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2023 | Buch

Interaktionale Reflexion von professionellem Handeln in der Schulsozialarbeit

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Über dieses Buch

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Frage, wie Schulsozialarbeiter*innen ihr professionelles Handeln im beruflichen Alltag reflektieren. Am Beispiel der bayerischen Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) wird in ethnografischer teilnehmender Beobachtung folgenden Forschungsfragen nachgegangen: Wie gestaltet sich das professionelle Handeln im ausgewählten Handlungsfeld der Jugendsozialarbeit an Schulen? Wie reflektieren Jugendsozialarbeiter*innen an Schulen ihr professionelles Handeln im beruflichen Alltag? Auf welche Veränderungs- und Entwicklungsbedarfe verweisen die Ergebnisse? Welche Rückschlüsse können daraus für die Voraussetzungen und Anforderungen für die JaS in Bayern gezogen werden, sowohl im Hinblick auf das Wissen, das Jugendsozialarbeiter*innen an Schulen für ihr professionelles Handeln benötigen, als auch im Hinblick auf Rahmenbedingungen und die Disziplinbildung? Die Ergebnisse bieten einen ersten Einblick in den bisher verborgen gebliebenen Reflexionsprozess von Schulsozialarbeiter*innen: Die hier entwickelte Grounded Theory der Interaktionalen Reflexion von professionellem Handeln in der Schulsozialarbeit zeigt Reflexionsthemen und -strategien von Schulsozialarbeiter*innen ebenso auf wie die Bedingungen, unter denen diese Reflexionsprozesse stattfinden und ihre Konsequenzen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Reflexion von professionellem Handeln – ein unterkomplex behandeltes Thema am Beispiel des viel beforschten Handlungsfelds der Schulsozialarbeit
Zusammenfassung
Das empirische Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Schulsozialarbeiter*innen ihr professionelles Handeln im beruflichen Alltag reflektieren. Die mithilfe von ethnografischen Beobachtungen entwickelte Grounded Theory der Interaktionalen Reflexion professionellen Handelns in der Schulsozialarbeit beantwortet diese Frage am Beispiel der Jugendsozialarbeit an Schulen in Bayern, wodurch erstmals ein Einblick in die konkrete Ausgestlatung der Reflexionsprozesse von Schulsozialarbeiter*innen erfolgt. Auf die Skizzierung des Forschungsgegenstandes der Reflexion von professionellem Handeln in der Schulsozialarbeit folgen die Forschungsfragen des Projekts, woraufhin die Relevanz der Ergebnisse für die Professionalisierung des Handlungsfelds erörtert wird.
Veronika Knoche
Kapitel 2. Schulsozialarbeit oder Jugendsozialarbeit an Schulen?
Zusammenfassung
Im Forschungsprojekt wird der Begriff der Schulsozialarbeit in Anlehnung an Speck als sozialpädagogisches Angebot der Kinder- und Jugendhilfe am Ort Schule verstanden, das sich durch gleichberechtigte und kontinuierliche Zusammenarbeit mit der Schule und ihren Lehrkräften zur Förderung und Unterstützung von jungen Menschen in ihren individuellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entwicklungsschritten, der Vermeidung von Bildungsbenachteiligungen, der Beratung und Unterstützung von Eltern und Lehrkräften und der Förderung einer schüler*innenfreundlichen Umwelt auszeichnet (Speck 2006, S. 23). Zunächst werden die Entwicklungslinien der Schulsozialarbeit nachgezeichnet, um anschließend ihre begrifflichen Differenzierungen zu diskutieren. Die vor allem in den 2000er und 2010er Jahren intensiv beforschten und diskutierten Schwierigkeiten in der Kooperation mit der Bildungsinstitution Schule werden im darauffolgenden Abschnitt beleuchtet. Die Beschäftigten in der Schulsozialarbeit als wachsende, aber heterogene Gruppe innerhalb der Sozialen Arbeit sind dagegen bislang kaum als Forschungsgegenstand auszumachen, weshalb sie zum Abschluss des Kapitels einer genaueren Betrachtung unterzogen werden.
Veronika Knoche
Kapitel 3. Interaktionistisch-wissenssoziologischer Rahmen
Zusammenfassung
In den folgenden Abschnitten werden die theoretischen Überlegungen in ihren Grundzügen dargelegt, vor deren Hintergrund die vorliegende empirische Arbeit im Handlungsfeld Schulsozialarbeit verstanden sein will. Der Pragmatismus als umfassende Sozialphilosophie bildet dabei sowohl für den symbolischen Interaktionismus als mikrosoziologische Theorie als auch für das allgemeine Verständnis der vorliegenden Arbeit das Fundament. Zusätzlich stellen sozialkonstruktivistische Elemente im Hinblick auf Sozialisation und soziale Rollen einen Teil der hier eingenommenen Perspektive dar, weshalb die mit dem symbolischen Interaktionismus in enger Verbindung stehenden Überlegungen Peter L. Bergers und Thomas Luckmanns zur gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit (Berger und Luckmann 1970) im darauffolgenden Abschnitt erläutert werden. Der anschließende historische Rückblick auf professionssoziologische Diskurslinien bildet die Grundlage für die Überlegungen zur interaktionistischen Perspektive auf Professionen, die konkret auf die Situation der Sozialen Arbeit bezogen und in Bezug zu den Forschungsfragen gesetzt werden.
Veronika Knoche
Kapitel 4. Ethnografische Beobachtungen von Schulsozialarbeiter*innen im Stil der Grounded Theory
Zusammenfassung
Aufbauend auf der Kontextualisierung des Forschungsgebiets Schulsozialarbeit sowie der interaktionistisch-wissenssoziologischen Theorieperspektive der Forschungsarbeit widmet sich das folgende Kapitel der Ausrichtung des Forschungsdesigns zur Beantwortung der Forschungsfragen. Die rekonstruktive Ausrichtung des Forschungsprojekts konkretisiert sich im Forschungsstil der Grounded Theory und einer ethnografischen Forschungsstrategie. Die ethnografische Feldforschung erfolgte mittels teilnehmender Beobachtung sowie ergänzender ethnografischer Interviews.
Veronika Knoche
Kapitel 5. Empirisch entwickelte Begrifflichkeiten zu Reflexionsprozessen in der Schulsozialarbeit am Beispiel von Jugendsozialarbeit an Schulen
Zusammenfassung
Im folgenden Kapitel wird die fallübergreifend entwickelte Grounded Theory mit der Kernkategorie „Interaktionale Reflexion“ in ihren Ausprägungen gemäß dem paradigmatischen Modell nach Strauss und Corbin ausgeführt. Die so entwickelten Begrifflichkeiten zeichnen die Ausgestaltung von Reflexionsprozessen in der Schulsozialarbeit am Beispiel der Jugendsozialarbeit an Schulen nach. Anschließend werden die Auswirkungen der Eingebundenheit der Schulsozialarbeiter*innen in die beiden für ihr professionelles Handeln maßgeblichen Relevanzstrukturen, die des Bildungsorts Schule und diejenige von Jugendamt und JaS, erörtert.
Veronika Knoche
Kapitel 6. Perspektiven der Ergebnisbetrachtung
Zusammenfassung
Die dargestellten Ergebnisse werden im Folgenden vor dem Hintergrund des Forschungsinteresses zusammengefasst, bevor die in der Einleitung identifizierten Forschungsfragen beantwortet werden. Anschließend folgt eine Einbettung der wichtigsten Ergebnisse in ausgewählte sozialwissenschaftliche Diskurslinien. Abschließend werden Anregungspotenziale für den Austausch mit der Praxis sowie mögliche Perspektiven für anschließende Forschungsprojekte aufgezeigt und der Beitrag der Studie für den Diskurs in einer Schlussbetrachtung dargelegt.
Veronika Knoche
Backmatter
Metadaten
Titel
Interaktionale Reflexion von professionellem Handeln in der Schulsozialarbeit
verfasst von
Veronika Knoche
Copyright-Jahr
2023
Electronic ISBN
978-3-658-40445-1
Print ISBN
978-3-658-40444-4
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-40445-1

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