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Inszenierungen des Heiligen

Liturgik als Kulturwissenschaft

  • 2024
  • Buch
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Über dieses Buch

Liturgische Vollzüge können als Performances verstanden werden. Hierbei stehen die jeweiligen Inszenierungen der vielfältigen Gottesdienstlandschaft im Fokus, sodass eine Analyse vornehmlich nach der Hermeneutik einzelner liturgischer Praxen und Artefakte fragt. Das Gottesdienstverständnis in dieser Arbeit wird dabei nicht in erster Linie von einer an Theatertheorien orientierten semiotischen Deutung des Gottesdienstes hergeleitet: Vielmehr zeigt sich, dass Gottesdienste insbesondere dort ihren Charakter als kulturelle Praxis sui generis entfalten, wo sie sich als Anderes des Alltags vom Theater grundlegend unterscheiden. Leitend ist im Anschluss an einen vor allem in der Religionspädagogik entwickelten Performativitätsbegriff die Unterscheidung zwischen faktischer und taktischer Gestaltung liturgischer Prozesse. Dies wird im Anschluss an terminologische Vorüberlegungen zunächst am Beispiel der Eingangsliturgie entfaltet. Während hier Absichten und Wirkungen einzelner traditioneller Formulierungen und deren situativer Adaption miteinander verglichen werden, widmen sich schließlich drei Fallstudien musikalischen und popkulturellen Zugängen zu einem Gottesdienstverständnis, das von der Musik her gedacht als „Liturgicking“ bezeichnet werden kann.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Kapitel 1. Einleitende Gedanken

    Timm Siering
    Zusammenfassung
    Die Feier des Gottesdienstes ist eine vielschichtige Inszenierung. Hier soll sichtbar werden, was eigentlich unsichtbar ist, erlebbar, was sonst transzendent gedacht wird. Vielschichtig ist die liturgische Inszenierung auch deshalb, weil hier in der Gegenwart Gottes gefeiert und gebetet wird, sich diese Gegenwart dem menschlichen Zutun trotz aller Mühen allerdings entzieht.
  3. Kapitel 2. Der Gottesdienst als das Andere des Alltags?

    Timm Siering
    Zusammenfassung
    Wie sich der Gottesdienst als andersartige Zeit vom Alltag unterscheidet, erklärt Arno Schilson anhand der Einführung des Kultbegriffes, den er einem Gottesdienstverständnis der Inszenierung in fruchtbarem Dialog gegenüberstellt: „Damit eröffnet das kultische Handeln eine Welt oder auch nur eine Dimension, in deren Vergegenwärtigung der Mensch die beglückende, zugleich in ungeheurer Dichte sich einstellende Erfahrung machen kann, daß er trotz aller Widerfahrnisse und Widrigkeiten der Wirklichkeit diese bestehen und ihr standhalten kann.“ Der Begriff des Kultes setzt den Gottesdienst als gemeinsam begangene religiöse Veranstaltung nicht notwendigerweise voraus. Einerseits ist die Eröffnung dieser anderen Perspektive damit nicht an den Gottesdienst gebunden.
  4. Kapitel 3. Drei Fallstudien

    Timm Siering
    Zusammenfassung
    „For those who believe in Christ, moreover, studying the music of the Reformations can be also a way for enhancing the reciprocal knowledge among members of different Christian confessions, for showing the beauty of the various forms of worship, and therefore for contributing to the building of unity through the respectful and amazed contemplation of the splendour of these heritages. This is, in my opinion, a cultural, historical, religious and social responsibility, as well as a fascinating endeavour for all those wishing to engange in it.“
  5. Kapitel 4. Abschließende Gedanken

    Timm Siering
    Zusammenfassung
    Dieses letzte Kapitel gliedere ich in zwei Abschnitte. Im Fazit stelle ich noch einmal die zentralen Ergebnisse meiner Arbeit vor und bringe sie dort mit der Forschungsfrage und den Zwischenergebnissen, die am Ende des zweiten Kapitels standen, ins Gespräch.
  6. Backmatter

Titel
Inszenierungen des Heiligen
Verfasst von
Timm Siering
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-46006-8
Print ISBN
978-3-658-46005-1
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-46006-8

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