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Über dieses Buch

Finden Sie in diesem Werk die richtungsweisenden methodischen Überlegungen des Integrierten Management-Ansatzes für die Umsetzung einer nachhaltigen Unternehmensführung!

Die Thematik wird sowohl theoretisch-konzeptionell als auch praxisnah-fallbezogen mit einem intendierten mittelbaren „Brückenschlag“ zwischen beiden Perspektiven beleuchtet. In Teilen der einschlägigen Fachliteratur wird die nachhaltige Unternehmensführung als integrales bzw. integriertes Konzept gekennzeichnet. Der Integrationsfokus sollte sich dabei auf die unterschiedlichen betrieblichen Ebenen und Subsysteme ausrichten.

Dem weithin anerkannten St. Galler-Konzept "Integriertes Management" folgend, geht es darum, dass der auf der normativen Ebene postulierte Nachhaltigkeitsgedanke über die Strategie in operative Handlungsvollzüge einfließt und dadurch operationalisiert und für alle Anspruchsgruppen (insbesondere Kunden und Mitarbeiter) konkret erfahrbar wird. Das Konzept „Integriertes Management“ bildet mit seinem metapherhaften Grundverständnis als „Leerstellengerüst für Sinnvolles und Ganzheitliches“ hierzu einen sinnvoll „befüllbaren Rahmen“. Die bewusste Zusammenführung mit diesem Konzept weitet das Integrationsverständnis der Nachhaltigkeit über die konzeptimmanente Verzahnung der konstitutiven Kerntriade (Ökonomie/Ökologie/Soziales) hinaus in alle betrieblichen Subsysteme (Ebenen, Teilfunktionen etc.) hinein.

Erfahren Sie von ausgewählten Autorinnen und Autoren aus Forschung und Praxis aufgrund der unterschiedlichen Blickwinkel eine intendierte breitgefächerte Ausleuchtung der Thematik!

Die Beiträge werden folgenden fünf Oberkategorien zugeordnet:Teil I: Einführung mit Betonung einer integrierten SichtweiseTeil II: Werteorientierte Grundlagen und Perspektiven Teil III: Exemplarisch dargestellte Objekt- und AnwendungsfelderTeil IV: Branchen- und praxisfallorientierte Beispiele Teil V: Fazit und Ausblick

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung mit Betonung einer integrierten Sichtweise

Frontmatter

Themeneinführung und Beiträge im Überblick

Zusammenfassung
Nachhaltigkeit ist mittlerweile eine zentrale Anforderung an Unternehmen. Damit Nachhaltigkeit aber die eigentliche DNA von Unternehmen erreicht, muss sie nicht nur auf der Anspruchsebene verbleiben, sondern von allen Teilsystemen des Unternehmens als konkrete Handlungsmaxime angesehen und entsprechend auch umgesetzt werden. Der damit akzentuierte möglichst hohe Durchdringungsgrad des Gesamtsystems und seiner Teilsysteme mit nachhaltigen Überlegungen und Handlungen lässt die Relevanz einer integrierten Sichtweise evident werden. Diese Sichtweise steht hier für eine tiefgreifende Integration des Nachhaltigkeitsgedankens in die verschiedenen normativen, strategischen und operativen Unternehmenssysteme und deren inter- und intrasystemische Abstimmung.
Kristin Butzer-Strothmann, Friedel Ahlers

Integrierte Unternehmensführung und Nachhaltige Unternehmensführung: Synergetisches Potenzial einer Konzeptzusammenführung

Zusammenfassung
Die beiden Konzepte „Integrierte Unternehmensführung“ und „Nachhaltige Unternehmensführung“ sind mittlerweile arrivierte Ansätze im Management, wenn auch mit unterschiedlicher Herkunft und Intention. Vor dem Hintergrund der Forderung nach einer integrierten nachhaltigen Unternehmensführung liegt es nahe, das synergetische Potenzial einer Zusammenführung beider Konzepte zu analysieren und ggf. entsprechende Gestaltungsimplikationen abzuleiten. Es zeigt sich dabei, dass die Vorstellungen der eher vorgehensorientiert-methodisch geprägten integrierten Unternehmensführung und der leitlinienorientiert-inhaltlich geprägten nachhaltigen Unternehmensführung grundsätzlich kompatibel sind und bei einer angemessenen Verknüpfung interessante Erkenntnisse gewonnen werden können.
Friedel Ahlers, Kristin Butzer-Strothmann

Werteorientierte Grundlagen und Perspektiven

Frontmatter

Eine systemische Erzählung über die Integration von Nachhaltigkeit in unternehmerische Entscheidungen

Zusammenfassung
Integration als Aufnahme eines neuen Elements in ein Entscheidungssystem: In einfacherer Lesart ist zwar den meisten verständlich, dass jeder neue Spieler das Spiel verändert. Wenn Unternehmen also Nachhaltigkeit in ihr Entscheidungssystem aufnehmen, verändern sie das Entscheidungsspiel. In komplexerer Lesart können die Systemgesetzmäßigkeiten von sozialen Systemen neue Erkenntnisse darüber schaffen, warum die Integration nicht so einfach zu bewältigen ist und was Führungskräfte und Mitarbeitende leisten müssen, um Nachhaltigkeit und Ethik in den zahlreichen betrieblichen Entscheidungsprozessen als handlungsleitende Prämissen zur Geltung zu bringen. In einer verwirklichten Integration der Prämissen kann das System Unternehmen eine höhere Komplexität bewältigen, es zahlt dafür aber einen Preis: Die Abwägung der Trade-offs erfordern mehr Dialog und damit mehr Zeit bei offeneren Lösungen, zugleich werden viele Entscheidungen damit kostenintensiver.
Georg Müller-Christ

Unternehmensethik als Basis einer integrierten nachhaltigen Unternehmensführung

Zusammenfassung
Die allgemeine moralische Verpflichtung, das Gute zu tun und das Böse zu meiden, trifft auch die Unternehmen als zentrale Wirtschaftsakteure. Jenseits einer ideologisch verkürzten Lehre von der unsichtbaren Hand des Marktes führt die reine Gewinnmaximierung nicht zum Gemeinwohl. Daher wird auch zu Recht von den Unternehmen mehr soziale Verantwortung gefordert. Die „Corporate Social Responsibility“ wird unter anderem konkretisiert in der Forderung, nachhaltiger zu wirtschaften, insbesondere die natürlichen Lebensgrundlagen besser zu schützen. Viele Unternehmen bekennen sich mittlerweile zu diesem Ziel. Das Ziel kann aber nur über eine ganzheitliche nachhaltige Unternehmensführung erreicht werden, welche die verschiedenen Ebenen der Unternehmensplanung integriert, den gesamten Leistungsprozess nachhaltigkeitsorientiert gestaltet und alle Führungssubsysteme auf dieses Ziel ausrichtet. Weiterhin müssen die Unternehmen sowohl durch die politische Rahmensetzung als auch von Seiten der Konsumenten bei ihren Bemühungen unterstützt werden.
Elisabeth Göbel

Gelebte Nachhaltigkeitskultur durch integrale Unternehmensführung

Zusammenfassung
Nachhaltig wird oft nach innen nicht als ganzheitlicher und damit auch nicht als integraler Ankerpunkt wahrgenommen, sondern eher als „Stückwerk“ von umweltorientierten Einzelmaßnahmen, die die Mitarbeitenden oft nicht in Verbindung mit dem Thema Nachhaltigkeit bringen. Die Grundlagen für eine gelebte Nachhaltigkeitskultur legt die Unternehmensleitung durch eine integrale nachhaltige Führung. In diesem Zusammenhang wird Führung sehr viel ganzheitlicher verstanden, als es in der herkömmlichen Managementliteratur oft der Fall ist. Gute Führung ist das Ergebnis eines Bewusstseinswandels, der eine Organisation als ein lebendiges System begreift und einen integralen Ansatz für das Management nutzt. Gute Führung erkennt die herausragende Bedeutung der Organisationskultur. Um eine gelebte nachhaltige Unternehmenskultur aufzubauen und zu fördern, versteht und analysiert eine gute Führung die prägenden Faktoren der Unternehmenskultur. Diese Thesen sind der Fokus dieses Beitrags.
Anja Grothe, Matthias Teller

Was zählt in der Krise?

Werteorientierte Unternehmensführung aus der Perspektive christlicher Sozialethik
Zusammenfassung
Das Konzept der „Nachhaltigkeit“ erstreckt sich keineswegs bloß auf ökologische Schutzmaßnahmen, sondern ist vielmehr methodisch grundlegend als vernetzende Interpretationsperspektive und werteorientierte Handlungsmaxime zu verstehen. Es wählt die Krise als analytischen Ausgangspunkt und regt so einen Austauschprozess zwischen der praktischen Problemebene und deren Wurzeln im Werte- und Beziehungsfundament von Gesellschaften und Organisationen an. Durch die Vergewisserung über ein tragfähiges Wertesystem bzw. durch dessen Neujustierung werden die gesellschaftlichen Teilsysteme zu sinnstiftender Kommunikation miteinander befähigt. Die mit der Klimakrise verbundenen gesellschaftlichen Umbrüche und Risiken fordern den Übergang von segmentären Maximierungsstrategien zu einem auf Resilienz ausgerichteten Führen durch Werte. Einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten Unternehmen primär durch werteorientierte Mitarbeiterführung sowie auf möglichst langfristigen Gewinn und Innovation abzielende Investitionsstrategien.
Markus Vogt, Rana Matthias Bose

Integrierte nachhaltige Unternehmensführung von Familienunternehmen

Zusammenfassung
Der Ansatz der integrierten Unternehmensführung bietet ein konsistentes Rahmenwerk, welche von der normativen, über die strategische bis hin zur operativ-taktischen Ebene reicht. Die aktuelle Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitsherausforderungen, wie z. B. Klimawandel und Ressourcenmangel und -effizienz fordert die Unternehmensführung zunehmend heraus, hier Lösungsansätze zu entwickeln. Familienunternehmen haben eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung und zählen oftmals sogar zu den Weltmarktführern. Die Besonderheit von Familienunternehmen liegt vor allem im Zusammenwirken der beiden Systeme Familie und Unternehmen. Während im Familiensystem das soziale System der Familie existiert, in dem Entscheidungen nach persönlichen Kriterien getroffen werden, sind im System Unternehmen ökonomische Kalkulationen sowie Fragen der Rentabilität für die Entscheidungsfindung relevant Aufgrund ihrer generationenübergreifenden, nachhaltigen Denkhaltung zählen Familienunternehmen oftmals zu den Vorreitern, wenn es um die Entwicklung nachhaltiger Lösungen geht.
Der vorliegende Beitrag fokussiert auf Philosophie und Vision, Kultur und Verfassung als zentrale Elemente der normativen Dimension, da diese für die Herausforderungen von Familienunternehmen zentrale Elemente darstellen. Werte sind dabei das unsichtbare Band zwischen Unternehmen, Familie und Stakeholdern.
Reinhard Altenburger, Christine Bachner

Menschenrechtskonforme Unternehmensführung mithilfe des Risikomanagements?

Zusammenfassung
Die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschrechte der Vereinten Nationen empfehlen zur Umsetzung der menschenrechtlichen Unternehmensverantwortung einen Managementansatz, nach welchem der Prozess der menschenrechtlichen Sorgfalt in unternehmerische Risikomanagementsysteme eingebunden werden kann. Wird hierfür ein unternehmensweiter Risikomanagementansatz (ERM) genutzt, könnten Synergiepotenziale aufgrund einer ähnlichen Prozessstruktur realisiert werden – so die Hoffnung.
Angesichts der vorherrschenden Finanzausrichtung des Risikomanagements stehen sich die Menschenrechts- und Risikomanagementanforderungen jedoch auch konfliktär gegenüber. Vor diesem Hintergrund gilt es zu prüfen, ob eine einfache Integration von Menschenrechtsrisiken in das unternehmensweite Risikomanagement ausreichend ist oder ob es ggf. sogar zu einer Verletzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht führen könnte. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Beitrag mögliche Konflikte zwischen der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht und dem unternehmensweiten Risikomanagement herausgestellt und aufgezeigt, wie dem Konfliktpotenzial auf Unternehmensebene mit selbstregulativen Maßnahmen begegnet werden könnte.
Jutta Knopf, Remo Klinger, Karina Hildebrandt

Exemplarisch dargestellte Objekt- und Anwendungsfelder

Frontmatter

Technologien als Impulsgeber für eine integrierte nachhaltige Unternehmensführung

Zusammenfassung
Der Einsatz von Technologie wird immer mehr als eine der zentralen Stellschrauben diskutiert, um zu mehr Nachhaltigkeit zu gelangen. Technologien eröffnen ökonomische, ökologische und soziale Potenziale. Es gilt, sie entsprechend zu nutzen.
Das St. Gallener Konzept der integrierten Unternehmensführung bietet einen geeigneten Rahmen, um Technologien für mehr Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung zu berücksichtigen. In Zeiten großen technologischen Wandels erfordert die gestiegene Komplexität in der Unternehmensführung einmal mehr ganzheitliches und mehrdimensionales Denken. Unter diesen Rahmenbedingungen müssen Technologien normativ zur Nachhaltigkeitsorientierung mitgedacht, strategisch eingeplant und operativ in der Umsetzung zum Einsatz kommen.
Der folgende Buchbeitrag befasst sich mit der Inkludierung von Technologien in das St. Gallener Managementmodell und bietet praktische Anwendungsbeispiele, wie Technologien zur nachhaltigen integrierten Unternehmensführung beitragen können.
Daniela Beyer, Annette Braun, Meike Schiek, Marion Weissenberger-Eibl

Nachhaltige Unternehmensführung im Zeitalter der Digitalisierung – neue Corporate Governance

Zusammenfassung
Die Herausforderung an eine nachhaltige Unternehmensführung im digitalen Zeitalter wird anhand vielfältiger Beispiele abgeleitet. Durch die Beschleunigung der Entscheidungsprozesse wächst die strategische Lücke, denn eine hoher Wahrnehmungsschwelle engt den unternehmerischen Handlungsspielraum stark ein. Ferner kann die Digitalisierung dazu führen, dass die Grenzen von Legitimität und Legalität verschwimmen, vielfältige Compliance-Verstöße sind ohne einen stabilen „moralische Kompass“ wahrscheinlicher, wie sie im Compliance on Board Index und dem Compliance-Radar bereits sichtbar werden. Zur nachhaltigen Unternehmensführung wird das Konzept von Transparenz, Fehlerkultur und Offenheit – kurz „Candorship“ – erläutert, welches in „lean-agilen“ Organisationsformen grundsätzlich umsetzbar scheint. Der Beitrag erläutert, wie dieses Candorship-Prinzip durch eine lean-agile Ausrichtung schnelles Lernen und Anpassungen durch dezentrale, operative Entscheidungskompetenz innerhalb eigenverantwortlicher agiler Teams einerseits, und ein dienenden Führungsverständnis auf Managementebene („Servant Leadership“) andererseits realisiert werden kann. Am Beispiel des weltweit führenden Ansatzes „Scaled Agile Frameworks“ (SAFe®), einem ganzheitlichen, offenen Rahmenwerk aus aufeinander abgestimmter Grundwerte, Prinzipien und Best Practices, wird das Potenzial konkretisiert: Dieser holistische Ansatz bietet bei konsequenter Umsetzung die notwendige Authentizität, Offenheit und Fehlerkultur, die Candorship ermöglicht. Die strategische Lücke kann so verringert und nachhaltige Handlungsoptionen erschlossen werden. Unter gleichzeitiger Stärkung des „moralischen Kompasses“ kann so nachhaltige Unternehmensführung im digitalen Zeitalter gesichert werden.
Stefan Vieweg

Geplante Obsoleszenz im Geschäftsmodell sozialer Innovationen

Zusammenfassung
Die Belastungsgrenzen der Erde erfordern für eine nachhaltige Entwicklung eine grundlegende Umgestaltung unserer Gesellschaft und des vorherrschenden Wirtschaftssystems. Soziale Innovationen mit geplanter Obsoleszenz bieten die Möglichkeit als Instrument gezielt den Wandel zu unterstützen und voranzutreiben. Das Unternehmen wird zum systemischen Veränderungshebel, um einen Beitrag zur gewünschten Transformation zu leisten. Der temporäre Charakter solcher Unternehmen schärft deren Positionierung und das Erreichen des gesetzten Zieles beendet ihren Daseinszweck. So können im Zuge von sozioökonomischen Experimenten wertvolle Lernerfahrungen gemacht werden, die Entrepreneurship und Innovationskraft fördern. Es ergibt sich außerdem ein neuer Orientierungsrahmen für eine integrierte nachhaltige Unternehmensführung, z. B. wie mit Stakeholdern umgegangen werden kann, wie Unternehmenswerte, Vision und Mission definiert werden können, und was die Prämisse für unternehmerisches Handeln sein sollte. Somit ist die geplante Obsoleszenz in Geschäftsmodellen sozialer Innovationen als wirtschaftliche Sonderform ein vielversprechender Ansatz in Richtung konkreter Zielerreichung hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung der Schweiz.
Deane L. Harder, Jan T. Frecè, Marie Brechbühler Pešková

Integriertes nachhaltiges Personalmanagement

Zusammenfassung
Ein nachhaltig agierendes Unternehmen ist ohne aktives Zutun der Unternehmensmitglieder vom Vorstand bis zum basisnah operierenden Mitarbeiter in ihren unterschiedlichen Funktionen nicht denkbar. Entsprechend hat das Personalmanagement einen, wenn nicht den Schlüssel zur personalseitigen Umsetzung der Nachhaltigkeit in Unternehmen in der Hand. Vergleichbar mit den Managementansätzen kann auch hier das Synergiepotenzial der Zusammenführung der beiden Ansätze „integriertes Personalmanagement“ und „nachhaltiges Personalmanagement“ ausgelotet werden. Ein integriertes nachhaltiges Personalmanagement zeigt sich dann in einer Verknüpfung entsprechender inhaltlicher Akzentsetzungen auf normativer, strategischer und operativer personalwirtschaftlicher Ebene unter maßgeblicher Einbindung der Führungskräfte als Impulsgeber für nachhaltige Aktivitäten vor Ort.
Friedel Ahlers, Kristin Butzer-Strothmann

#nachhaltig #digital #führen

CSR, CDR und SDGs in Führung und Weiterbildung
Zusammenfassung
Unternehmensverantwortung für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung (CSR) hat Querschnittscharakter und erfordert Nachhaltigkeitskompetenz besonders im mittleren und oberen Management. Hand in Hand mit Digitalisierung bestimmen Positionen zu Nachhaltigkeit die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Gesellschaft und Markt. Der vorliegende Beitrag führt kompakt in das CSR-Management von KMU vor dem Hintergrund der Digitalisierung ein. Er soll Führungskräften exemplarisch Synergien und Zielkonflikte zwischen Nachhaltigkeit und Digitalisierung aufzeigen und deren Nachhaltigkeitskompetenz in Führung und Weiterbildung stärken.
Michael Barsakidis, Wolfgang Keck

Integriertes nachhaltiges Change Management

Zusammenfassung
Unternehmen stehen heute vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Dabei erfordert vor allem die Komplexität der Herausforderungen, aber auch die steigende Dynamik der vielfältigen marktbezogenen und technologiebezogenen Veränderungen eine kontinuierliche Veränderungsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft der Unternehmen. Das hier vorgestellte Konzept eines integrierten nachhaltigen Change Managements unterstützt Unternehmen und Organisationen bei der Bewältigung eines nachhaltigen Wandels und vertieft die besondere Bedeutung des Personalmanagements in unternehmensbezogenen Veränderungsprozessen.
Uta Kirschten

Integrated Reporting Bedeutung und Nutzenpotenziale einer nachhaltigen, wertschöpfungsbezogenen Berichterstattung im Rahmen eines integrierten Unternehmensführungskonzepts

Zusammenfassung
Zielsetzung des Beitrages ist, Faktoren zur Relevanz- und Nutzenevaluation einer nachhaltigen wertschöpfungsbezogenen Unternehmensberichterstattung im Kontext eines integrierten Unternehmensführungskonzeptes zu identifizieren und hinsichtlich ihres praxisbezogenen Durchdringungsgrades zu bewerten. Der Aufsatz verbindet theoretisch-konzeptionelle sowie praxisbezogene Aspekte zur intendierten ganzheitlichen Darstellung eines, im Zusammenhang mit einer integrierten Unternehmensführung stehenden, Berichterstattungsansatzes. Sowohl exogene als auch endogene Parameter unterstreichen einerseits die Relevanz und andererseits die Notwendigkeit sowie den damit einhergehenden Nutzen einer integrierten Unternehmensberichterstattung. Diese Elemente umfassen beispielsweise zum einen die zunehmende Informationskomplexität sowie zum anderen die erhöhten Anforderungskataloge der Stakeholder. Zudem kommt der institutsspezifischen Wesentlichkeitsbeurteilung als unternehmerische Entscheidungsgrundlage eine größere Bedeutung zu. Daher werden abschließend Impulse zur Implementierung des Integrated Reporting-Ansatzes dargelegt.
Marcel Mock

Nachhaltige Firmenveranstaltungen als Treiber einer nachhaltigen Unternehmensführung

Zusammenfassung
Messen, Veranstaltungen und Events sind wichtige Instrumente der Unternehmenskommunikation. Sie bieten aufgrund ihres besonderen Charakters ideale Plattformen zur eigenen Positionierung. Allerdings zeichnen sich diese in der Regel durch einen hohen Ressourcenverbrauch aus. Allein die An- und Abreise der Teilnehmer erzeugt 70 Prozent aller CO2-Emissionen einer Veranstaltung. Sofern ein Unternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt und sich glaubhaft mit dem Thema des eigenen ökologischen Fußabdrucks auseinandersetzt, liegt es nahe, auch bei der Planung und Umsetzung von Firmenveranstaltungen Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Nachhaltige Firmenveranstaltungen zeichnen sich u. a. dadurch aus, dass im Vorfeld, während und nach einer Veranstaltung alle Aktivitäten auf ihre ökologischen, ökonomischen und sozialen Wirkungen untersucht und optimiert werden. Hierfür werden ausgehend von den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens für die einzelnen Handlungsfelder, wie bspw. Mobilität, Catering oder Abfallmanagement, passende Maßnahmen entwickelt. Weitere Aktivitäten wie Lieferanten-Guidelines oder das Aufstellen einer CO2-Eventbilanz tragen dazu bei, den Nachhaltigkeitsaspekt auch im Bereich des Veranstaltungsmanagements weiter voranzutreiben. Neben dem positiven ökologischen und sozialen Impact zeigen sich häufig auch Potenziale für Kosteneinsparungen durch ein nachhaltiges Veranstaltungsmanagement. Anschauliche Beispiele hierfür bieten der nachhaltige Messeauftritt der Heidelberger Druckmaschinen und die nachhaltige Umsetzung des Deutschen Filmpreises.
Susanne Steimer, Clemens Arnold

Branchen- und praxisfallorientierte Beispiele

Frontmatter

Agilisierung von Organisationen als Baustein einer erfolgreichen integrierten nachhaltigen Führung von Energieversorgungsunternehmen

Zusammenfassung
Der Beitrag beschreibt ein branchenunabhängiges Modell für agile Organisationen. Dieses wird mit Werkzeugen für die Anwendung unterfüttert. Bei der Agilisierung von Organisationen können strukturell unterschiedliche Organisationsmodelle verfolgt werden. Diese werden als unterschiedliche Lösungsansätze zur Agilisierung von Unternehmen beschrieben. Aus den Erfahrungen in der Beratung von Energieversorgungsunternehmen werden Herausforderungen und Hürden bei der Einführung neuer Organisationsmodelle beschrieben. Der Beitrag endet mit Handlungsempfehlungen für das Vorgehen.
Christiane Michulitz, Sebastian Seier, Simon Haas

Nachhaltigkeit in Industriebetrieben am Beispiel der Continental AG

Zusammenfassung
Durch ihre produktionsbezogene Charakteristik sind Industrieunternehmen prädestinierte Nachhaltigkeitsobjekte mit einer gleichsam entsprechenden hohen Verantwortung. Diese nachhaltige Verantwortung reicht über das Fabrikgelände weit hinaus, in ein gesamthaftes Lieferkettenmanagement hinein. Entsprechend ist immer stärker eine Koordination und Integration der vielfältigen intra- und intersystemischen nachhaltigen Einzelaktivitäten erforderlich. Zur weiteren Komplexität beitragend, aber auch als Chance sind dabei die Einflussfaktoren zu betrachten, die im Rahmen von Industrie 4.0 ausgehen (werden). Entscheidend für den angestrebten hohen nachhaltigen Durchdringungsgrad aller industriellen Prozesse ist die Verträglichmachung renditeorientierter und nachhaltiger Ziele, wofür es substanzielle Ansatzpunkte gibt. Die Continental AG ist dafür ein sehr gutes Beispiel.
Thomas Winkelmann, Kristin Butzer-Strothmann, Friedel Ahlers

Nachhaltiger Unternehmenserfolg am Beispiel von Symrise

Zusammenfassung
Streben nach wirtschaftlichem Erfolg, verknüpft mit der Verantwortung für Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft – das macht Symrise erfolgreich. Wesentlicher Bestandteil dieser Strategie sind Partnerschaften. Nur so lassen sich tragfähige Lösungen im Sinne der UN-Agenda 2030 entwickeln. Im Folgenden werden anhand der aufgestellten 17 globalen Nachhaltigkeitszielen und dabei der Fokussierung auf zentrale Bereiche die vielfältigen Nachhaltigkeits-Aktivitäten von Symrise dargestellt. Es zeigt sich als zentrale Quintessenz, dass wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeitszeile keine Antipoden, sondern komplementäre Zielbereiche im Sinne eines nachhaltigen Unternehmenserfolg sind.
Christina Witter, Friedrich-Wilhelm Micus

Nachhaltigkeit im Handel am Beispiel von ROSSMANN

Zusammenfassung
Der Handel hat aufgrund seiner intermediären Stellung zwischen Hersteller und Konsumenten eine Schlüsselfunktion, insbesondere bei einer verstärkten Produkt- und Logistik-Nachhaltigkeit. Er kann auf Lieferantenseite auf eine ressourcenschonendere und umweltverträglichere Rohstofferzeugung und Produktherstellung dringen, selbst nachhaltige Akzente z. B. in der Warenlogistik setzen und so den anwachsenden Konsumentenwünschen nach einem nachhaltig ausgewiesenen Produktangebot Rechnung tragen und diese damit zugleich verstärken. Das Drogeriemarktunternehmen ROSSMANN setzt hier schon seit vielen Jahren wegweisende Akzente, u. a. durch die Initiative zur Abschaffung von Mikroplastik. Besondere Impulse gehen dabei von der Unternehmerfamilie Roßmann aus. (Im Folgenden wird, wenn das Unternehmen gemeint ist, immer die Schreibweise ROSSMANN verwendet. Wenn Familienmitglieder gemeint sind, wird die Schreibweise Roßmann genutzt.)
Raoul Roßmann, Kristin Butzer-Strothmann, Friedel Ahlers

Compliance als wesentlicher Baustein eines integrierten Nachhaltigkeitsmanagements in der Versicherungsbranche aus Sicht der Talanx AG

Zusammenfassung
Der Talanx Konzern integriert ökologische, gesellschaftliche und Governance-Aspekte in seine Geschäftstätigkeit. Als international agierender Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor verschreiben wir uns einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung. Auch unsere Kunden gehen mit uns überwiegend langfristige Beziehungen ein. Wir handeln deshalb mit vorausschauender Perspektive, um Leistungsversprechen, die wir unseren Kunden geben, auch in Zukunft erfüllen zu können. (Nachhaltigkeits-Commitment des Vorstands der Talanx AG, Präambel)
Martin Wienke, Kathrin Reichert, Julius Hansen

10 Jahre Nachhaltigkeit bei Union Investment: Integration als dauerhafter Prozess

Zusammenfassung
Die Finanzwirtschaft ist nicht dafür bekannt, in Nachhaltigkeitsfragen Vorreiter zu sein. Nach Ausbruch der Finanzmarktkrise 2008 eine Nachhaltigkeitsstrategie für einen Asset Manager aufzusetzen und zu entwickeln, war ein Vorhaben, welches man mit lehrbuchhaften Vorgehensweisen kaum hätte durchführen können. Mit viel Pragmatismus und Beharrungsvermögen sowie zum Teil hausgemachten Steuerungsinstrumenten ist es dennoch gelungen, bei Union Investment Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil einer ambitionierten Unternehmensstrategie zu machen. Die wesentlichen Merkmale waren im Rückblick der hohe Integrationsgrad in die verschiedenen Elemente der Unternehmenssteuerung, die jeweiligen Fachabteilungen und ein über Erwarten erfolgreicher Business Case, der Union Investment zur Nachhaltigkeitsmarktführerschaft im Asset Management in Deutschland geführt hat.
Matthias Stapelfeldt

Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Unternehmensführung aus der Perspektive der Beratungsgesellschaft EY

Zusammenfassung
Um Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil der Unternehmensführung zu etablieren, bedarf es verschiedene Elemente aufeinander abzustimmen und auf die Wertschaffung für zentrale Stakeholdergruppen, wie beispielsweise Investoren, Kunden, Mitarbeitende oder die breite Gesellschaft, konsequent auszurichten. Das Long Term Value Framework bietet hierzu eine passende Perspektive, um diesbezüglich den aktuellen Stand beurteilen zu können sowie darauf basierend Optimierungspotenziale und die Planung zu deren Adressierung abzuleiten.
Das entsprechende Vorgehen lässt sich anhand folgender drei Phasen zusammenfassen: Bestandsaufnahme, Planung und Umsetzung. Hierbei lassen sich verschiedene Arbeitspakete unterscheiden, die jeweils aufeinander abgestimmte Fragestellungen bearbeiten. Dabei gilt es, insbesondere die Erwartungshaltung der Stakeholder sowie die eigenen Ambitionen bzgl. Wertschaffung zu klären, das Verständnis des Geschäftsmodells zu schärfen und funktions- sowie bereichsübergreifend abzustimmen, Kennzahlen, Erhebungsmethoden und -prozesse zu bestimmen, die entsprechenden Informationen in Managementinformationssysteme zu integrieren sowie passende Berichterstattungsansätze festzulegen.
Um dies passend zu adressieren und von den Erfahrungen anderer Organisationen zu profitieren, kann es sich lohnen, externe Unterstützung beizuziehen. Dies ermöglicht eine Außenperspektive wie auch Erkenntnisse aus vergleichbaren Projekten miteinfließen zu lassen, um den langfristigen Wert für verschiedene Stakeholder und damit einhergehend die Erfolgsaussichten der Organisation selbst zu optimieren.
Roger Müller, Mark Veser

„Nachhaltigkeit“ als Querschnittsaufgabe einer integrierten Stadtentwicklung am Beispiel der Landeshauptstadt Hannover

Zusammenfassung
Städte sind ein Kumulationspunkt nachhaltiger Anforderungen und Entwicklungen. Ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Aspekte sind hier gleichzeitig Gestaltungsfelder. Durch städtisches Nachhaltigkeitsengagement wird die damit verbundene globale Verantwortung lokal verortet. Sie wird erfahrbar für den Adressaten Bürger∗innen, der sich selbst dabei auch als Akteur versteht. Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) ist schon relativ früh auf diesem Feld politisch-gestalterisch aktiv geworden und verfügt mittlerweile über ein breites Spektrum an nachhaltigen Maßnahmen und Aktivitäten. Die Etablierung eines integrierten Nachhaltigkeitsmanagements wird dabei als ein zentrales Aufgabenfeld verstanden.
Susanne Wildermann, Friedel Ahlers, Kristin Butzer-Strothmann

Fazit und Ausblick

Frontmatter

Auf dem Weg zu einer „besseren“ Unternehmensführung: Integrierte Nachhaltigkeit als Kernmerkmal von intelligenten zukunftsfähigen Unternehmen

Zusammenfassung
Eine integrierte nachhaltige Unternehmensführung kann als Nukleus eines zukunftsfähigen intelligenten Unternehmens betrachtet werden. Denn sie sichert heute und erst recht in der Zukunft die Existenzberechtigung wie zugleich Überlebensfähigkeit eines Unternehmens vor dem Hintergrund sich veränderter Gesellschaftsansprüche und Marktkonstellationen ab. Dabei wird sich Nachhaltigkeit nur im Kontext einer systemisch-evolutorischen Unternehmensentwicklung zu einer authentisch gelebten betrieblichen Grundhaltung mit dem inhärenten Anspruch einer „besseren“ Unternehmensführung entwickeln können, die explizit alle Unternehmensmitglieder als Ideengeber und Umsetzer nachhaltiger Prozesse einbezieht und aktiv mitnimmt.
Friedel Ahlers, Kristin Butzer-Strothmann

Finale Gedanken: Integrierte nachhaltige Unternehmensführung quo vadis

Zusammenfassung
Die nachhaltige Unternehmensführung mit integriertem Anspruch ist sicherlich keine vergängliche „Managementmode“, sondern ein substanzielles Leitkonzept mit „Strahlkraft“ in die nächsten Dekaden hinein. Dabei wird die aktuell und zurecht stark von der Klimadiskussion geprägte Nachhaltigkeitsdiskussion in Zukunft auch weitere Facetten des komplexen Phänomens aufgreifen (müssen). Dies vor dem Hintergrund des existenziellen Grundziels der systemischen Überlebensfähigkeit von Unternehmen, wobei gerade eine systemübergreifende integrative Sichtweise dafür sensibilisiert, dass dieses nur in einem überlebensfähigen Gesamtkontext unter Berücksichtigung entsprechender gesamtgesellschaftlicher und dabei letztlich erdumspannender lebensfähiger und -bejahender Konstellationen möglich ist.
Friedel Ahlers, Kristin Butzer-Strothmann
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