Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Infografik, interaktiv - allein diese beiden Begriffe füllen Bücher! Interaktive Infografik: Zu dieser Kombination wurde bis jetzt wenig publiziert. Diese Lücke will der vorliegende Band schließen. Er führt ein in Theorie, Design und Rezeption von interaktiven Infografiken. Die Autorinnen und Autoren betrachten die interaktive Infografik aus theoretischer und praktischer Perspektive: Sie erforschen die interaktive Infografik als Diagramm, als Karte, als Comic, als hybride Form, beschreiben Typen und Muster und vergleichen westliche mit fernöstlichen Designvarianten. Sie stellen die interaktive Infografik in den Kontext von Lernen und Wissenserwerb, diskutieren Evaluationsmethoden, analysieren Rezeptions- und Nutzungsprobleme und leiten daraus Gestaltungsempfehlungen ab. Fallbeispiele und Expertentipps ergänzen die Beiträge und erhöhen den praktischen Nutzen des Werks.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Theoretische Grundlagen

Frontmatter

1. Interaktive Infografiken: Standortbestimmung und Definition

Interaktive Infografiken sind wissenschaftlich schwer zu fassen. Nichts an ihnen scheint eindeutig bestimmbar oder zuordenbar: Terminologie, Gattung, Disziplin, Zeichensystem, Modalität, Typus – permanent sitzen sie zwischen den Stühlen. Das liegt zum einen an ihrer genuinen Hybridität, die sich beschreiben lässt als ein multimodales Zusammenspiel aus Sprache, Bild, Ton, Zahl – vernetzt, gesteuert und getriggert durch digitale Technik (vgl. Krämer und Bredekamp 2003, S. 11 ff.), zum anderen an ihrem Grenzgängertum zwischen den Disziplinen. Die Spannweite jener Disziplinen und Forschungsgebiete, die Infografiken oder generell visuelle Repräsentationen als Untersuchungsgegenstand für sich reklamieren, erweist sich als enorm groß: von Informationsdesign, Visueller Kommunikation und Medienwissenschaft über Computervisualistik, Informatik und Mathematik (hier vor allem Statistik), Geovisualisierung und Kartografie bis hin zu Linguistik, Medienpsychologie, Philosophie, Kunst- und Kulturgeschichte und einer noch sehr jungen Bildwissenschaft.
Wibke Weber, Alexandra Wenzel

2. Typen, Muster und hybride Formen. Ein Typologisierungsmodell für interaktive Infografiken

In Kap. 1 haben wir die interaktive Infografik als eine multimodale Darstellungsform beschrieben. Indem die Infografik die verschiedenen Modi (Sprache, Bild, Bewegtbild, Zahl, Ton, Layout etc.) zu einer Einheit integriert, nimmt sie hybriden Charakter an. In diesem Kapitel sollen nun Typen, Muster und hybride Formen exemplarisch vorgestellt werden, wie sie sich in den letzten Jahren nahezu explosionsartig herausgebildet haben, getriggert durch technische Entwicklungen. Ziel ist es, ein anwendungsorientiertesModell von Typologisierungskriterien zu entwickeln, mit dem sich interaktive Infografiken und ihre Merkmale beschreiben lassen.1 Um Typen, Muster und hybride Formen bei interaktiven Infografiken zu identifizieren, müssen zuerst die einzelnen Systeme bestimmt werden, die am Hybridisierungsprozess beteiligt sind. Der Begriff „Hybridität“ bezeichnet die Verschränkung zweier oder mehrerer Systeme, die bereits als getrennte Ganzheiten existieren, zu einem neuen kohärenten Ganzen.
Wibke Weber

3. Interaktive Karten und Geovisualisierungen

Karten dienen seit Jahrtausenden als Repräsentationen räumlichen Wissens. Aufgrund ihrer herausragenden Fähigkeit zur Visualisierung von Geoinformationen gehörten sie allzeit zu den begehrtesten Artefakten der jeweils Herrschenden. Neben der Visualisierung von Geoinformationen dienten sie zur Kommunikation politischer und oftmals ideologischer Standpunkte im Zusammenhang mit dem Raumbezug (Crampton 2010; Meng 2009; Monmonier 1996).
Frank Heidmann

4. Wahrnehmungsprozesse bei interaktiven Infografiken

Nach Jansen (1999, S. 74) werden mit Infografiken verschiedene Ziele verfolgt, diese sind die Aktivierung vorhandenenWissens, die Vermittlung neuer Erkenntnisse und die Vorstellung eines neuen Themas. Das Spektrum der Infografiken ist groß, es erstreckt sich über Infografiken, die der reinen Informationsvermittlung dienen, bis zu primär unterhaltenden Formen. Infografiken, die in journalistischen Angeboten eingesetzt werden, sollen ästhetisch ansprechend sein und unterliegen Prämissen wie der Aktualität oder der Corporate Identity des Anbieters oder dessen Kunden. Die Intention ist nicht das Auswendiglernen und die exakte Wiedergabe von Informationen. Dennoch hat die visuelle Repräsentation der Daten und Fakten den Anspruch, seiner Nutzergruppe optimales Verstehen und Orientieren zu ermöglichen und überdies das Behalten von Informationen zu erleichtern (Böhringer et al. 2011, S. 478).
Alexandra Wenzel

Evaluation und empirische Analysen

Frontmatter

5. Ansätze zur Evaluation interaktiver Infografiken

Journalistische interaktive Infografiken richten sich an ein breites Publikum, welches einen unterschiedlichen Wissenstand zum Thema Infografik besitzt und in der Regel mindestens über Grundkenntnisse zur Nutzung von Computern und Internet verfügt (Bucher 2004). Die Rezeptions- und Nutzungsqualität muss von der ersten Verwendung der Infografik an sehr hoch sein. Eine hohe Rezeptionsqualität zeichnet sich durch effektive und effiziente Aufnahme und Verarbeitung dargestellter Informationen aus. Die effektive und effiziente Auswahl und Manipulation von Informationen in einer interaktiven Infografik durch Interaktion kennzeichnet eine hohe Nutzungsqualität. Die Frage ist, wie eine derart hohe Qualität sichergestellt werden kann.
Michael Burmester , Alexandra Wenzel

6. Navigation – Interaktion – Informationspräsentation: Rezeptions- und Nutzungsprobleme bei interaktiven Infografiken

Interaktive Infografiken stellen ein neues Medium im Online-Journalismus dar. Während zu statischen Infografiken bereits Forschungsergebnisse vorliegen, steht die Forschung zu interaktiven Infografiken noch am Anfang (siehe Kap. 1).
Die Gestaltung interaktiver Infografiken ist aus verschiedenen Gründen eine Herausforderung. Das zu erläuternde Thema muss definiert und strukturiert werden. Für die festgestellten Inhalte soll eine angemessene Darstellungs- bzw. Präsentationsform gefunden werden. Danach gilt es, die verschiedenen Elemente, visuelle Texte (schriftliche Texte), auditive Texte (gesprochene Texte), Bilder (Abbildungen, Diagramme, Grafiken) und Bewegtbilder (Video, Animationen) sinnvoll zu kombinieren. Zudem müssen interaktive und hypertextuelle Elemente definiert und in eine übergeordnete Navigationsstruktur eingebettet werden. Infografiken werden meist von einem heterogenen Publikum mit unterschiedlich ausgeprägtem Vorwissen genutzt.
Ralph Tille, Alexandra Wenzel, Michael Burmester

Fallbeispiele und praktische Anwendungen

Frontmatter

7. Das Diagramm ist tot, es lebe das Diagramm

Viele Infografiken zeigen Zahlen, uncodiert in Tabellen oder codiert in Grafiken. Die Unterschiede zwischen den Zahlen werden dann durch Unterschiede in Länge, Fläche, Volumen oder Farbintensität ausgedrückt. Typisch und weit verbreitet sind Torten-, Säulen-, Balken- und Zeitreihendiagramme. Sie können Hauptgegenstand oder Bestandteil einer Infografik sein.
Nicolas Bissantz, Gerald Butterwegge

8. Im Vordergrund steht immer die Information. Erfahrungen eines Infografikers

Ich möchte mich zunächst der Informationsgrafik an sich zuwenden, weil es meiner Meinung nach im Grunde immer nur um eines geht: nämlich um die Vermittlung von Informationen über ein bestimmtes Medium zu einem Empfänger, einem Leser, einem Zuschauer oder einem User. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob eine Grafik interaktiv ist oder nicht.
Jan Schwochow

9. „We are journalists.“ Production Practices, Attitudes and a Case Study of the New York Times Newsroom

Media convergence leads to a variety of new media formats, genres, and communication patterns, which can be described as the result of a process of hybridization (see Chap. 2). Such a new hybrid form is the interactive information graphic. When interactive information graphics are based on large data sets, they are also called data visualization or sometimes “data stories”, a new buzzword that links together two different disciplines: computer science and journalism. This new relationship known as “data-driven journalism” can be seen as a part of computational journalism (Anderson 2011). Data journalists describe the journalistic process as a workflow that consists of: digging deep into data, analyzing and filtering the found data, visualizing it, and forming a story (Bradshaw 2010, Lorenz 2010). However, who produces these interactive “data stories”? Who tells the story and who designs the graphic? Is it a journalist or a designer? Do they collaborate with a programmer or a statistician? Who decides in which way the data is to be displayed? How is the development process of an interactive visualization? What about journalistic ethics and standards in terms of “data stories”?
Wibke Weber, Hannes Rall

Perspektivenwechsel

Frontmatter

10. Information Graphics and Comics

Comics, or sequential storytelling through images, is the original medium that established artistic techniques and habits of perception widely used and integrated in the mass consciousness of modern audiences. The method of telling a story through a series of sequential images now commonly used as a visual language that is well understood by contemporary readers and viewers.
Hannes Rall

11. Interaktive Infografiken – Der Blick nach Fernost

Seit 1993 wird jedes Jahr in Pamplona der Malofiej Award vergeben: ein internationaler und inzwischen renommierter Preis für Infografiken. 29 Länder beteiligten sich 2012 am Malofiej Award mit 1513 Einreichungen – ein Rekordjahr. Schon länger dominieren die USA den Wettbewerb, sowohl was die Zahl der Einreichungen angeht als auch die Liste der Auszeichnungen. Gut vertreten sind außerdem Spanien und Brasilien, gefolgt von Deutschland, Großbritannien, Portugal und Argentinien; sogar die Arabischen Emirate und Oman nehmen regelmäßig am Malofiej Award teil und wurden schon mehrfach ausgezeichnet (vgl. Malofiej 2012, Visual Journalism 2011). Und Asien, genauer Fernost? Findet sich dort ein weißer Fleck auf der Weltkarte der Infografiken, vor allem der interaktiven? Oder haben Wissenschaft und Berufspraxis asiatische Infografiken aufgrund einer verengten, westlich-zentrierten Perspektive einfach noch nicht wahrgenommen? Immerhin tauchte 2012 auf der Gewinnerliste des Malofiej Awards erstmals ein ostasiatisches Land auf: China.
Hannes Rall, Wibke Weber

Backmatter

Weitere Informationen

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Best Practices für Web-Exzellenz im Online-Handel

Erfolgsbeispiele für erfolgreiche Online-Unternehmen gibt es viele. Best Practices für Web-Exzellenz ergeben sich aus der bestmöglichen Umsetzung der Erfolgsfaktoren, die sie auf der anderen Seite aber auch maßgeblich mit bestimmt haben. Lesen Sie hier, was Sie von den Unternehmen lernen können, die zu Recht als "exzellent" bezeichnet werden können.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise