „Barbarei“: Der Naturzustand im Kleinformat? (1996)

Zusammenfassung
In Fachlexika und Handbüchern findet man den Begriff der Barbarei kaum, am wenigsten in sozialwissenschaftlichen. Wo über die Begriffsgeschichte berichtet wird, ergibt sich eine vielfältig verzweigte Semantik. Am Anfang der griechischen Verwendung bei Homer und Herodot sind die Barbaren Menschen fremder Sprache – die Sprachfremden, mit denen wir uns weder in ihrer noch in unserer Sprache verständigen können. Dabei hatten die Griechen die Bewohner Kleinasiens, vor allem aber die Perser im Sinn.
Claus Offe

Die Ehrlichkeit politischer Kommunikationen. Kognitive Hygiene und strategischer Umgang mit der Wahrheit (1993)

Zusammenfassung
Eine eben so alte wie einfache Einsicht besagt, dass „Politik“ das Gegenteil von einer „Privatangelegenheit“ ist. Politisches Handeln kann nicht von einzelnen Personen allein vollzogen werden, sondern ist immer auf die Mitwirkung anderer angewiesen: Seine politischen Ziele erreicht man nur, wenn man Unterstützer und Mitstreiter für sie gewinnt. Das gilt nicht nur für das Handeln in demokratischen politischen Systemen, sondern auch und gerade für „totalitäre“ Diktaturen. Sie stehen und fallen mit der Fähigkeit des Diktators oder der herrschenden Partei, andere durch Einsatz der strategischen Mittel von Erpressung, Bestechung, Drohung, Zwang, von Versprechung und Einschüchterung zur Kooperation zu bringen – oder jedenfalls zum Verzicht auf Opposition.
Claus Offe

Die Utopie der Null-Option. Modernität und Modernisierung als politische Gütekriterien (1986)

Zusammenfassung
Mit dem Thema der „Moderne“ haben sich die Sozialwissenschaften in den letzten 25 Jahren in zwei verschiedenartigen Kontexten beschäftigt. Diese Kontexte sind scharf voneinander abgegrenzt, aber auch, so will es jedenfalls rückblickend scheinen, in einer ironischen Weise aufeinander bezogen. Da ist zunächst der Kontext der empirisch und theoretisch außerordentlich anspruchsvollen historisch-soziologischen Modernisierungsforschung.
Claus Offe

How can we trust our fellow citizens? (1999)

Zusammenfassung
Trust is more than just another interesting, difficult, though only recently widely studied social phenomenon. The current rise in interest in this phenomenon (as reflected in recent writings by, among others, Fukuyama (1995), Seligman (1992), Gambetta (1988), Giddens (1990), Levi (1996), Misztal (1996), Putnam (1993), and Eisenstadt (1995, 1998)) as well as the closely related group of phenomena such as social capital, respect, recognition, confidence, associability, social cohesion, and civil society may have to do with a widely shared, though largely implicit, diagnosis of basic problems of public policy and the steering of social coordination, and ultimately the maintenance of social order itself. Specialists in the field of sociology of knowledge will have to reflect upon why it is that these perennial questions of social theory are widely addressed today in terms of such “soft” conceptual tools referring to informal and subinstitutional social phenomena.
Claus Offe

Pflichten versus Kosten: Typen und Kontexte solidarischen Handelns (2004)

Zusammenfassung
„Solidarische“ (das heißt von Akteuren, Begünstigten oder Dritten als solche qualifizierte) Handlungen haben oft nur affektive oder habituelle Motive. Dann handelt es sich um Akte spontaner Barmherzigkeit oder gewohnheitsmäßiger Großzügigkeit. Von solchen Motiven und Handlungen wird hier nicht die Rede sein. Anders verhält es sich, wenn solidarische Handlungen auf der Grundlage der motivierenden Vorstellung stattfinden, dass Akteure anderen Akteuren gegenüber eine politisch-moralische oder rechtliche Pflicht zur tätigen Anteilnahme und Hilfeleistung haben.
Claus Offe

„Verantwortlich sein“ und „verantwortlich gemacht werden“. Zur Grammatik und Semantik verantwortlichen Handelns (2005)

Zusammenfassung
Ich werde zunächst einige Versuche skizzieren, das uns interessierende Phänomen der Verantwortung aus sozialwissenschaftlicher Sicht zu kartographieren. Anschließend versuche ich einige Anwendungen und Verallgemeinerungen, die sich in der Diskussion vermutlich als kontrovers herausstellen werden.
Claus Offe

Shared Social Responsibility. Reflections on the need for and supply of “responsible” patterns of social action (2010)

Zusammenfassung
“Responsibility” is a three-dimensional concept; accordingly, whenever we use it, three implicit questions are being raised and need to be answered. First, who is responsible? Second, what is the range or scope of the responsibility in question: for what does someone’s responsibility apply, and where are legitimate limits of acting as “one’s brother’s keeper”? Third, to whom is the agent in question responsible (meaning: by whom can she be held accountable) – be it in the present retrospect of what the agent has done so far, or be it in the future retrospect of what she will have done at a later point? In the formal sense suggested by these three questions, all responsibility is “social” in that it refers to a social interaction in which an agent (A), the actions (X) carried out by the agent that affect a category of people and concerns, and a monitoring observer (M) – be it only an agent’s self-monitoring conscience – are implied, which determines whether or not A has complied with the duties of her responsibility.
Claus Offe

What, if anything, may we mean by “progressive” politics today? (2001)

Zusammenfassung
What is “progress” in the day-to-day use of the term? Someone makes progress in recovering from an illness or in preparing for an exam. A company makes progress in increasing its market share, and new computer software marks progress over its predecessor. Or progress occurs in some military action towards defeating enemy forces. Such overuse of the term is ubiquitous and equivalent to the notion of “taking steps in a desired direction”, whatever the respective desires, and the steps taken, and by whom, may be. This foggy and over-extended use of the term is entirely unhelpful in political contexts.
Claus Offe

Soziale Bewegungen und Zivilgesellschaft

Frontmatter

New Social Movements: Challenging the Boundaries of Institutional Politics (1985)

Zusammenfassung
Political sociologists and political scientists who analyze Western European politics have made it a commonplace since the 1970s to emphasize the fusion of political and nonpolitical spheres of social life. They have seriously questioned the usefulness of the conventional dichotomy of “state” and “civil society.” Processes of fusion are evident not only on the level of global sociopolitical arrangements, but also among citizens as elementary political actors. The delineation between “political” and “private” (in other words, moral or economic concerns and modes of action) is becoming blurred.
Claus Offe

Reflections on the Institutional Self-transformation of Movement Politics: A Tentative Stage Model (1990)

Zusammenfassung
It has become quite commonplace in the 1980s to refer to movements such as the peace, civil rights, environmental, and women’s movements as “new” social movements. This terminology is used by activists, political commentators, and social scientists alike. But its justification is far from obvious. It can hardly be taken to signal just the recent or unexpected nature of the socio-political phenomena which are summarily categorized as “new” social movements, since, at least in retrospect, there seems to be a virtually uninterrupted history of significant movement politics in most Western democracies for at least twenty years.
Claus Offe

Vier Hypothesen über historische Folgen der Studentenbewegung (1998)

Zusammenfassung
Im Folgenden widerstehe ich der (ohnedies schwachen) Versuchung zur rückblickenden Heroisierung der Ereignisse und Bewegungen von 1968. Ich überwinde auch die Hemmungen und Bedenken, die gegenüber einer kontrafaktischen Geschichtsbetrachtung gewiss am Platze sind. „Kontrafaktisch“ kann eine Geschichtsbetrachtung in zwei spiegelbildlichen Weisen sein. Entweder fragt man, was „heute“ anders wäre, wenn es „damals“ ein Ereignis gegeben hätte (zum Beispiel einen Erfolg der Männer des 20. Juli), das es tatsächlich nicht gegeben hat. Oder man fragt umgekehrt, was heute anders wäre, wenn Ereignisse ausgeblieben wären, welche die Geschichtsbücher sehr wohl verzeichnen.
Claus Offe

The Politics of Parity: Can Legal Intervention Neutralize the Gender Divide? (2001)

Zusammenfassung
The problem I want to discuss in the following essay can be stated in three steps. First, in modern liberal democratic societies institutional spheres and fields of activity have been, and largely remain, gendered, in spite of the vigorous efforts of social movements and moral mobilizations aimed at neutralizing the gender divide. To be sure, increasing rates of mobility do occur between these gendered domains of social activities, although they differ widely across countries and social classes. By “gendered” domain divisions I mean that many fields of activity (such as primary school teaching, managerial activities, military professions, the exercise of official political power) are assigned to either men or women.
Claus Offe

Wessen Wohl ist das Gemeinwohl? (2001)

Zusammenfassung
„Gemeinwohl“ – wir sind von der Renaissance des Begriffs, vor allem auch von der Rolle überrascht, die er gerade auf der linken Hälfte des politischen Spektrums zu spielen scheint. Der Begriff ist nicht nur bei konservativen Wahrern einer naturrechtlich konzipierten sozialen Wertordnung populär, sondern neuerdings auch bei den politischen Bannerträgern der „neuen Mitte“ und des „Dritten Weges“. Auf beiden Seiten ist der Mut zum republikanischen Pathos auffällig, mit dem über das Gemeinwohl im Singular gesprochen wird. Denn dass es politische Leitund Ordnungsvorstellungen gibt, die sich selbst in der Einstellung eines reflexiven Pluralismus werbend als Versionen des Gemeinwohls ausgeben, dabei jedoch das Bewusstsein der unbehebbaren Strittigkeit jeder substantiellen Gemeinwohldeutung mitführen, ist keine Neuigkeit.
Claus Offe

Nach dem „Ende der Utopie“: die Zivilgesellschaft als Fortschrittsidee? (2004)

Zusammenfassung
Vielleicht können Utopien als Relikte und zugleich als säkularisierte Fortsetzungen christlicher Erlösungsvorstellungen verstanden werden. Diese christlichen Vorstellungen des Heils sind, wenn ich recht sehe, u. a. dadurch zu kennzeichnen, dass sie im Raum und in der Zeit lokalisiert sind. Was die räumliche Dimension angeht, so gibt es auf der einen Seite das Paradies, auf der anderen den Himmel.
Claus Offe

Sozialwissenschaft und Gesellschaftskritik

Frontmatter

Die kritische Funktion der Sozialwissenschaften (1975)

Zusammenfassung
Zunächst eine ziemlich triviale Vorbemerkung. Wir können davon ausgehen, dass es Sozialwissenschaften – im Gegensatz zu Naturwissenschaften – immer mit einem Gegenstand zu tun haben, der schon Meinungen und Deutungen über sich selbst enthält. Mit den Gegenständen der Sozialwissenschaften sind rudimentäre Theorien über diese Gegenstände mitgegeben. Deshalb treffen die Sozialwissenschaften ihren Objektbereich immer in der Reflexionsform an, niemals im „Naturzustand“.
Claus Offe

Do Western Universities Have a Mission to Educate? Thoughts on expertise and judgment (2007)

Zusammenfassung
As a preface to my remarks, let me just make one thing explicit: I gladly leave it to others to conceptualize the meaning of “Western” culture or civilization. Although there are clearly a great variety of cultures and civilizations in today’s world, they can less and less easily be localized on a map of the world. Even when Max Weber formed the highly aggregative concept of “occidental rationalism” about a century ago, he used the concept of the “occident” inconsistently, leaving open whether he meant the North West of Europe, Western Europe, Europe, or Europe plus the United States of America (while a place like Australia, today describing itself as part of “the West”, remained entirely outside the scope of his investigations).
Claus Offe

Akademische Soziologie und politischer Protest: Der Frankfurter Soziologentag 1968 (2012)

Zusammenfassung
Lassen Sie mich mit einer knappen Vergegenwärtigung des zeitgeschichtlichen Kontextes beginnen, in den jede rückblickende Würdigung des 68er Soziologentages (Müller-Doohm 2010) eingebettet werden muss. In einem zweiten Teil werde ich mich dann den Thesen, Themen und Argumenten zuwenden, die bei diesem Kongress einer akademischen Fachgesellschaft zur Verhandlung anstanden. Zum Abschluss werde ich dann auf die akademischen und nicht-akademischen Akteure und ihre Konflikte eingehen, die bei diesem Ereignis eine Rolle spielten.
Claus Offe

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