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Über dieses Buch

Geleitwort Die heutigen Tendenzen zur Massenindividualisierung, verbunden mit der gestie­ genen Wettbewerbsanforderungen werfen für die meisten Unternehmen das Problem der Typen- und Teilevielfalt auf. Gerade vor dem Hintergrund von Rezes­ sionen tauchten immer wieder Aufsätze und Arbeiten auf, die diese Thematik aus den Blickwinkeln der Ingenieurwissenschaften oder der Betriebswirtschaftslehre beleuchteten. Daher entwickelten sich auch im Laufe der Jahre unterschiedliche Lösungsansätze: Während die ingenieurwissenschaftlichen Quellen in erster Linie auf die Konstruktionslehre abhoben, versuchten die Vertreter der Betriebswirt­ schaftslehre das Problemfeld durch kosten- oder marketingtheoretische Ansätze anzugehen. Die Verbindung dieser, auf den ersten Blick sehr verschiedenen, theoretischen Richtungen ist das Hauptanliegen der Arbeit von Herrn Zich. Die vorliegende Dissertation ist ein überzeugender interdisziplinärer Ansatz, ohne den Anspruch einer allumfassenden "Megatheorie" zu erheben. Der Autor schließt relevante Forschungslücken, ohne die Praxis aus den Augen zu verlieren und überprüft daher die Anwendbarkeit der Ansätze an empirischen Problemstellungen. Das Ergebnis ist eine hervorragende Zusammenführung von wissenschaftlicher Grundlagenarbeit mit Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis. Diese Aspekte machen die vorliegende Dissertation nicht nur für Leser aus Wissenschaft und Forschung, sondern auch für Praktiker aus den Bereichen Produktmanagement, Marketing, Vertrieb und Engineering/Entwicklung interessant.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Die Wettbewerbssituation auf den Investitions- und Konsumgütermärkten hat sich in den letzten Jahren verschärft:1 Qualitativ hochwertige Produkte werden zu geringeren Preisen verkauft, Globalisierung des Wettbewerbs, enger werdende Märkte. Unter diesen Randbedingungen müssen Unternehmen vermehrt Maßnahmen zur Effizienzsteigerung initiieren, um zu zu überleben. Als eine Methode wird in diesem Kontext die Optimierung der Typen- und Teilevielfalt genannt.2 Sie ist kein vollständig neuer Ansatz, bereits im Kontext der ersten Rationalisierungsdebatten wurde die Straffung der Produktspektren als eine Möglichkeit zur Erreichung der Massenproduktion gesehen.3 Andererseits scheinen breite Objektspektren keine vorübergehende Erscheinung zu sein, vielmehr soll das Zeitalter der Vielfalt erst beginnen.4 Bereits der Altmeister der Produktions- und Kostentheorie - Eugen Schmalenbach -kritisierte in einem seiner ersten Werke die “übersteigerte Sortenvielfalt” in Unternehmen, die seiner Meinung nach auf die steigende “Wohlhabenheit” der Bevölkerung zurückzuführen ist.5 Er bemerkte damals, daß eine Erhöhung der Vielfalt die beschäftigungsfixen Kosten ansteigen läßt.6
Christian Zich

1. Die Vielfalt im Spannungsfeld zwischen Markterschließung und Rationalisierung

Zusammenfassung
Wie viele Dinge im täglichen Leben hat auch die Vielfalt zwei Gesichter. Einerseits kann sie eine Voraussetzung für die Erfüllung spezifischer Kundenwünsche sein und ermöglicht damit u.U. hohe Umsätze, andererseits zersplittert sie Ressourcen, die bei einer Konzentration auf wenige Objekte rationeller eingesetzt werden könnten. In diesem Kapitel soll kurz das Spannungsfeld “Vielfaltsoptimierung” in drei Teilbereichen angerissen werden: Die Vielfalt als strategische Chance, Standardisierung als Innovationsfalle und die Kostenwirkungen der Vielfalt. Im Rahmen dieser Diskussion ergeben sich zugleich die ersten Konsequenzen für die weitere Untersuchung.
Christian Zich

2. Grundlegende Begriffe: Funktionsträger, Gesamtheiten, Vielfalt

Zusammenfassung
Man kann, ira Anschluß an Schmalenbach, global von einer “Sortenvielfalt” im Unternehmen sprechen.74 Dies wäre aber ein zu einfacher Weg. Es existiert in der, der Arbeit zugrundeliegenden, Literatur keine einheitliche Definition, was unter Typen-und Teilevielfalt zu verstehen ist, auf die man zurückgreifen könnte. Im Gegenteil, es ist eher eine begriffliche Vielfalt festzustellen, die stark von der Sichtweise des Betrachters abhängt. Ingenieure neigen zu einer naturwissenschaftlich-technischen Begriffsbestimmung/S der Marketingfachmann sieht das Themenfeld vielleicht eher aus dem Blickwinkel der Kunden76. Daher wird man auf der Suche nach einer Definition feststellen, daß es nahezu genauso viele Definitionsmöglichkeiten gibt, wie Fachbereiche in einem Unternehmen bzw. Lehrrichtungen der Betriebswirtschaftslehre und der Ingenieurwissenschaften existieren. Daher soll im folgenden eine konsistente Begriffsbestimmung erarbeitet werden, die den verschiedenen Kontexten gerecht wird.
Christian Zich

3. Entstehungsursachen der Typen- und Teilevielfalt

Zusammenfassung
Im vorangegangenen Kapitel wurde eine tragfähige begriffliche Basis zur theoretischen Erfassung der Vielfalt entwickelt. Welche Faktoren aber die Entstehung der Vielfalt i.S. negativer Redundanzen bewirken, ist bislang noch ungeklärt. Die Klärung dieses Punktes wird in diesem Kapitel in drei Schritten erfolgen. Den Anfang bildet die Darstellung der Vorgabewirkungen strategischer Entscheidungen. Sie sind ein Rahmen, innerhalb dessen sich die Optimierung der Kundenanforderungen und die Objektentwicklung bewegen können, zugleich ist bereits eine gewisse Basisvielfalt determiniert. Im Anschluß an die strategische Planung beginnt der eigentliche Gestaltungsprozeß, in dem Entscheidungen getroffen werden, die zu einer bestimmten Vielfaltshöhe führen. Dies ist Gegenstand des zweiten Teilabschnittes, während im dritten die methodische Defizite, die Wirkung fehlender Informationen und die Störungen in Interaktionssystemen identifiziert werden, die überflüssige Redundanzen hervorrufen.
Christian Zich

4. Existierende Optimierungsansätze

Zusammenfassung
Nach der Generierung des Bezugsrahmens können existierende Optimierungsansätze diskutiert werden. In der Literatur sind drei grobe Richtungen zu erkennen: a) Informationsbereitstellung, b) partielle Gestaltungsansätze und c) integrierte Ansätze. Während die ersten zwei den Schwerpunkt auf einen bestimmten Teilaspekt der Vielfaltsreduzierung legen, versuchen die Vertreter letzterer Richtung eine facettenreichere und ganzheitliche Betrachtung des Themas. Im Verlauf dieses Kapitels wird sich herausstellen, daß teilweise ein hohes Niveau erreicht ist, aber es verbleiben aber einige “weiße Flecken auf der Landkarte” der Typen- und Teileoptimierung, die aber bereits auf die Lösung hinweisen und damit den Weg für eine Weiterentwicklung in sich tragen.
Christian Zich

5. Erweiterung und Ergänzung existierender Ansätze

Zusammenfassung
Im Verlauf der Diskussion existierender Ansätze ließen sich einige Forschungslücken identifizieren. Diese sollen im vorliegenden Kapitel in drei Schritten geschlossen werden. Den Anfang bildet die Erarbeitung der Rahmenbedingungen, bestehend 1) aus der Generierung sinnvoller Kombinationen von strategischen Filtern und der Unternehmensstrategie, 2) spezifischen Vielfaltskennzahlen und 3) eines speziellen LCC-Modells der Vielfaltskosten. Im zweiten Abschnitt werden die Lücken in den existierenden Gestaltungsansätzen geschlossen und zu einer ganzheitlichen Methodik verbunden. Den Abschluß bilden organisatorische Aspekte und die Einführungsstrategie der Vielfaltsoptimierung.
Christian Zich

Schlußbetrachtung: Vielfaltsoptimierung, eine Megatheorie der Objektgestaltung?

Zusammenfassung
Den Anfang der Untersuchung, nach der kurzen Schilderung des Spannungsfeldes der Typen- und Teileoptimierung, bildete die Erarbeitung einer theoretischen Basis der verschiedenen Erscheinungsformen der Vielfalt. Beginnend bei einer Darstellung der verschieden Beschreibungsmöglichkeiten eines einzelnen Objektes wurden schrittweise existierende Sichtweisen der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften mit neuen Aspekten verwoben, um eine Unterteilung verschiedener Gesamtheiten interdisziplinär theoretisch zu fundieren. Hier wurden auch die strukturellen und zeitlichen Interdependenzen zwischen strukturellen Gesamtheiten, Objektfamilien und Technologie- bzw. Funktionsobjektklassen detailliert erarbeitet. Diese Ausführungen ergaben, daß ein Objekt immer im Kontext aller vier Gesamtheiten gesehen werden muß, um es entsprechend zu optimieren. Dieses Kapitel bildete den theoretischen Grundstock der Arbeit.
Christian Zich

Backmatter

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